"Immer open minded zu sein - das garantiert dir, das du immer wieder etwas entdecken wirst, was du wirklich magst." Die musikalische Offenheit hat King Britt von Kind an gelernt. Er wuchs in einer Familie von Musikern auf. In der Schule spielte er in Rockbands. Anfang der 90er Jahre gründete er dann die legendäre Funk-Band Sylk130. Dann folgten weltweite Tourneen als Live-Turntablist der Digable Planets. Als DJ hatte er schon bald den Ruf, Grenzen zu sprengen. Er rockte die HipHop-Clubs seiner Heimatstadt Philadelphia genauso wie die House-Clubs Europas und es gelang ihm, dieses Image der Offenheit und Experimentierfreudigkeit auf seine Arbeit als Producer und Remixer zu übertragen. Dutzende Musiker ließen sich von King Britt remixen, darunter zum Beispiel 4Hero, Yoko Ono oder Tori Amos. Auch die 22 Tracks von "Adventures in Lo Fi" featuren 17 Gast MCs und Sängerinnen - die meisten von ihnen ebenfalls aus Philadelphia, wie zum Beispiel der großartige Grand Agent, die Sängerinnen Bahamedia und Lady Alma, oder der Digable-Planets-Gründer Butterfly, auf diesem Album unter dem Pseudonym Cherrywine vertreten.
Lo-Fi
Die Musik im Kopf von King Britt wird erst einmal auf einem Akai MPC Sampler umgesetzt, seit Jahrzehnten bewährtes DJ-Tool legendärer HipHop-Producer wie z.B. DJ Premier. Die nächste Station ist dann King Britts Laptop. Auf dem wurden nämlich nahezu alle Albumtracks gemischt - daher auch der Name "Adventures in Lo-Fi" für das Album. "Mit Lo-Fi als Gegenteil von Hi-Fi ist gemeint, dass der Sound raw ist."
Bei King Britt erfährt ein harter HipHop-Track wie "Apollo Creed" noch mehr Spannung, indem er durch einen souligen Vocal-Hook geschmückt wird. Hier wird der Deep-House-Einfluss vielleicht am deutlichsten. Und das ist auch das Geheimnis von "Adventures in Lo-Fi": es funktioniert auf der Tanzfläche genauso wie im Auto oder beim Chillen zu Hause, ohne dabei aber wie Kraut und Rüben zu klingen. King Britt spannt auf "Adventures in Lo-Fi" einen musikalischen Bogen von Funk und Soul über die Oldschool des HipHop, hin zu New School Rap und ein bisschen Electro, und er bringt es fertig, das Album trotz seiner stilistischen Vielfalt und trotz der unglaublichen Zahl von Gast-Vokalisten wie aus einem Guss klingen zu lassen.
Kein Kitsch
Miss Saigon ist eine der grandiosen Sängerinnen, deren Stimmen den Adventures in Lo-Fi ihre Magie verleihen. Saigon ist geboren in Vietnam, lebt in Philadpelhia und singt auf französisch. "Che Sara Sara" ist ein Song über zerbrochene Liebe, aber völlig ohne Kitsch. Ein an Marschmusik erinnernder Beat groovt dahin und drückt die Stärke der Frau aus, mit der sie sich den eben erlittenen Verletzungen stellt. Diese organische Verbindung aus Text und Musik zieht sich durch das Album wie ein roter Faden. Die Experimentierfreudigkeit King Britts drückt sich nicht nur in der stilistischen Vielfalt des neuen Albums aus, sondern auch im Spiel mit der Technik. Den Refrain von Nu Concepts zum Beispiel könnte man beim ersten mal Hinhören vielleicht für einen Vocoder halten, aber weit gefehlt: es handelt sich um die Sprachausgabe von "Simple Text", einem einfachen Stimmsynthesizer, der mit dem Betriebssytstem von Macintosh-Computern ausgeliefert wird.
title: Adventures In Lo-Fi artist: King Britt length: 1:18 MP3 (944KB) | WMA