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  Österreich | 13.10.2004 | 16:01   

 
 
Teitur
  von Eva Umbauer
 
 
 
  Lang, lang ist's her, und trotzdem ist es wie eingebrannt in unsere Gehirne: Österreich verliert 1990 im Fußball auf den Färöer Inseln 0:1 und vergibt die EM-Qualifikationschance. Josef Hickersberger tritt zurück.

Als Teitur Larsen das FM4 Studio betritt und seine Gitarre zur Seite stellt, grinst er erst mal übers ganze Gesicht und murmelt was von "Wir Färöer und ihr Österreicher, wir haben ja so etwas wie eine ganz besondere Beziehung". - Aber klar, wir wissen noch, worauf er anspielt.

 
 
Klare Seeluft, tosende Brandung
  ... und die Schreie der Möwen. Wunderhübsche kleine Dörfer mit bunten Holzhäusern - skandinavisch eben, aber doch auch von der Nähe zu Großbritannien geprägt. Die Färöer sind Nachbarinseln der Shetlands und der Orkneys, auf die es ja so manchen Schottland Urlauber verschlägt. Aber die Färöer, nördlich von Schottland und südöstlich von Island gelegen, gehören zu Dänemark.

Mit 17 zog Teitur Larsen auch von den Färöern nach Kopenhagen, weil das eben für ihn am naheliegendsten war. Von dort aber ging es schon recht bald ab nach New York, wo Teitur mit seiner Gitarre als filigraner und gleichzeitig ziemlich dynamischer Singer-Songwriter entdeckt wurde, und wo er dann etwa auch schon zusammen mit der Liedermacher-Ikone Suzanne Vega auftrat. Was für eine Chance für einen Färöer-Musik-Buben.
 
 
 
Bild: faroe-islands.de
 
 
Exoten-Bonus
  Von den Färöer Inseln - einem wahren Paradies für Naturfreaks, inklusive der höchsten Steilklippe Europas - zu kommen, sieht Teitur vielmehr als etwas Positives an denn als etwas irgendwie Seltsames. Einen gewissen "Exoten-Bonus", der bei Teiturs Herkunft nun mal im internationalen Musikgeschäft da ist - kann man ja auch durchaus für sich und eine Karriere nutzen, das hat der 25-jährige Teitur während seiner Wanderjahre erfahren.

Auch wenn die Färöer geographisch etwas entlegen sind, Flüge nach Dänemark gibt es täglich, und auch die London-Verbindungen mit dem Flugzeug sind nicht so schlecht. Das Wort "Flugzeug" kommt auch im Albumtitel und in den Songs von Teitur vor. Das kommt nicht von ungefähr, sind die Songs des jungen Skandinaviers doch zum Großteil sehnsuchtsvolle moderne Reise- und Wanderlieder.

Teitur Larsen lebt zur Zeit in London, wo es eine kleine Färöer-Gemeinde gibt, in den Sommermonaten und an den Weihnachtsfeiertagen versucht er aber nach wie vor, soviel Zeit wie möglich zuhause auf den Färöer Inseln zu verbringen. Traditionelles Chorsingen - die musikalische Spezialität der Färöer - ist genauso eine musikalische Grundinspiration von Teitur wie internationale Singer-Songwriter oder auch der eine oder andere sensible Elektroniker.
 
 
 
Bild: faroe-islands.de
 
 
Abwandern? Nicht unbedingt, aber wenn ja, wohin?
  Wer als junger Färöer-Bewohner nicht eine/r der 45.000 Insel-Einwohner bleiben will, oder zumindest eine Zeit wo anders leben möchte, der/die geht vorzugsweise nach Dänemark oder Großbritannien, aber, so erzählt Teitur, immer mehr junge Menschen von den Färöern zieht es heute nach Norwegen oder nach Island.

Teitur singt auf Englisch, aber bei Konzerten überkommt es ihn gelegentlich und es gibt eine Zugabe (oder gleich mehrere) in der alten nordischen Sprache der Färöer, in der er auch irgendwann einmal aufnehmen möchte.
 
 
 
Poetry And Aeroplanes
  Teiturs aktuelles Album "Poetry And Aeroplanes" ist bei Universal Music erschienen.

Für Reisen auf die Färöer Inseln wendet ihr euch am besten ans Reisebüro eures Vertrauens, oder fliegt einfach von Kopenhagen aus auf die Inseln und erkundet die dann in Eigenregie - aber bitte Vorsicht vor den Steilwänden, der tobenden Wut des nordischen Meeres und dem dichten Nebel! Und nicht vergessen: nebst der CD von Teitur im Discman, absolut wasserdichte Wanderschuhe und wind- und wetterfeste Kleidung, dann steht dem Insel-Vergnügen nichts mehr im Weg.

fm4 links
  www.teitur.com
   
 
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