Seit Jänner 2003 gibt es für ungewollt schwangere Frauen die Möglichkeit, in städtischen Krankenhäusern in Wien einen Schwangerschaftsabbruch durchführen zu lassen.
Seit 1975 ist durch die Fristenregelung in Österreich der Abbruch einer Schwangerschaft bis zum 3. Monat straffrei gestellt - jedoch sind die Möglichkeiten, dies durchführen zu lassen, gering.
Österreichweit werden Schwangerschaftsabbrüche von ÄrztInnen, in Ambulatorien auch in einigen Krankenhäusern durchgeführt, dennoch sind die Möglichkeiten - vor allem in den Bundesländern - eher gering. In Wien ist das Ambulatorium am Fleischmarkt eine Anlaufstelle - genauso wie die Mairo-Klinik.
In den Krankenhäusern der Stadt Wien war es Frauen schon bisher möglich, stationär einen Schwangerschaftsabbruch durchführen zu lassen - da mussten Frauen allerdings, aufgrund des Aufenthalts von ein bis zwei Tagen, zwischen 674 und 936 EURO zahlen.
Seit Anfang Jänner 2003 wurde nun zumindest in Wien etwas an dieser Situation geändert. Nach einem Gemeinderatsbeschluss, dem alle vier vertretenen Parteien, also neben SPÖ und Grünen überraschenderweise auch FPÖ und ÖVP zugestimmt haben, werden ambulante und dadurch günstigere Schwangerschaftsabbrüche in fünf Wiener Spitälern des Krankenanstaltenverbunds durchgeführt. Kostenpunkt dabei: 274,91 EURO.
Es soll nicht darum gehen, "Abtreibungen zu Dumpingpreisen" anzubieten, wie KritikerInnen der Aktion Leben sehen - vielmehr sollen mit dieser Neuregelung und den fünf Ambulanzen Anlaufstellen für Beratung, Information - und im Ernstfall eben auch Behandlung angeboten werden.
Die Wiener Gesundheitsstadträtin Elisabeth Pittermann (SPÖ) legt darauf wert, dass Frauen, die ungewollt schwanger sind, Hilfestellung angeboten wird - und sie ohne gesundheitliche Risken "all das, was nötig ist" überstehen.