Tausende AktivistInnen pilgern dieser Tage nach Linz zum zweiten österreichischen Sozialforum. Eine andere Welt ist möglich! lautet der Slogan der globalen Sozialforenbewegung, die 2001 in Porto Allegre beim ersten World Social Forum mit 30.000 TeilnehmerInnen begann. Seit damals gibt es die weltweiten Foren jährlich. Kontinentale - etwa das Europäische Sozialforum - und nationale Foren sprießen aus dem Boden.
Gegen Neoliberalismus
'Nachhaltige Entwicklung und faire Wirtschaftsbeziehungen statt Neoliberalismus und grenzenlose Privatisierung, Friede und Solidarität statt Ausgrenzung, gerechter Besitzausgleich und Umverteilung zwischen dem Reichtum im Norden und der Armut im Süden', dafür engagiert sich das Austrian Social Forum. Letztes Jahr war die Premiere für das österreichische Forum in Hallein auf der Pernerinsel. In 110 Veranstaltungen, Workshops, Vorträgen, Aktionen usw. ging es darum, eine andere Welt durch Vernetzung und Aktionismus zu verwirklichen. Heuer sind es in Linz schon 250 Veranstaltungen, noch gar nicht mitgerechnet die Kunst- und Kulturevents. Von Bildung über Migration, Rassismus, Terror, Feminismus, ArbeitnehmerInnerechte über Wirtschaftspolitik bis zur Ökologie - all das bearbeiten die TeilnehmerInnen diese Tage in verschiedenen öffentlichen Räumlichkeiten der oberösterreichischen Landeshauptstadt.
Steuereintreibungsdemo am Freitag
Als wesentlichen Schalthebel für eine sozial gerechtere Welt sehen AlterglobalisiererInnen (lt. alter = anders) die weltweite Schließung von Steueroasen. Globale Besteuerung von Kapitalflüssen, Vermögen oder Gewinn würden sämtlichen Sozialstaatsprobelmen ein Ende bereiten. Sparpakete und die zunemehmde Verteuerung von Arbeitskräften wären überflüssig. Deshalb veranstalten die ASF-TeilnehmerInnen am Freitag Nachmittag eine Steuereintreibungsdemo.
Alternative Kultur
Wie letztes Jahr findet auch heuer parallel zum ASF, die Normale, das Festival mit Filmen und Dokus zu sozialforenrelevanten Themen statt: Ein Beitrag über die problematische Privatisierung des Wassers, Dokus über andere Sozialforen oder Musikvideos mit politischen Aussagen werden für jedermann/jederfrau bei freiem Eintritt in einem Medienzelt in der Innenstadt, an der Kunstuni Linz oder bei Transpublic auf die Leinwand projiziert.
Täglich gibt es abendliche Musikveranstaltungen unterschiedlichster Art. Donnerstag abend küren ASF- TeilnehmerInnen in der Stadtwerkstatt aus mehreren Bewerbungen den Alternative Song, der inhaltlich die Prinzipien der Sozialforen widerspiegelt
Beim finalen Open Air Konzert Samstag abend am Linzer Hauptplatz tritt auch I-Wolf auf.