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  Österreich | 1.10.2006 | 11:16   

 
 
Wortlaut 06: Das Fest und ein neues Buch
  Das Schönste kommt zum Schluss: Am Ende eines Wortlaut-Jahres, das redaktionell im Jänner beginnt und Anfang Oktober endet, steht das traditionelle Abschlussfest in der Ottakringer Brauerei in Wien.

Es ist der große Abend der GewinnerInnen, die ihre prämierten Texte zum ersten Mal vor zahlreich erschienenem Publikum lesen. Es ist der Abend des Kennenlernens, der Freude, des Kontakteknüpfens.
Zuvor aber: Tonprobe, Ablaufcheck, Aufbau, Übersicht bewahren. Anspannung und Entspannung liegen nahe beieinander.

Auf der Organisatorenseite die Frage: "Haben wir auch wirklich nichts vergessen?" (Nein, haben wir nicht.) Auf der Gewinerinnenseite: "Lese ich eh nicht zu schnell?" (Nein, alles wunderbar.)

Während die letzten Handgriffe vor dem Einlass erledigt werden, Kabel eingesteckt werden, Nägel in die hartnäckigen Wände des Hefebodens geschlagen werden, landet beinahe unbemerkt ein weiterer Hauptdarsteller im Saal: druckfrisch, in schützender Plastikhülle eingeschweißt, liegt nun "Wortlaut 06. Lichter", der Sammelband mit den besten zehn Kurzgeschichten vor uns.

Und spätestens hier mischt sich in die aufgescheuchte Prä-Party-Stimmung auch ein bisschen Wehmut: jetzt ist es vorbei, für heuer.
Aber wie heißt es so schön: Nach dem Wortlaut ist vor dem Wortlaut.
Soviel steht fest.
Über die Details reden wir dann im neuen Jahr.
 
 
 
Das Fest
 
 
 
 
Jurysprecher Robert Rotifer erklärt im Gespräch mit Moderator Gerald Votava, wie er sich an die schwierige Beurteilung der Kurzgeschichten herangetastet hat und wie es zum Ergebnis gekommen ist.
 
 
Gerald Votava überreicht der Drittplatzierten Annett Krendlesberger den (symbolischen) Scheck über ihr Preisgeld.
 
 
Annetts Geschichte "inseltreiben." demonstriert die Ohnmacht eines jungen Mädchens. Der Onkel überschreitet die Grenzen der Intimsphäre, ein Daumen tastet Stellen, an denen er nichts zu tasten hat. Wenn am Ende der Dackel sein eigenes Erbrochenes frisst, wird ohne große Worte die Idylle in den Dünen endgültig zerstört.
 
 
19 Jahre jung ist die zweite Gewinnerin von Wortlaut 06, aber von Nervosität oder Magenflattern ist bei ihr nichts zu spüren. Cornelia schreibt seit ihrem 13. Lebensjahr, sowohl Lyrik als auch Prosa. Auftritte vor großem Publikum ist sie gewöhnt: erst letzten Freitag hat sie an einer dreistündigen Leseperformance in Niederösterreich teilgenommen. Ein Profi, also, mit einer großen Zukunft, trauen wir uns zu behaupten.
Cornelia Travniceks Text "Wie ein Mixtape von Thomas Kunst" - "übrigens der einzige Text hier, der sich von seinen Referenzen her als Pop-Schreibe bezeichnen ließe" (Zitat Rotifer) - kommt beim Publikum sehr gut an, was sich in minutenlangem Applaus niederschlägt.
 
 
Nonchalante Schlagfertigkeit hatte die Gewinnerin von Wortlaut 06, Yvonne Giedenbacher, bereits am Samstag Nachmittag in der Connected-Spezialsendung bewiesen. Der Auftritt in der Brauerei wirkte dann folgerichtig wie ein Heimspiel. Yvonne war vor zwei Jahren bereits unter den Top 10 von Wortlaut - "dann wird´s eh Zeit, dass du die Auszeichnung endlich kriegst" (Zitat Gerald Votava).
"badeschluss, zurück und retour" erhielt mit großem Abstand die Höchstpunktezahl der Juroren. Und mit was? Mit Recht.
 
 
  Alle Fotos: © Pamela Rußmann
 
 
 
Das Buch
  "Wortlaut 06. Lichter", herausgegeben von Zita Bereuter & Pamela Rußmann,
erhältlich beim literaturverlag° LUFTSCHACHT, demnächst auch im fm4-shop und im gut sortierten Buchhandel.

 
 
Das letzte Wort
  gehört dem Jurymitglied Nicolas Mahler.
 
 
 
 
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