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  Österreich | 17.6.2005 | 15:57   

 
 
On and on - add on..
  von Veronika Weidinger

In fremde Wohnungen reinschauen, wenn ich mit der U6 des nächtens am Gürtel entlang fahre - super Sache. Auch von meiner Wohnung aus kann ich ins Haus schräg gegenüber reinlugen, und bin gleichzeitig froh, selbst kein direktes Gegenüber zu haben. Ähnlich geht es vielleicht den Leuten, die am Wallensteinplatz im 20. Wiener Gemeindebezirk wohnen - bis jetzt. Denn da steht nun das bis zu 20 m hohe Gerüst "add on 20 Höhenmeter" vor ihrer Haustür und ermöglicht wunderbare Aus- und eben auch Einblicke in die umliegende Stadtlandschaft. Das Aussichtsgelände bedient aber nicht nur den passiven Spaß beim voyeuristischen Zuschauen, sondern "add on" vermischt selbst die Grenzen und öffentlich und privat, stellt damit selbst zur Schau, spielt mit dem Rückzug ins traute Heim und führt ihn ad absurdum.

 
 
 
Multifunktional
  "Add on" ist das neue Projekt der ArchitektInnen Peter Fattinger, Veronika Orsa und Michael Rieper. WiederholungstäterInnen, denn bereits mehrmals haben sie gemeinsam mit StudentInnen der TU auf Praxis gesetzt und im Rahmen von Lehrveranstaltungen multifunktionale Teile für den öffentlichen Raum geplant, gebaut - und auch benutzt. Denn zu tun war in diesen Räumen immer was: auflegen und trinken im Keks, wohnen in der Grazer-Fassade. In "add on" kulminieren nun so ziemlich alle Möglichkeiten zur Bedürfnissbefriedigung: schlafen, essen, duschen, pinkeln, rekreieren, plaudern, kaufen, whirlpoolen und auch bergsteigen ist drin.

 
 
Sehen und Gesehenwerden
  Die Nasszelle, geschätzte drei Meter über dem Wallensteinplatz montiert, ist mit Dusche, Waschbecken und Klo funktionstüchtig und Teil jener Modulanlage, welche TU-StudentInnen für das Artist in Residence Projekt geplant und gebaut haben. Funktionseinheiten wie Single und King-Size Schlafboxen oder eine kleine Küchenzeile, machen es den KünstlerInnen möglich, hier zu wohnen. Dem Blick auf ihre temporäre Arbeitsstätte, den "add on"- Turm kommen sie hier genauso wenig aus, wie der Situation, selbst ständig unter Beobachtung zu stehen: sehen und gesehen werden.

Das gilt auch für jene BesucherInnen, die "add on" für sich erklimmen. Denn jede Ebene dieses bis zu 20m hohen Baugerüstturms ist als jeweils eigenständige Funktionseinheit angelegt: eine Bar und einige blaue Bank-Tisch Kombinationen bilden die Werkskantine, ganz oben gibt's ein Selbstbedingungs-Mini-Cafehaus, zwischendrin ist die Wuzel-Tisch-Plattform montiert, wenige Meter weiter die Recreation-Area mit Whirpool, in dem sich's mit Ausblick auf das Treibhaus daneben und den Garten darunter wunderbar entspannen lässt. Als wär er zufällig reingefahren und hängengeblieben macht ein alter Wohnwagen die "add on" Hausmeisterwohnung und auch das Musikzimmer hängt aus dem Gerüst, wie eine mit Diskokugeln überzogene DJ-Kanzel.
 
 
 
 
 
  Wer nicht unbedingt schwindelfrei ist, kann "add on" auch von unten bestaunen - wo mit Info-Kiosk, dem Schau- bzw. Kaufcontainer (Gegenalltag und cheap sind da) und der Bühne in den nächsten Wochen auch einiges los ist.

Das begehbare Environment "add on" ist ab heute, Freitag bis Ende Juli täglich ab 10.00 bis Mitternacht geöffnet.
 
 
 
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  www.add-on.at
   
 
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