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  Österreich | 4.5.2004 | 10:32   

 
 
Crossing Europe - Part 2
  von Petra Erdmann
 
 
 
Arbeitswelten im (un)vereinten Europa
  New Economy, Mac- und Migrantinnen-Jobs: Schlagwörter und (un)soziale Wirklichkeiten, die in einem (un)vereinten Europa an der Tagesordnung stehen. Mit dem Schwerpunkt 'Arbeitswelten' setzt sich 'Crossing Europe' mit zeitgenössischen Arbeitsverhältnissen auseinander und startet eine filmische Hinterfragung dieser. Zusammengestellt hat die Reihe das Kollektiv 'Kino Real'.
 
 
 
Dunkler Lippenstift macht seriöser
  Filmtitel wie 'Dunkler Lippenstift macht seriöser' von Karin Rothe illustrieren ganz gut wo's langgeht. Das Recht auf Arbeit kann heute am besten mit schauerlicher Selbstvermarktungsstrategie erworben werden: Anne und Silke sind Ende zwanzig und haben beide einen Universitätsabschluss. Die eine ist Diplomkauffrau, die andere Designerin. Die Momente, die engagierte und gutvorbereitete Twens während ihrer Vorstellungstour erleben, hat Regisseurin Rothe absurd in eine Art Doku-Soap gepackt. Unfreundliche, ausbeuterische Anfragen von Personalchefs, die von der Kamera nicht begleitet werden konnten, werden u.a. durch lustige Animationen nachstellt. Das "perfekte" Bewerbungsgespräch gerät zur Farce und Frustration gleichermaßen.

 'Dunkler Lippenstift macht seriöser'
 
 
Die Regiekaliber am Rande des Festivals
  Nennen wir sie mal pauschal die jungen Barbara Alberts dieses Kontinents, die 'Crossing Europe' letztlich dominieren werden: die Regisseure, die nicht selten plus/minus 30 Jahre alt sind. Die neuesten Arbeiten einiger 'big player' oder etablierter Arthouse-Lieblinge dieses Kontinents machen den geringen Teil des Festivals aus. Einerseits "unbewusst", erklärt Festivalleiterin Christine Dollhofer ihre kuratorische Linie, um dann doch bewusst von der Wichtigkeit zu sprechen, "die Filmemacherinnen vor Ort zu haben". Denn ein Pedro Almodovar beispielsweise wird mit einem neuen Film lieber Cannes als Linz besuchen. Aber aus der (Star-)Not eine (Kompromiss-)Tugend zu machen, liegt dem Programm von 'Crossing Europe' fern.
 
 
 
Rohe Gewalt von Bruno Dumont
  Ich freue mich besonders auf 'Twenty Nine Palms' von Bruno Dumont: Ein amerikanischer Fotograf und seine französische Freundin werden in der Wüste auf sich selbst und ihr Beziehungs-Inferno zurückgeworfen. "I didn't want to make a mediative film, but rather one driven by engery and violence" hat Bruno Dumont über 'Twenty Nine Palms' gesagt, den er selbst als 'film froid' bezeichnet hat.

'Twenty Nine Palms', ein Ort nahe 'Zabriskie Point', verbirgt eine Anspielung auf Michel Angelo Antonios Klassiker, einem Porträt eines ideologischen Wasteland-Amerika der 60er Jahre. Und wer je in den Genuss gekommen ist, in die implodierenden Psychen der Protagonisten des französischen Regisseurs Dumont einzutauchen, kann sich schon jetzt auf einen Härtetest in Sachen Beklemmung gefasst machen. Ich erinnere nur an die melancholische Figur aus 'L'humanité': Ein bei Muttern wohnender Polizist, der während einer Untersuchung an einem Mädchenmord an seiner Gefühlskälte zu grunde geht.

 'Twentynine Palms'
 
 
Lars von Trier rules
  Der (dogma)regelbesessene Däne Lars von Trier ist in Linz mit 'De fem benspaend' vertreten: Einer seiner Lieblingsfilme ist der Dokumentarfilm 'det perfekte menneske' (der perfekte Mensch) von Regisseur Jorgen Leth. Lars von Trier hat Leth gebeten, von seinem Werk aus dem Jahr 1967 fünf remakes zu machen. Die Vorgaben dazu, etwa, einen Animationsfilm machen oder den unangenehmsten Drehort der Welt zu drehen, kommen vom Despoten Trier.


 Lars von Trier - neues Regelwerk
 
 
CROSSING EUROPE
  wird heute (4. Mai) auf dem Arenaplatz vor dem dem O.K. mit der Dokumentation 'Über eine Straße' eröffnet.

20.30 Uhr, Eintritt frei!
 
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  Crossing Europe - Part 1

crossingeurope.at
Infos über Programm und Tickets
   
 
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