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Wien | 4.7.2003 | 18:19 
Bits, Beats and Breaks.

Gerlinde, Glashuettner, Trishes

 
 
Prime Cuts: Gang Starr - 'The Ownerz'
  Lasst mich Gang Starr einmal so definieren: Einfachheit, die auf Grund ihrer Klarheit und Präzision funktioniert. Minimalismus, der dazu dient, die Perfektion von Timing und Groove zu betonen. Wenn eine Band sechs Alben draußen hat und seit 14 Jahren unterwegs ist, ohne dabei jemals Platin zu verkaufen - dann kann man eine gewisse Gefahr der Abnützung meistens nicht wegleugnen. Nicht so bei Guru und Premier, den Meistern der Monotonie. Sie haben ihr eigenes Universum geschaffen.
 
 
Kämpfen oder untergehen
  Was Plattenfirmen angeht, sind Gang Starr ja gebrandmarkt - insgesamt arbeiten sie schon mit der fünften zusammen. Bei ihrem ersten Label Wild Pitch wurde die Band um Geld betrogen. Andere Firmen kündigtenm für die Künstler wichtige Mitarbeiter während der "heißen" Promotion-Phase. Eigentlich ganz übliche, weit verbreitete Musikerschicksale. Bei EMI sind Gang Starr jetzt auf einem Pop- und Rock-Label gelandet - vielleicht ein bisschen seltsam, denn gegen Gold und Platin hätte die Band zwar nichts einzuwenden, aber es gehört nicht zu ihrem höchsten Ziel. So werfen die beiden halt in den letzten Wochen der (verlängerten) Produktion noch den gesamten Marketingplan um und fordern die Erfüllung vertraglicher Vereinbarungen vehement ein. "Viele Künstler sitzen einfach nur rum, wenn sie beschissen werden. Mit uns geht das nicht. Du wirst zum Businessmann, oder du gehst unter."

 Gang Starr
 
 
  Insgesamt dauerte es seit "Moment of Truth" vier Jahre bis zu "The Ownerz". Allerdings gab es in der Zwischenzeit ja auch viele andere Produktionen von Guru und DJ Premier mit anderen Musikern und MCs (z.B. den für Premo ungewohnt lustigen "Batman"-Track auf dem letzten Snoop Dogg Album).
 
 
 
Echter New York HipHop
  Die Klarheit des künstlerischen Statements, die durch Gurus und Premiers Minimalismus herborgehoben wird, ist auch als Gegenmodell zu verstehen. Zwar mögen Gang Starr auch Jay-Z, Eminem oder Missy Eliott, doch "echter New York HipHop" wäre das eben nicht. Der komme vor allem von Gang Starr, betont Guru bei jeder Gelegenheit, sowohl im Interview, als auch auf der Platte. Guru führt einen Kampf mit feiner Klinge, denn in seinen Battletexten verliert er sich niemals darin, andere Künstler namentlich zu dissen. "Ich mache keine Promotion für die MCs, die ich kritisiere." (Die leicht inflationären Bitches, Hoes, Punk Asses und Faggots werden mit strangen Synth-Sounds selbst zensiert. Die gibt's allerdings live zu hören und auf Lyrics-Websites nachzulesen.)

 
 
Peace Of Mine
  Als Hörprobe zu "The Ownerz" möchte ich den Track "Peace Of Mine" empfehlen. Premier hat eine Sample-Hook zusammengebastelt, der niemals langweilig wird - wieder einmal ein Beweis, wie sehr ein einziges Loop einen Rap-Song tragen kann. Guru disst Thugs und Gangster, und er spricht über aktuelle Todesfälle sowie seine Rolle im HipHop. Zweimal der Satz: "The mind is a terrible thing to waste".
 

 
audio
 
title: Peace Of Mine
artist: Gang Starr
length: 0:30
MP3 (363KB) | WMA
   
 
 
Elder Statesman?
  Als "Elder Statesman" des HipHop will sich Guru aber trotzdem nicht sehen, denn er könne mit den Jungspunden ja immer noch mithalten bzw. sie übertrumpfen. Um sich weiterhin der jungen Competition stellen zu können, hat Guru vor vier Monaten übrigens dem Alkohol abgeschworen. Um andere gefährliche Angewohnheiten bzw. Süchte geht es im Albumtrack "Deadly Habitz".
Liebe Gäste gibt es bei "The Ownerz" auch. Snoop Dogg etwa, M.O.P. oder Freddie Foxxx. Genug der Worte - HipHop-Fans bestellen sich die Platte sowieso. Alle anderen werden durch sie vielleicht zu Fans.


 
audio
 
title: The Ownerz - [Skip Through]
artist: Gang Starr
length: 1:09
MP3 (836KB) | WMA
   
fm4 links
  fm4.orf.at/primecuts

www.gangstarronline.com
   
 
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