Der frische Output und die Tatkraft in Sachen Österreichischer Popmusik ist enorm. Rund 3.800 Acts sind beispielsweise im FM4 Soundpark online, fast genau 200 Bands haben sich innerhalb weniger Wochen beim letzten Soundpark-Contest angemeldet - viele davon Newcomer. Auch, wenn man die Musik einem qualitativen Auswahlverfahren unterzieht, bleiben für jede Gattung und Soundästhetik viele Bands und Acts übrig, die aus Österreich heraus durchaus das Potenzial haben, sich mit internationaler "Konkurrenz" auf gleicher Ebene messen zu können.
Wie auch im Vorjahr stehen auch heuer wieder 20 Bands und KünstlerInnen, die (das ist eine Grundvoraussetzung) im Jahr davor ein Album vorgelegt haben, zur Auswahl für den Amadeus FM4 Alternative Award bereit - sie warten nun auf eure Stimmen!
Neu ist dieses Jahr, dass die Wahl in zwei Durchgängen passiert: Durchgang eins dauert bis 6. April, jene fünf Acts mit den meisten Stimmen steigen in Runde zwei auf, wo dann ab 10. April gleichwertig ein zweites Mal abgestimmt wird. Der "Amadeus" ist die größte nationale Auszeichnung für zeitgenössische Musik und geht heuer am 17. Mai im Wiener Gasometer über die Bühne.
Beautiful Kantine Band
Das immerschicke Quartett aus dem Burgenland hat sich musikalisch voll und ganz dem Sixties-Beatsound verschrieben und deutet darauf auch optisch unverkennbar hin: Neben dem Liverpool-Grau gibt es die perfekt sitzenden Textilien der Beautiful Kantine Band ausschließlich in schwarz und weiß. Dass die Band es nicht nur auf ihrem Album "Deluxe Vol. 1", sondern auch auf der Bühne ordentlich krachen lässt, haben die Dame und die drei Herren letztes Jahr am Soundpark-Clash eindrucksvoll bewiesen.
title: Beatuiful Kantine Band length: 0:10 MP3 (168KB) | WMA
Binder & Krieglstein
Der Grazer Rainer Binder-Krieglstein ist der vielleicht besonnenste Drummer des Landes. Seine Musik, die oft in Zusammenarbeit mit lokalen MusikerInnen wie Matthias Kertal oder Gustav entsteht, ist eine geschmackssichere Mischung aus Pop und Reggae; gut gelaunt aber doch melancholisch. Kein Wunder, dass Binder & Krieglsteins zweites Album 'Alles verloren' zum FM4 Album der Woche gekürt worden ist.
Burgenland dürfte ein kreatives Pflaster sein. Diese vier jungen Männer aus Neusiedl am See machen melodischen Gitarrenrock mit deutschen Texten, die auch nach mehrmaligem Hören noch neue Blüten entfalten. Ja, Panik werden wegen ihres selbstbetitelten Debut-Albums unter anderem in der deutschen 'Spex' hochgelobt und waren auch schon mit Britta auf Tour.
Bereits 1998 hat sich Kamp MC aus Wien dem Rap verschrieben. Seither veröffentlicht er seine Tracks mit Vorliebe auf Vinyl-Singles, -EPs oder gar Kassetten, mit seinem ersten 'echten' Album lässt sich der MC hingegegen noch bis 2007 Zeit. Die auf CD veröffentlichte Songsammlung 'Neue Mode' (inklusive des saisonalen Hits 'Sommarloch') schafft es jedenfalls, sehr großen Appetit auf den Longplayer zu erzeugen. Kamp bezieht sich in seinen Lyrics oft und gerne mit gemischten Gefühlen auf seine Heimatstadt und schart dort seit letztem Jahr auch eine Gruppe von Gleichgesinnten, die 'Versager Ohne Zukunft' um sich.
