Es gibt Dinge, die muss man sehen, die kann man in Blogs nicht beschreiben. Dazu gehört der Kunstfilm "117 dits" von Karin Uebelbacher. Darin sieht man eine weibliche Brustwarze, die die Worte "I love you" morst.
Ob das jetzt eine originelle Idee ist oder nicht - darüber kann gestritten werden. Und soll auch. Beim "film:riss", dem Festival der studentischen Filmkultur. Am Mittwoch beginnt der Reigen im Gebäude der Gesellschaftswissenschaften der Salzburger Universität, am Samstag folgt das Finale.
Das verflixte siebte Jahr
Mittlerweile schreiben wir das Jahr Sieben in der "film:riss"-Zeitrechnung. War das Festival anfangs noch ein kuscheliger Bewerb ausschließlich für Salzburger Studierende, ist es seit drei Jahren für Einreichungen aus ganz Österreich offen.
Dieses Jahr erhielten die Organisatoren rund um Dominik Tschütscher und Stefan Deller rund 100 Filme geschickt, also etwa gleich viele wie im Vorjahr. 60 Werke sind nun beim Festival zu sehen, sie werden von Juroren wie Gabriele Neudecker oder Sigi A. Fruhauf bewertet und prämiert. Das Spektrum der Werke reicht wie immer von der wackeligen Dokumentation bis hin zum schicken Psychothriller.
"film:riss" blickt dabei erstmals über den österreichischen Tellerrand: Am Samstag ist ein "Best-Of"-Programm des größten europäischen Studierendenfilmfestivals "sehsüchte" zu bewundern, das jedes Jahr in Deutschland (genauer: Potsdam-Babelsberg) stattfindet.
Schwerpunkt Musikvideo
Ein Themenschwerpunkt des Festivals widmet sich heuer dem Musikvideo. Ein Format, das raue Zeiten durchlebt, seit das Musikfernsehen zunehmend zum Werbe- und Event-TV verkommt. Der Musikclip, er ist verkümmert - trotzdem aber finden viele FilmemacherInnen nach wie vor Gefallen daran, weil das Genre zum Experimentieren und kreativen Spiel mit Film einlädt.
Aber dazu sollen die Experten sprechen: Am Samstag, dem letzten "film:riss"-Tag, gibt es zwei Lectures zum Thema. Ein Vortrag kommt von dem Filmemacher und Musikvideo-Regisseur Jakob Kubizek, ein anderer von Sigi A. Fruhauf, der unter anderem die Videos für Attwenger gedreht hat.
Schon am Freitag hält Robert Buchschwenter einen Vortrag zum Thema.
Symposium, Ausstellung, Party
Damit nicht genug des "film:riss"-Wahnsinns: In einem filmwissenschaftlichen Symposium am Freitag stellen Studierende ihre filmwissenschaftlichen Arbeiten vor und analysieren dabei diverse Werke.
Und ab Mittwoch (bis 24.11.) ist in der Galerie 5020 die Ausstellung "Assoziationskörper" zu sehen. Die Schau gestalten Clemens Kogler und Marlies Pöschl, beide wurden beim letzten "Filmriss" in der Kategorie Kunstfilm ausgezeichnet.
Wer Durst hat, kann diesen im Festivalcafé stillen, wo auch einige Partys zu erwarten sind. Das hat schon Tradition beim Filmriss. Vielleicht kann man sich ja dort nochmal über die Nippel und die Morsezeichen und so unterhalten.