fm4.ORF.at ORF.at login
StreamPodcastsMail an FM4
zurück zur TitelseiteSOUNDPARK - Your Place for Homegrown MusicSTATION - alles rund um den RadiosendernotesCHAT
  Österreich | 20.4.2005 | 17:47   

 
 
Videomagazin - Trashfilm-datenbank - Politdokus
  von Veronika Weidinger

In Berlin - dafür steht das "b" in "kanalb" - haben vor ein paar Jahren einige Leute aus dem Kunstkontext die Videoclip-seite kanal.b gegründet und stellen seither auf der Website kurze Videos online. Kanalb erstetzt herkömmliches Fernsehen, so lautet der Slogan.
 
 
 
  Auf kanalb gibt es globalisierungskritische Dokus aus Argentinien genauso wie Videos von den Protesten gegen IWF und Weltbank in Prag 2000 - und, für mich am eindrucksvollsten, die 30 Minuten über die G8-Proteste in Genua 2001, die jene Sicht auf die Demos und das Vorgehen der Polizei zeigen, die in den Massenmedien eher ausgespart worden ist: AktivistInnen, die ihre Panik schildern, wie die Polizei nächstens die Diaz-Schule stürmt, wahllos auf DemonstrantInnen einprügelt, von den Ereignissen rund um den Tod Carlo Giulianis.

 
 
austria.kanalb
  Diese Genua-Doku hat vor mittlerweile drei Jahren auch Flo beeindruckt. Kurz nachdem er kanalb entdeckt hat, kauft er sich schon seine erste Kamera, zum ersten Mal filmt er bei den WEF-Demos in Salzburg, Unterstützung und Hilfe beim Schnitt bekommt er von den kanalbs in Berlin.

Heute stellt Flo gemeinsam mit anderen VideoaktivistInnen regelmäßig Kurzdokus aus Österreich auf kanalb.at online.

Oft dokumentieren die kanalb-Teams diverse Demonstrationen - gegen die laufende Bildungspolitik, gegen Rassismus, die FreeRepublic-Parade oder Aktionen der "Freiraumbewegung", etwa die letzten, kurzen Hausbesetzungen in Wien. Gefilmt und interviewt wird aber auch bei Streiks, bei der AUA genauso wie bei dem der FahrradbotInnen von Veloce.

Das "b" in kanalb steht nicht nur für Berlin, sondern auch für die B-Seite, für Gegenöffentlichkeit und Gegenkultur, sofern man die A-Seite als den hegemonialen Diskurs versteht, der über die Massenmedien ausgetragen wird. "Radikalanspruch - einer, der mitteilen soll, man soll aufstehen und sich nicht alles gefallen lassen und durchaus selber was machen.", so Flo.

 
 
Finanzierung aus eigener Tasche
  Während das Berliner Kollektiv schon eine gute und vor allem sich selbst finanzierende Form des Videovertriebs organisiert hat, finanzieren sich Flo und KonsortInnen Kameras, Mikro, Kassetten und Server zur Gänze aus eigener Tasche - bzw. versuchen seit einiger Zeit über Abos an Geld zu kommen.

Um das zu forcieren, ist Kanalb.at auch grade dabei, sich zu einer Plattform für Kurzfilme, Animationen und Musikvideos zu entwickeln - nicht nur, aber auch, um damit den Kreis von Leuten zu erweitern, die ihre Videos online stellen wollen. Aber was wird überhaupt online gestellt? Flo meint dazu:"Es muss gefallen und es darf nicht fad sein - es gibt auch so Demo-Videos, die 12 Minuten lang sind und wo man einschläft. Es soll möglichst inhaltsvoll sein, so dass sich das Downloaden überhaupt auszahlt, weil das ja doch auch immer noch ein Faktor ist."
 
 
 
Kanalb feiert
  Kanalb feiert Donnerstag (21.4.) Abend im Wiener Tüwi gemeinsam mit den FreundInnen von united.aliensTV das "Geh-Danke-Ja(hr.)" Fest mit exzessivem Videodoku-Konsum und ist auch am Freitag bei der Diskussionsveranstaltung "Berichterstattung von unten" im Wiener Depot präsent, u.a. gemeinsam mit indymedia.at.

 
back
 Übersicht: Alle ORF-Angebote auf einen Blick