Wie heute bekannt wurde, hat die "Wiesen Festivals and Concerts Veranstaltungs GmbH" Konkurs anmelden müssen. Laut "Wirtschaftsblatt" belaufen sich die Verbindlichkeiten - sprich: Schulden - der Wiesener auf insgesamt eineinhalb Millionen Euro. Der Masseverwalter der GmbH, Dr Willibald Stampf aus Mattersburg, kann zu diesen Zahlen in dieser Phase des Verfahrens noch keine genaue Angabe machen und verweist auf einen verbindlichen Termin nach dem 18. Dezember. Nach erster Durchsicht der Gläubigerlisten dürfte der Betrag aber vermutlich zu hoch gegriffen sein.
Naturkatastrophen als Grund
Als Gründe für den doch recht überraschenden Konkurs nennt Dr. Stampf den wetterbedingt katastrophalen August und vor allem den Murenabgang vom 28. Juni 2006, der zur Absage des voll durchgeplanten [und wohl auch schon teilweise vorfinanzierten] Forestglade Festivals geführt hatte. Obwohl das Festival wegen der Verschlammung abgesagt werden hatte müssen, waren etwa Gagen, Hotelrechnungen und Reisekosten schon bezahlt worden. Auch die regenbedingte Festivalsaison im August sei für die letztliche Insolvenz der Wiesen GmbH mitbestimmend gewesen, so Stampf.
Aus strafrechtlichen Gründen sei der Geschäftsführung zu diesem Zeitpunkt nichts anderes übrig geblieben, als den Konkurs anzumelden.
Vorsichtiger Optimismus
Als erklärtes Ziel der weiteren Vorgangsweise nennt Dr. Stampf, der in seiner Funktion als Masseverwalter die Interessen der Gläubiger vertritt, dass die Wiesen GmbH auch weiterhin handlungsfähig bleibt. Dazu, und dies sei in Arbeit, müsse der Konkurs in einen Zwangsausgleich umgewandelt werden. Wenn sich die Gläubiger darüber einig werden, kann Wiesen wieder im Veranstaltungszirkus mitmischen. Der Masseverwalter ist zuversichtlich, dass ein positiver Ausgang bereits Mitte Jänner nächsten Jahres erzielt werden könne.
Gerade rechtzeitig um mit den Vorbereitungen für eine Saison 2007 beginnen zu können.