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Wien | 14.10.2008 | 21:00 
Geschichten aus dem wirklichen Leben.

Rotifer, Andreas

 
 
Das Fußball-Journal 08. Eintrag 44.
 
 
 
 
Über Manfred Zsak
  den Typen, der im Alleingang die U21-Euro für Österreich vergeigt hat.
 
 
 
Manfred Zsak
  hatte sich ja - das haben die meisten bereits vergessen - im Hickersberger-Nachfolgegeplänkel selber ins Spiel gebracht, als neuer Teamtrainer
Ganz wie bei der Seilschaft Stöger-Herzog war sein Argument das des Österreichertums - was diesen Herbst ja als politisches Totschlag-Argument Gewohnheitsrecht genoß.

Er, Zsak, würde alles mitbringen, was es brauche. Wissen um den heimischen Kick (vor allem um die VIP-Räume, die Schmähs mit denen man die Mächtigen umgarnt und die Tricks mit denen man sich sp etwas wie eine internationale Weiter/Fortbildung erspart).

Als damals nicht einmal die Zucker-in-den-Arsch-Bläser, die da für Andi Herzog Partei ergriffen (die Haberer aus den Medien, und die aus der Austria-Partie) ihre Stimmen erhoben, was von Zsak nichts weiter als ein Grummeln zu hören. Denn selbst denen war klar, dass ein denkerisches Leichtgewicht ohne praktischer Erfahrung nichts dergleichen derheben wird.

Es ist ja nicht so, dass sein Versagen nicht vorauszusehen war.

 
 
Das tragische an der Sache ist aber,
  dass Zsak sich ja selber wirklich für einen guten Trainer hält.
Deshalb glaubt er auch herumschnaufen zu können, wenn einer, der deshalb ein guter Trainer ist, weil er über Jahre hin bewiesen hat, weil er bienenfleißig ist und weil er sowas wie eine Philosophie entwickelt hat, ihm nicht nur vordie Nase und somit klassisch vorgesetzt wird, sondern ihn auch noch als das betrachtet was er ist: als Lieferant für Nachwuchs.
Noch dazu, wo der, der das tut (Karel Brückner) gut drüber Bescheid weiß. Weil er nämlich selber U21-Coach war, sowohl in der alten CSSR als auch für Tschechien.

Für Zsak, der seine engere Heimat nie verlassen und somit einen internationalen Horizont hat wie das Image, das HC Strache von sich generiert, zählt das nicht. Zsak, dem man beim ÖFB die Trainer-Lizenz nachgeschmissen hat wie allen anderen verdienten Ex-Spielern, rächt sich jetzt, indem er seine Unkenntnis echten Coachings jetzt auch umsetzt. Das ist einerseits okay, weil es den Täter, den ÖFB trifft, andererseits ein Wahnsinn, weil er damit die Jungen bestraft, die sowas wie echte Führung der Marke Gludowatz/Weber/Ruttensteiner/Kronjäger/Hitzel etc brauchen anstatt angewandtem Krankltum (dem Aufblasen von Nichts) ausgesetzt zu sein.

In seinem Selbstbild aber reicht es als Ex-Teamspieler, vielfacher Meister und Krankl/Prohaska-Mitspieler bei Promi-Kicks aufzutreten um automatisch auch ein Weltklasse-Coach zu sein.

Über dieses Weltbild fährt die Eisenbahn.
Und deshalb bin ich so wütend über Peter Stöger, der mit seiner Kritik so halbert recht hat. Weil er das Weltbild der Zsaks zementiert. Dass er reicht einmal gut gewesen zu sein, halt so relativ, für Österreich.
 
 
 
Manfred Zsak
  der Typ, der beide Barrage-Spiel für die U21-EM einzig und allein durch sein Versagen verloren hat, wird das nicht verstehen, weil es nicht in sein Weltbild paßt, in dem er der alleinige Held ist, der sich maximal mit anderen Ikonen (weichgespülten Anti-Experten der Polster-Generation) mißt.
Weil er die Welt draußen nicht kennt.
Wozu auch? Der Andi Ogris und die anderen Kartendippler-Freunde kennen die ja auch nicht - und auf die kommts an im heimischen Fußball, ois kloa?

