Der weite Weg hat sich gelohnt. Das Strombauamt in Greifenstein ist als Location wirklich kaum zu überbieten. Keine Nachbarn weit und breit, niemand, der sich beschweren könnte. Hier hat dieser Tage das allererste temp~ Festival für elektronische Musik aus Österreich stattgefunden. Das Stell-Dich-Ein der Soundbastler, Freaks und Liebhaber verfrickelter Beats.
Tag 1, Freitag
Im frisch ausgebauten Innenhof des Strombauamtes war Floor No.1 für die Live-Acts aufgebaut. Im Inneren des vierkantähnlichen Hofs waren Floor 2 und 3 mit Drum'n'Bass, Minmal und Electro zu finden.
Der Fette König hatte die Ehre, das temp~ mit seinem Live-Setup zu eröffnen. Sehr zögerlich haben sich die Hallen des temp~ gefüllt. Die Besucher waren noch ein wenig scheu. Als 'plushtones' haben dann auch wir unsere Ambient-Frickelbeats unter die Leute gebracht.
Mieze Medusa und tenderboy, 'Marc Mnemonic', die Multimedia-Performance von 'Das Fleisch mit Begleitung', die aktionistische Performance von Phantomschmerz und zu guter Letzt noch Roland von der Aist haben den Hof gerockt.
Nicht zu vergessen: Die vielen D- und VJs (sorry, aber es sind sooo viele, daher würde eine komplette Aufzählung den Rahmen sprengen).
irradiation, Georg von IMPEROMON und DJ Barbara Schlachter-Delgado freuen sich über die ankommenden Scharen von Besuchern.
Tag 2, Samstag
Die ersten waren schon gezeichnet von der anstrengenden Nacht bzw. von der früh aufgehenden Sonne, die das Langschlafen im Zelt unmöglich gemacht hat. Erfrischt vom Baden in der Donau haben wir uns dann der zweiten elektronischen Nacht am temp~ gestellt.
Die Sonne scheint und das passt dem Computermusiker nur bedingt. Er ist ein Schattengewächs. In der Sonne sieht er seinen Bildschirm nicht und kann nicht agieren. Ihm oder - doch auch schon des öfteren - ihr sind somit quasi die Hände gebunden. Die Live-Acts wurden aufgrund des Sonnenstands am Samstag um eine Stunde verschoben, damit auch von den Visuals mehr zu sehen war. Dann waren alle zufrieden. Die Bildschirme waren gut sichtbar.
IMPEROMON - auf ins Reich der Pokémon!
Kelvin Raah, laut Selbstdefinition ein "Urgestein der Elektronikszene", der ein jazzig angehauchtes Set abgeliefert hat: wirklich superfein und doch tanzbar
Drum'n'Bass in Reinkultur. Nur mit Drumcomputer und MIDI-Zusätzen hat phish die Leute in Bewegung gebracht. Unterstützung hatte er von MC Wan. Die Visuals von Kushima waren perfekt auf den Style und die Beats abgestimmt.
Bei phish konnten sich die BesucherInnen dann doch nicht mehr auf den Bänken halten. Alle möglichen und unmöglichen Verrenkungen waren da zu beobachten.
550 rondy, DIE oder besser gesagt EINER der Headliner am Samstagabend. Hier im Bild zu sehen: Catharina mit Flasche und Matthias an den Noise- und FX-Gerätschaften.
Catharina mit Bassist Martin am Fast-Ende eines gelungenen Live-Acts.
'Audiounderwear': Die coolen Entertainer à la Louie Austen. Interessante Performance, nur nach den vielen Live-Acts ein bisschen zu lang.
Audiounderwear enttarnt
Lange Gesichter vor der Hauptbühne nach den Live-Acts. Drinnen gab's aber noch genug akustische Verpflegung bis um 6 Uhr Früh.