fm4.ORF.at ORF.at login
StreamPodcastsMail an FM4
zurück zur TitelseiteSOUNDPARK - Your Place for Homegrown MusicSTATION - alles rund um den RadiosendernotesCHAT
  Österreich | 1.7.2007 | 13:27   

 
 
State Of The Heart
  von Johanna Jaufer

Das wohl bis dato entspannteste Festival dieses Sommers ist gestern in Wiesen über die Bühne gegangen. Angenehm vertraut hat sich das angefühlt, am halbvollen Festivalgelände einer so facettenreichen Matinee zu lauschen. Und das auch noch als Teil eines so besonnenen Publikums.
 
 
 
 
 
  Auftritt Kreisky: Eine wohl tageszeitbedingt eher schüttere Menge hat sich ums Podium versammelt. "Austrofred" Franz Adrian Wenzel lässt sich davon aber keinesfalls beirren und stolpert eine Dreiviertelstunde lang durch wackere Ekstase. Moderates Gepose und eine ebenso geschickt im Zaum gehaltene Referenzmaschine: Zelebrieren diese vier jungen Männer momentan womöglich die erfrischendste Identitätssuche innerhalb dieser Landesgrenzen?
 
 
 
Herr Wenzel bei der Musikarbeit. [Mehr] zum Auftritt von Kreisky von Nina Hofer
 
 
  Nett unterkühlt kommt dann die britische Electropopkombo Client daher: Dass die Damen Client A, B und E eigentlich längst mit Showgrößen wie Depeche Mode unterwegs zu sein gewohnt sind, haben sie sich beim nachmittäglichen Picknickgig nicht anmerken lassen - in der Clientschen Schaltzentrale sind offenbar strenge choreographische Anweisungen gegeben worden, und flugs werden die Hits unters Volk gestreut.
 
 
 
Pornography
 
 
Ganzer Client
 
 
  Zu den ersten Klängen von Garish hechten dann schon einige Hängemattenlieger gen Bühne. Die burgenländischen Indieurgesteine danken's prompt mit einem fabulösen Vorabendprogramm: Kleinere technische Anlaufschwierigkeiten können das gemütliche Heimspiel - weder die neue Single noch der junge Römer haben gefehlt - nicht trüben.
 
 
 
 
 
  Hübsche Euphorie streuen auch die Myspacebuben von The Rifles unters Volk:
Ihre Einflüsse reichen von den Doors bis zu den Yeah Yeah Yeahs, sagt die Band. Entsprechend sendungsbewusst gibt man sich dann auch ...
 
 
 
 
 
  ... die Indie Cindies und ihre Playmobilmates im Publikum hats jedenfalls nicht gestört.
 
 
 
 
 
  Und dann The Blood Arm:
Blut, Schweiß und Tränen fließen ab der ersten Sekunde des wahnwitzigen Auftritts der furiosen Energiebündel aus Los Angeles. Nach einem ausufernden Spokenwordintro, beigesteuert von einem gut frisierten Hintermann, erklimmt Sänger Nathaniel Fregoso die Bühne mit Fledermauskriegsbemalung im Gesicht. Und dann wird getanzt: Vor ("For Federico"), in ("For Angela") und mit der Menge ("I have one last request: Get Up Here!"). Die heimlichen Headliner des Abends beenden ihr Set mit der Bemerkung, Gitarrist Zebastian Carlisle könne mit seinen Blicken töten (und zwar gleich 27 Menschen auf einmal!), und weite Teile der Zuhörerschaft sind sich einig: Wozu noch eine Band mit Bass, wenn man Benicio Del Toros begabten kleinen Bruder on stage klabautern sehen kann?

 
 
 
 
 
 
  Stimmungsvoller Paradigmenwechsel gleich darauf mit den Lieblingen der Nation Naked Lunch. Ätherische Hypnose, zubereitet aus den Ingredienzien Erschöpfung, Liebe und einer Prise reichlich orchestralen Pathos findet dann auch ordentlich Anklang im Publikum, das zum Glück da ist, obwohl es "ja auch zum Novarock hätte gehen können".
 
 
 
 
 
  Der würdige Abschluss des Abends kommt von Element Of Crime. Ein gut gelaunter Sven Regener spielt den eifrigen Zeremonienmeister, der nicht nur das gewohnte Melancholisiakum, sondern auch einen gehörigen Schuss ehrlicher Freude über die außerordentlich gebannte Zuhörerschaft zur Hand hat. Die Setlist bietet keine Überraschungen, dafür will man mit dem "Schweigen im Walde" aufräumen und spendet fleißig Bühnenansagen - zuletzt:
"Tschüss, Servus, Auf Wiedersehen."
 
 
 
fm4 links
  fm4.orf.at/festivalradio

wiesen.at

Nina Hofers Konzertbericht zu Kreisky
   
 
back
 Übersicht: Alle ORF-Angebote auf einen Blick