Weil der 100. Eintrag dieses speziellen Logs (das am ersten Tag NACH den letzten WM, dem Zeitpunkt also, wo der Vorbereitungs-Startschuss zur Euro hätte erfolgen müssen, begonnen hat) natürlich auch ein Kasperl-Eintrag sein kann, mach ich hier jetzt was deppen- und todsicheres; was Resonanz betrifft.
Dieser Eintrag ist substanziell völlig sinnlos, weil er nur das tut, womit sich die allermeisten der Fußball-Fans (und natürlich auch die meisten Verantwortlichen) selber ablenken um nicht an die wirklichen Probleme denken zu müssen, bzw. gar daran, sie lösungsorientiert anzugehen.
Und die haben, das kann man gar nicht oft und laut genug sagen, mit der Personal-Zusammenstellung, kaum etwas zu tun.
Aber da wir diesbezüglich bereits etwas geleistet haben, im vorvorigen Eintrag nämlich, darf es heute durchaus warmes Lulu sein.
Das alte Teamchef-Spiel nämlich.
Die Sonntags-Frage also. Opium fürs Volk.
Wer wäre es, wenn jetzt Nennschluss wäre.
Die Frage, wo jeder eine Meinung hat und jeder eine andere. Es gibt keine Möglichkeit da mit irgendjemandem übereinzustimmen, nicht bundesweit, wohl auch (theoretisch) weltweit nicht.
Deshalb die Resonanz-Garantie, die sich in Gegenentwürfen erschöpfen wird.
Deswegen wird dieser Eintrag recht substanzlos über die Bühne gehen. Aber nach 99, die (zumindest) meine internen Ansprüche erfüllt haben, ist die Nummer 100 frei für Unfug.
Tor
Jürgen Macho.
Alex Manninger.
Hans-Peter Berger.
Ich habe meinen Glauben an Helge Payer verloren, sukzessive, im Verlauf der letzten zwei Jahre.
Payer ist das Synonym für den Niedergang der grün-weißen Meistertruppe, die sich von der folgenden Champions League-Halbserie nicht mehr erholt hat, und seitdem zunehmend nur noch das spielt, was ihr aktueller Coach im Kopf hat.
Seitdem fliegt auch Payer unkontrolliert durch den Strafraum, verfehlt Flanken und wirkt wieder so klein (tormannrelationstechnisch) wie er wirklich ist; das konnte er früher durch tolle Leistungen kompensieren. Inzwischen geht sich das nimmer aus, sorry.
Da kompensiert der Rieder Berger seit Monaten kontinuierlich besser.
Meine Junioren-Hoffnungen (Özcan, Oljenik, Langer...) sind allesamt nicht aufgegangen.
Abwehr
Martin Stranzl.
Emanuel Pogatetz.
Sebastian Prödl.
Franz Schiemer. Innen.
György Garics.
Andreas Ibertsberger.
Ronald Gercaliu.
Markus Katzer. Außen.
Ergibt sich irgendwie von selbst.
Martin Hiden, Patocka, Standfest sind einfach zu sehr Holzfuß, zuwenig geeignet für internationale Aufgaben.
Die, die knapp dran sind, Ertl, vielleicht ein wieder echt fitter Feldhofer, die sind eben hintendran. Dober hat sich nicht bestätigt, Hannes Eder ist abgetaucht, und die Nachrücker (wie Hoheneder oder der hochbegabte Manuel Weber) haben noch keine Konstanz, andere (Sonnleitner) sind zurückgefallen.
Man kann nur hoffen, dass diese acht brauchbaren Charaktere fit bleiben.
Mittelfeld
Paul Scharner.
Thomas Prager.
Yüksel Sariyar.
Jürgen Säumel.
Rene Aufhauser. Defensiv.
Andi Ivanschitz.
Christoph Leitgeb.
Klaus Salmutter.
Veli Kavlak.
Zlatko Junuzovic. Offensiv.
Im Mittelfeld, dem Krisenbereich des Teams ist mir alles noch unklar. Das sind auch zumindest zwei Nominierte zuviel, aber zwei davon werden es sich nicht schaffen im Frühjahr und sich mit schlechter Form (so wie Juno und auch Veli gerade jetzt) eh selber rausnehmen.
