Das erste Herbst-Wochenende hatte - aus FM4-Sicht - einen Höhepunkt: das Fest in der Perle des Burgenlandes, der wunderbaren Cselley-Mühle.
Das vierte FM4 Fest war es hier, und vorher sind sie herumgestanden, die Veteranen von Mühlen- und FM4-Seite und haben die letzten drei Line-Ups zusammengekratzt und sich über legendäre und weirde Begebenheiten ausgetauscht, über Attwenger und Shy, über Maximilian Hecker und Stermann.
Und dann kam die diesjährige Auflage, ein riskantes Start-Paket mit drei Neulingen und einer im allerbesten Sinn professionellen Headlinerin.
So hat es drinnen in der Halle ausgesehen: schönes Bühnenlicht, junge Menschen, die dort oben Musik machen, das kleine FM4 Leuchtschild und eine der beiden Videowalls, deren Bilder von Video-Mann Zdeno gemixt werden.
Den Anfang machten "Side Effect", die mit dem Begriff "Pop-Punk" nichts anfangen konnten, obwohl sie genau das gespielt haben. Gut gegen die aufkommende abendliche Kälte.
Das sind die MCs von "TTC": einer mit Afro, ein Gedrungener und ein Langer. Sie sind aus Paris und haben sich auf Englisch verständigt, ihre Texte kamen aber auf französisch.
... das haben nicht alle verstanden (außer vielleicht der 'air, eau, feu, terre'-nummer) aber alle gespürt, tief drinnen, im Bauch.
Dann, gegen halb zwölf, das Highlight draußen im Hof: Grissemann und Stermann, mit einer schönen, improvisierten und der Lage angepassten Doppelconference. Und es war gar nicht so kalt, wie sie befürchtet hatten.
Direkt nach dem Hof-Ausflug spielte drinnen "Der Junge mit der Gitarre" aus Hamburg.
Die einen, die vorn standen, haben mitgesungen, die anderen, die hinten standen, waren sich nicht sicher, was sie davon zu halten hätten...
... Billy Bragg? Tilman Rossmy? Bernd Begemann? Ein Mann direkt aus dem Pudelclub?
Über den Jungen, der einen stimmigen Auftritt ablieferte, wurde diskutiert...
Dann der Höhepunkt: Fiva MC, die mit den Stücken ihres neuen Albums "Spiegelschrift" nicht nur die front row (mit Dirk S., Albert F. und Lukas T. höchst FM4-prominent besetzt) begeistern konnte...
... das ist die wahrlich authentischste und beste weibliche Stimme des deutschen HipHop - wahrscheinlich, weil sie - mit ihrem DJ Radrum - entgegen der Tendenz auf Inhalt, Improvisation und Irritation setzt.
Die Bilder hat der große Hosea Ratschiller geschossen.
Fühlt sich immer irgendwie gut an, die Cselley-Mühle.
Dank an alle, die zum Gelingen beigetragen haben, vor allem an die Marketing-Crew: Chris, Marius, Michel und Stefan.
Das nächste FM4 Fest ist im befreundeten Ausland, nach einer Wahl dort: in München, Muffathalle, 12. Oktober. Wie immer mit einem rein österreichischen Line-Up.
Dieses Jahr dann noch: Graz, Orpheum, 9.11. (fix: die "Alpine Stars") und Linz, Posthof, 7.12.
Man sieht sich.