Zudem ist ihm - rein instinktiv - klar, dass die hiesige Haberer-Partie, die es wagt Karel Brückner nach einem Spiel, in dem er eine strittige Taktik verwendete, anzubrunzen, bei seiner Wiederholungs-Täterschaft milde schweigen wird. Eine Krähe hackt der anderen ja kein Auge aus.
 
 
 
Manfred Zsak
  hat bereits das Paschinger Hinspiel am Freitag glasklar vercoacht, als er nach einer 2:0 Führung den Anschlußtreffer zum Anlaß nahm sein Team zum Mauern aufzufordern und dementsprechend zu tauschen

Manfred Zsak, und sonst niemand, hat heute im herbstlichen Turku denselben Fehler nochmal gemacht. Wieder hat er ein Spiel vercoacht, eigenhändig vergeigt.

Als seine Mannschaft auswärts 1:0 führt nimmt er eine Offensivkraft vom Feld und verordnet seiner Mannschaft ein 4-3-2-1 mit sieben defensiven Akteuren, er fordert sie zum destruktiven Unfußball auf.

Als sechs Minuten nach seiner Untat dere Ausgleich fällt und alle Alarmglocken schrillen, als das österreichische Junioren-Team an Rande des technischen KO steht und dringend jemanden braucht, der etwas tut, also einen Lehrer, einen Trainer, einen Coach, tut Zsak, also, ja....

...


Nichts.
 
 
 
Zsak tut nichts.
  Zsak läßt sein Team ins 1:2 rennen, anstatt durch einen Wechsel zu verzögern, zu unterbrechen, Sand ins Getriebe zu streuen, sieht er zu wie seine Mannschaft abstinkt und untergeht.

Zsak tut nichts.

Der finnische Gegner macht das 2:1, kommt in die Verlängerung und hat ab da das Momentum auf seiner Seite gewinnt das Spiel dann, wenn auch glücklich im Elferschießen, verdient.

Weil Österreich keinen Coach hatte, sondern nur einen Zsak. Eine Typen, der nichts aus Fehlern lernt, sondern sie wieederholt. Auch zweimal hintereinander.

Und das ist kein Erst- oder Einzelfall, sondern ein Symptom.
Zsak hat eine gute Unit üpbernommen, die ihm Gludovatz und andere hinterlassen haben und sich damit durchgeschwindelt, weil die Mannschaft die selbstreinigende Substanz hatte sich in der Gruppenphase zu bewähren.

Als sie allerdings einen echten Coach gebraucht hätte - und den brauchts in so einem Ausscheidungsspiel mit Europacup-Charakter, war sie allein.
 
 
 
Das Team war alleine.
  Das ist bei erwachsenen Teams oft kein Problem. Bei einer U21, in der sehr junge Burschen stehen, allerdings schon.

Zsak hat mit seinem Team weder Elferschießen geprobt noch besprochen. Genausowenig wie die Fehler aus dem ersten Spiel - wie auch, es waren ja in erster Linie seiner.

Ich bin wütend, ja.
Nicht darüber dass diese begabte U21 es nicht geschafft hat - das kann passieren.
Ich bin wütend darüber WIE das zustandekam. Und über die Rolle eine Un-Coachs, eines Nicht-Trainers, der's in Alleinverantwortung verschissen hat. Obwohl ich mir sicher bin, dass Manfred Zsak sich immer noch für den besseren Teamtrainer hält. Weil sein Weltbild nichts anderes bereithält.

Ich würde mir wünschen, dass der ÖFB ihm nicht die Chance gibt einen weiteren Jahrgang zu verderben. Aber: obwohl man dort kapiert hat, dass heimische Seilschafts-Zöpfe abgeschnitten gehören und den Chefcoach von außerhalb geholt hatte - ich trau es den Verantwortlichen nicht zu, dass sie sich auf dem Nachwuchs-Sektor von der Plage der verantwortungslosen, karrieresüchtigen, fortbildungsresistenten Ex-Teamspieler befreien.
Schließlich war für die Entscheidung pro Brückner auch das starke Votum des Liga-Präsidenten nötig um eine Zsak-"Lösung" zu verhindern.
Und dem wird der Nachwuchs entweder wurscht sein, oder er wird nicht die Kraft haben sich hier durchzusetzen.

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