Dazu gibt es aber eine ganze Latte an Kandidaten, die nachrücken könnte, wenn sie sich erfangen und stabilisieren. Mörz und Fuchs, Ümit und Atan, Sulimani und Lasnik, Hackmair und Klein ...
An Weissenberger glaube ich nicht mehr. Kann sich jemand noch an Markus Schopp erinnern? Lebt Kiesenebner? Kommt nicht gerade eben Sebastian Martinez zurück?
Angriff
Roland Linz.
Sanel Kuljic.
Martin Harnik.
Roman Kienast.
Mario Haas.
Auch einer oder zwei zuviel, aber auch hier: es ist ja noch Zeit.
Und: ja, Mario Haas.
Weil er - im Gegensatz zu den anderen alten Deppen, die sonst noch gefordert werden - nicht vom Spiel verlangt, dass es sich nach ihm und seiner Langsamkeit richtet (siehe Ivo, Drechsel, Didi, Baur, Kirchler, Mayrleb und all die anderen), sondern er sich in den Dienst seines jungen Teams stellt und das letzte aus sich rausholt.
Und weil er - ebenso im Gegensatz zu den anderen Gruftis - nicht abgebaut, sondern zugelegt hat, die letzten Jahre, und zwar in jeglicher Hinsicht.
Dahinter wären ja noch Marc Janko (kommt der jemals wirklich wieder?), vielleicht Arnautovic, Marko Stankovic, Hoffer, Okotie, Akagündüz, Maierhofer...
Wallner ist in der zweiten schottischen Liga gelandet, ein Trauerspiel, Wolfi Mair schafft es nicht, Pichlmann ist kaputt, Kollmann ein Schatten seiner selbst, Idrizaj sein eigener ärgster Feind ...
Das sind
jetzt 26 Spieler, also drei zuviel. Vier oder fünf werden sich verletzen oder sonstwie ins Out spielen, zwei oder drei werden sich noch reinspielen durch ein umwerfendes Frühjahr, sicher auch einer, dessen Namen jetzt gar nicht dasteht, ein Erbek oder ein Madl oder ein Zweitliga-Sencar womöglich.
Derweilen sind das 12 Legionäre (je zwei aus Italien, Eng-, Deutsch- und Griechenland, je einer aus Norwegen, Portugal, Holland und Russland) dazu je vier von Austria und Sturm, zwei von Rapid und Salzburg und je einer von Ried und Kärnten.
Wahrscheinlich wird sich der ÖFB eh nicht über Paul Scharner drübertraun, feig.
Und selbst wenn die Kraft der Coaches dafür reicht, Martin Hiden zu verabschieden, Standfest auszusortieren, das werden sie nicht bringen.
Und Payer wird auch mitfahren, wenn er sich was bricht, denn Hicke schafft es garantiert nicht "nur" zwei Rapidler aufzustellen.
Ob diese Burschen eine Chance haben, gegen Polen und Kroaten auf Augenhöhe mitzuspielen, wird nicht so sehr an der Zusammenstellung liegen, sondern von einer intensiven Vorbereitung abhängen, genauer Beschäftigung mit dem Gegner, einer ganz präzisen Arbeitsaufteilung und perfekter taktischer Einstellung, die sich aus einer tollen Schulung im Frühjahr speisen muss.
Dort lauern die echten Probleme, nicht in diesem Teamchef-Spiel hier.
Einer der taktischen Anweisungs-Zettel von Frank Rijkard für das Spiel von Barcelona gegen Espanyol.
"Xavi ist für Einwürfe, Freistöße und Ecken verantwortlich, Marquez, Milito, Touré und Bojan
Kopfballabnehmer im Strafraum, Iniesta, Messi und Gudjohnsen warten auf den Abpraller. Defensiv sichert Xavi den ersten Pfosten. Milito, Marquez, Puyol und Abidal haben fixe Gegenspieler und Touré sichert ohne Deckungsaufgaben im Strafraum ab."