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Wien | 13.9.2007 | 11:00 
Geschichten aus dem wirklichen Leben.

Rotifer, Andreas

 
 
EM-Journal '08. Achtundsiebzigster Eintrag.
 
 
 
 
Der ÖFB spekuliert
  mit dem Vergessen; und damit, dass ja eh jeden Tag eine andere Sau durchs große Mediendorf getrieben wird. Und dass für willfährige und geile Medien und ein von ihnen genauso verzogenes Publikum so etwas wie Nachhaltigkeit einen extrem unangenehmen Beigeschmack hat, dass man da erst gar nicht anstreifen will.
Deswegen wird gerade verschleppt, und zwar auf fast ein wenig ungeheuerliche Art und Weise. Der Chef vom ganzen, Friedrich Stickler, gibt an, dass er jetzt, in voller Strenge und Härte "eine fundierte Analyse über die Entwicklung der Nationalmannschaft" verlange, vom Teamchef. "Wir erwarten uns Vorschläge und Maßnahmen, die uns dorthin bringen, wo wir hinwollen."

Puh. Jetzt schon. Wild!
Dass Stickler etwas als harte Maßnahme in die Auslage stellt, was in jedem Unternehmen, in jedem Verein, in jedem Verband, selbst in der allerkleinsten Kooperative nach einem wichtigen Event sowieso ganz selbstverständlich und automatisch immer erfolgen muss, zeigt, dass er uns alle für ordentlich blöd hält.
Und er hat ja auch recht. Die meisten lassen sich (aus den oben genannten Gründen) auch einlullen. Den allermeisten ist es sowieso gleich ganz egal - also hat der ÖFB auch schon gewonnen, mit seiner spekulativen Strategie des Verschleppens.

 
 
Dazu kommt
  dass wir alle von dieser fundierten und umfassenden Analyse, diesem Vorschlags- und Maßnahmen-Katalog genau nie etwas erfahren werden, weil der ja sicher eine rein interne Angelegenheit bleiben wird, bei der keinerlei Auskunftspflicht besteht.

Das ist so wie jüngst bei Rapid-Coach Pacult, der die offizielle Anfrage des ÖFB über Details seines Trainings (um das mit den Extras von Spry abzustimmen) deshalb nicht rausgeben wollte, weil er wusste, wie sehr er sich mit seiner rückständigen Arbeit blamieren würde. Also wird etwas zur internen Verschlusssache erklärt.

Morgen geht der Meisterschaftsbetrieb wieder los, glücklicherweise treibt Salzburg gerade wieder die Kreuzter-Sau durch das Hangar-Dorf, bald werden in Innsbruck etliche Schweine tolle Rennen veranstalten, da wird die fundierte Analyse sicher schnell vergessen werden.

Knapp vorm Schweiz-Spiel im Oktober wird irgendwann ein Journalist nachfragen, was denn da rausgekommen ist, wird sich von Hicke-Sticke pacultlike ein "Das geht dich aber echt nix an, du Defätist und Vaterlandsverräter!" anhören müssen und vorbei ist's damit, mit der "fundierten Analyse".

 
 
Das darf nicht sein.
  Deshalb:
Erstens dürfen wir das nicht vergessen, müssen ab nächster Woche alle paar Tage nachfragen, wo sie denn wäre, die "fundierte Analyse, ob er, der ÖFB-Chef sie bereits in Händen halte, die "fundierte Analyse", was er dazu sagen würde, zur "fundierten Analyse" und wie es mit den Vorschlägen und Maßnahmen wäre.

Und, zum zweiten, dürfen wir auch das, was wir jetzt gesehen haben und gesichert wissen, nicht verlieren. Denn in vier Wochen werden geübte Weichzeichner die Katastrophen-Spiele gegen Japan und Chile in rosigeren Farben nachkolorieren und wir, die wir uns das nicht gut genug gemerkt haben, werden's dann glauben müssen.

Wir müssen also alles behalten. Deshalb schreiben wir's am besten auf. Was alles warum und wie genau schiefgelaufen ist. Wo es krankt. Wo die Alternativen wären.
Und zwar hier im Forum; als Sammlung, als kollektives Gewissen für Nachhaltigkeit, gegen ein simples Vergessen.

Ich darf alle bitten von banalen Personal-Vorschlagslisten abzusehen, die nur Inkompetenz signalisieren: denn das wäre das erste, was die alten miesen Geier, die Barice und Stareks und Polsters und all die anderen, die deutlich weniger können als ein halbseitig gelähmter Hicke, auch machen würden. Das ist zu billig.
Alles andere, alles was tiefer schürft, ist willkommen.

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