Weil sie von den "geschmackssicheren Wiener Indierock-Bohemiens" von Siluh Records gesigned wurde, wie es die dunkelhaargescheitelten Jungspunde von Killed by 9V Batteries selbst ausdrücken, ist die Band wohl vermutlich ähnlich umtriebig und verspielt wie das Label selbst. Ob das jetzt Pop, Rock, Noise, Emo oder Post-Emo ist, dürfen Hörerin und Hörer selbstverständlich selbst entscheiden. Susi Ondrusova ist ob des ersten, selbstbetitelten Killed by 9V Batteries-Album jedenfalls begeistert.
Die charmante Elektropop-Band mit den schön zerrenden Synthiesounds rund um den Wiener Produzenten Peter Zirbs kennen aufmerksame FM4 HörerInnen bereits seit dem kleinen Hit "Lange auf" aus dem Jahr 2002. Im letzten Jahr haben die Konsorten mit dem Album 'Wir und die anderen' zugängliche Melodien gekonnt mit turbulenten Klängen kombiniert. Elektronisch, energetisch, tanzbar und mit euphorisch bis verträumten deutschen Texten versehen, wie man es von Zirbs und Co. gewohnt ist, wurde die Platte natürlich auch diesmal wieder.
Die dreiköpfige Band rund um die nach London gezogene Österreicherin Liz Neumayr schickt von der britischen Insel aus ihren kraftvollen, prägnanten Indierock-Sound in alle Himmelsrichtungen. Ihr im März 2006 erschienenes Album 'Kerfuffle' heißt übersetzt Lärm, Aufregung, Durcheinander - etwas, dass Ladyfuzz zweifellos bietet, dabei aber auffallend professionell wirkt.
Der Crooner im besten Alter und der unbändigen Lebenskraft erfindet sich durch wechselnde Produzenten immer wieder ein bisschen neu. Louie Austens starke Singstimme sowie seine charmant-hedonistischen und manchmal sogar etwas schlüpfrigen Texte sind aber auch beim vierten Album Studioalbum 'Iguana' wieder die Grundessenz. Produziert hat diesmal unter anderen Stefan Jungmair von Mummer - eine Band, die heuer ebenfalls beim Amadeus FM4 Alternative Act nominiert ist.
'Plan Leben' heißt der zweite Longplayer des Wiener MCs, der nicht nur optisch an den deutschen Max Herre erinnert: HipHop und Soul werden hier zueinander gebracht und behutsam in Texte gegossen, die nicht primär dazu da sind, um sich gockelmäßig mit anderen Rappern zu messen. Trotz Hang zur Romantik ist MAdoppelT aber auch der gepflegten Party sehr zugänglich. Am aktuellen Album gibt es jede Menge Unterstützung von der heimischen HipHop-Szene, wie etwa von Total Chaos oder Hubert Tubbs.
Seitdem Monk Ende 2004 die allererste FM4 Soundpark Studio2 Session eröffnet haben und mit 'Fuck, I Still Love You' für ein Musikstück verantwortlich sind, das auch Monate und Jahre später noch im Kopf bleibt, hat das Grazer Trio einen fixen Platz im zeitgenössischen, österreichischen Alternative Pop-Kanon gefunden. Die Songs sind zwischen sanft gegen den Strich gebürsteter Stimmung und kitschig-verträumter Melancholie angesiedelt und bestechen in erster Linie durch die markante Stimme von Sängerin Susanna Sawoff - bestens am neuen Album 'Jeux de Nuit' zu hören.
Die Bands und KünstlerInnen des Amadeus FM4 Alternative Award warten auf eure Stimmen! 20 heimische Acts, die im Vorjahr ein Album vorgelegt haben, stehen zur Auswahl bereit. Neu ist dieses Jahr, dass die Wahl in zwei Durchgängen passiert: Durchgang eins (dieser hier) dauert bis 6. April, jene fünf Acts mit den meisten Stimmen steigen in Runde zwei auf, wo dann ab 10. April gleichwertig ein zweites Mal abgestimmt wird.