Wir, die BBA, haben den Host dieses Bereichs in unsere Gewalt gebracht und möchten Ihnen unsere Gründe und Forderungen näherbringen.
Uns ist schon klar, dass es Wichtigeres gibt: Krieg, Sozialabbau und so Sachen. Aber uns bewegt dieser Tage nur EIN Thema, und wir haben beschlossen zu handeln.
Wir sind ehrliche und redliche User dieser FM4-Gemeinde und haben uns zusammengefunden, weil wir etwas Gemeinsam haben: wir lesen jeden Tag Martin Blumenau Journal '03 und wir sind fast jeden Tag darüber verzweifelt, empört, verstört oder zumindest darüber entsetzt, dass es schon wieder erschienen ist und Etwas drinnensteht, was uns wieder gezwungen hat, es zu lesen.
Wir haben unser Suchtverhalten also erkannt.
Ja, wir finden dieses Journal furchtbar und gemein und einen Affront uns gegenüber. Wir schreiben das dann im Forum, manchmal auch mit argen Worten, aber es nützt nichts.
Und immer wenn wir versuchen, es nicht zu lesen, scheitern wir.
Wir haben also erkannt, dass wir nicht die Schuldigen sind.
Wir lesen zwar täglich Etwas, von dem wir wissen, dass es uns aufregen wird. Aber wir fordern, dass es Anders wird, damit es uns Besser geht.
Uns ist schon klar, dass ein Web-Log wie dieses ein sehr persönlich Geschriebenes und deshalb höchst subjektives Ding ist (also eigentlich war uns das zu Beginn nicht klar, aber dann hat's der Blumenau so erklärt).
Uns ist auch klar, dass Martin Blumenau manchmal Dinge deshalb überspitzt und besonders pointiert formuliert, um gezielt mehr Reaktionen zu bekommen.
Eigentlich finden wir das auch gut, weil in der Welt eh zuviel einfach zur Kenntnis genommen und viel zu Wenig nachgedacht wird und es natürlich Leute geben muss, die sogenannte Denkanstöße geben.
Uns ist auch klar, dass solche Denkanstoßgeber den meisten Menschen unangenehm sind, weil die meisten ja nicht denken wollen.
So sind wir ja nicht, eh klar.
Trotzdem gehen uns diese andauernden Blumenau-Anstöße auf die Nerven.
In echt fast jedem Journal ist Etwas drinnen, worüber sich zumindest einer von uns so unpackbar ärgern muss, dass er zB mit dem Fuß aufstampfen muss.
Wir finden nun, dass das nicht sein muss.
Wir wollen, dass Martin Blumenau, den wir nicht wollen, echt nicht, aber jeden Tag lesen, weil... so halt, das ist jetzt nicht so wichtig, dass Martin Blumenau auf jeden Fall schon ein Denkanstoßer bleibt und auch manchmal Sachen schreibt, die wir Anders sehen und Dinge von einer Seite betrachtet, die uns vielleicht gar nicht aufgefallen ist, aber dass er das so macht, dass wir alle immer zufrieden sind.
Wir meinen das kann nicht so schwer sein.
Deshalb haben wir, der lose Verband der Morbussis (im Gedenken an einen von Blumenau im Kampf ausgelöschten Formu-Fighter) die BBA gegründet, die Blumenau-Befreiungs-Armee.
Um das umzusetzen, hat die BBA heute Samstag. 22.3. 2003, am frühen nachmittag Martin Blumenau im Einkaufsgewirr auf der Mariahilferstraße entführt.
Dieses Foto-Automaten-Bild beweist, dass das heute war, weil er ja die heutige Kanonenzeitung in der Hand hält.
Wir haben ihn dann, nachdem er im direkten Kampf vier unserer Mitstreiter mit Verbal-Gewalt vertrieben hat, mit unseren Vorwürfen konfrontiert und ihn also gefragt, ob das einen Grund hat, warum er uns immer zur Verzweiflung treibt, ob ihn im Leben was Grundlegendes zwickt.
Er hat dann gemeint, dass er rundum mit allem sehr zufrieden sei, und dass er sich sogar, vor allem, wenn er uns so betrachte, als wirklich glücklichen Menschen einschätzen würde.
Dann hat er seine Selbsteinschätzung als Impulsgeber ausgeführt und sich mit dem Reibebaum verglichen, der für die Katzen, die da in der Wohnung vom Dings, das tut jetzt nichts zur Sache, wo wir waren, auf jeden Fall das sei, was er für uns darstelle.
Und dass wir das genauso brauchen wie die Katzen, und die hätten ja auch kein Projektions-Problem mit ihrem Reibebaum, die Katzen.
Meinte er.
Mit seinem Gerede hat er uns verunsichert.
Wir waren fast soweit zu glauben, dass es tatsächlich UNSERE Schuld ist, wenn wir sein Journal täglich lesen, weil wir es ja freiwillig anklicken.
Aber, während immer mehr von uns aufgaben und den Ort des Geschehens und die Aktion verließen, hat sich der Kern der BBA, die Keimzeller der alten Morbussi-Kämpfer, die Bussis, zu einer weitreichenden Selbsterkenntnis durchgerungen.
Wir wollen, dass Blumenau weiter jeden Tag Etwas schreibt, damit wir uns weiter dran festhalten können.
Wir wollen aber, dass es uns gut tut, dass es also gut ist, und in UNSEREM Sinne richtig.
Also müssen WIR wie Blumenau sein, oder besser noch: Blumenau muss wie WIR sein.
Wir haben ihn also gefragt, was ihm dazu fehlt, dass er wie wir ist: gelassen, objektiv, immer auf der richtigen Seite und vor allem TOLERANT.
Das ist so wichtig, Toleranz, wir können's gar nicht sagen. Das ist zu wichtig, um es einem Einzelnen zu überlassen, dass er das für sich selber definiert und dann nach seiner eigenen Meinung vorgeht und das dann auch noch schreibt.
Was fehlt dir dafür, haben wir ihn gefragt, nach unserer Beratung, während er mit den Katzen rumgespielt hat.
Und dann kam es raus.
"Mir fehlt", sagte Martin Blumenau, "ein Besuch beim Friseur. Die langen Zotteln nerven mich schon so, aber ich komm nie dazu, und immer wenn ich könnte ist es schon Abend oder Wochenende."
He, sagt einer von uns, da weiß ich Abhilfe.
"Und dann", sagte Blumenau, "will ich, dass endlich wieder die Eissalons aufsperren. 30% meiner Energie-Reserven bau ich durch Eis auf. Schwedenplatz-Eis; Tichy-Eis. Hmmm, schleck...".
Wir haben ihm dann gesagt, dass der Tichy eh seit dieser Woche offen hat. Und wir haben ihn zu einem Friseur gebracht, der auch am Wochenende schneidet.
Und plötzlich war Martin Blumenau wie ausgewechselt!
Der gleiche Tag (weil die gleiche Zeitung, immer noch heute also), aber ein Lächeln, der Daumen nach oben, endlich wieder eine schicke Mecki-Frisur und Tichy-Eis (Schoko, Haselnuss, Vanille).
Wir denken mit dieser Aktion einen wichtigen Beitrag zur Volksgesundheit geleistet zu haben, nämlich zu unserer Eigenen. Dieser Blumenau wird ab sofort UNSER Blumenau sein, denken wir.
Wir, die BBA möchten ihnen für die Aufmerksamkeit danken. Danke.