Seit einigen Wochen steht das neue Texta-Album Paroli in den Plattenläden. Die fünf Linzer machen seit den frühen 90er Jahren Rap-Musik und sind die erfolgreichste österreichische Hip Hop-Crew. Höchste Zeit, einmal ihre "Werkstatt" genauer unter die Lupe zu nehmen.
Um ins "Kerkerstudio" zu kommen, muss man in die Tiefen eines Linzer Altbaus hinabsteigen. Die unscheinbaren Keller-Räumlichkeiten beherbegen die "Beatschmiede" von Texta.
Im Zentrum von Linz, in den Kellerräumen eines unscheinbaren Wohnhauses, befindet sich das sogenannte "Kerkerstudio". Hier ist seit fast 10 Jahren die musikalische Homebase von Texta.
Früher nutzte H.P. Falkner von Attwenger die Räumlichkeiten als Keller. Bevor er nach Wien umgezogen ist, lebte er ein Stockwerk oberhalb des heutigen Studios. Heute wohnt dort ein Verwandter von Falkner. Probleme mit Nachbarn wegen Lärmbelästigung gibt es zum Glück nicht. Laut Flip ist das Wohnhaus ein Sammelsurium von Künstlern und Musikern.
Das "Kerkerstudio" besteht aus 2 Räumen: Der erste, kleinere Raum dient heute als Chill-Out-Area bzw. Rückzugsmöglichkeit, um an Texten und Ideen zu arbeiten. Früher wurde hier produziert.
Im größeren Raum befindet sich heute das Equipment der Band, eine umfangreiche Plattensammlung und das eigentliche Studio. An den Wänden hängen Polaroids von Künstlern, die in den vergangen Jahren im "Kerkerstudio" waren. Darunter sind namhafte Musiker wie Anthony B., T3 von Slum Village, Eek-A-Mouse, uvm.
Plattenaufnahmen, Dubplates, Sessions
Das "Kerkerstudio" ist kein abgeschotteter Bereich, in dem nur Texta-Tracks produziert werden. Seit Jahren entstehen hier auch Nummern befreundeter Künstler oder Gruppenprojekte wie "Die Unsichtbaren".
Das letzte Album von "Mono und Nikitaman" wurde hier gemischt und diverse Reggae-Soundsystems kommen regelmäßig vorbei, um Dubplates mit Künstlern aufzunehmen, die gerade in der Stadt sind.
Flip vor seiner Workstation. Hier sind alle Texta-Platten der letzten Jahre entstanden.
Ein Teil des Equipments von Texta.
Alte Platten vom Flohmarkt sind noch immer die wichtigsten Quellen für Samples und Sounds. Flip verwendet keine Drum-Libraries oder MP3-Files.
Das "Kerkerstudio" ähnelt eher einem Wohnzimmer als einem High-End-Studio. Die Crew zieht es vor, in einem gemütlichen Ambiente zu arbeiten. Es gibt keine extra Aufnahmekabine. Dank der jahrelangen Erfahrung von Flip, sind raumakustische Mängel nicht hörbar.
Beim Verlassen des "Kerkerstudios" begegnet mir "Rakim", der Nachbar-Kater. Er schaut regelmäßig vorbei, wenn die Beats aus dem Keller pumpen.
Wer Texta live erleben will, kann das diesen Samstag beim FM4-Fest in München machen. Dort werden sie unter anderem Tracks vom aktuellen Album "Paroli" spielen.
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