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  Österreich | 14.10.2007 | 18:25   

 
 
Zur Erlangung des Grades...
  von Barbara Köppel

Der Titel meiner Diplomarbeit steht bereits in der Diplomarbeiten-Datenbank meines Instituts. Ich habe ein Thema und einen Betreuer. Ich habe mein Material halbwegs beisammen, ein grobes Konzept, Ideen und Notizen und vielleicht sogar so etwas wie eine methodische Vorgehensweise. Allein der Text, der fehlt noch.
 
 
Wissenschaftlich schreiben?
  Eine Diplomarbeit zu schreiben ist eine Herausforderung, die viele Studierende vor nicht unbeträchtliche Schwierigkeiten stellt, angefangen bei grundsätzlichen Fragen nach Thema, Literatur und Methodik, bis hin zu einer noch grundsätzlicheren Frage, nämlich: Habe ich im Verlauf meines Studiums überhaupt gelernt, wissenschaftlich zu schreiben?

Denn die Bedingungen, unter denen Diplomarbeiten an österreichischen Universitäten verfasst werden, lassen großteils zu wünschen übrig. Die Betreuenden sind überlastet, Lehrveranstaltungen mit so klingenden Namen wie "Techniken wissenschaftlichen Arbeitens" gehen oft nicht über Zitierregeln hinaus, Feedback auf verfasste Seminararbeiten ist, mit wenigen Ausnahmen, rar. Selbst in DiplomandInnenseminaren wird der Prozess des buchstäblichen Schreibens meist vernachlässigt.
 
 
 
Ein Handwerk, das man lernen kann
  "Wissenschaftliches Schreiben geht in die Tiefe, aber viele Studierende verlieren sich in der Breite.", schildert Judith Wolfsberger, Gründerin des writer's studio in Wien, die als Schreibtrainerin schon seit Jahren Studentinnen und Studenten bei ihren Diplomarbeiten betreut.

Ein erster Schritt sei es daher "Thema und Literatur radikal einzuschränken" und eine Forschungsfrage zu formulieren, die sich mit nur wenigen Details auseinandersetzt. Davon ausgehend ließe sich ein Inhaltsverzeichnis erstellen, das quasi die Route durch die Diplomarbeit vorgibt.

"Was allerdings in eine Sackgasse führt, ist zuerst alles zu lesen, was ich zu einem Thema finde.", warnt Wolfsberger. Lesen und schreiben sollte parallel laufen. Das Schreiben selbst besteht aus mehreren Runden. Der Tipp der Expertin ist, zunächst Rohfassungen der einzelnen Kapitel und Unterpunkte zu schreiben, dabei seine Ansprüche runterzuschrauben und das Überarbeiten und den Perfektionismus auf später zu verschieben.

Wer regelmäßig schreibt, dabei mit kleinen Zeiteinheiten beginnt und sich kontinuierlich steigert, dem wird die Diplomarbeit leichter von der Hand gehen. Das wichtigste, so Wolfsberger, sei der "Mut zur eigenen Sprache, pragmatisch zu bleiben und immer daran zu denken: Es ist nur eine Diplomarbeit."

 
 
Buchtipp
  Frei geschrieben. Mut, Freiheit & Strategie für wissenschaftliche Abschlussarbeiten von Judith Wolfsberger ist im Böhlau Verlag erschienen.
 
 
 
Erfahrungsaustausch
  Wie geht es Euch mit Euren Diplomarbeiten? Was frustriert Euch und was macht Euch dabei Spaß? Was bedeutet es, eine Diplomarbeit neben Job und/oder Kind zu schreiben?

Am Montag, den 15. Oktober ab 15 Uhr in FM4 Connected 0800 226 996
You're not alone, baby.
 
fm4 links
  Unterstützung beim Diplomarbeit-Schreiben findet Ihr auch hier:

Schreibtipps für Vielbeschäftigte
(Arbeiterkammer Wien)
   
 
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