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  Österreich | 11.3.2008 | 12:41   

 
 
"Are Mini Skirts Guilty?"
  von Claudia Unterweger

Sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum gilt üblicherweise als Kompliment, im schlimmsten Fall als Kavaliersdelikt. Weil es sich ja "lediglich" um Anstarren, Zuzwinkern, Angrinsen, verbale Zweideutigkeiten oder einen wie zufällig zustande gekommenen, kurzen Körperkontakt handelt. Ein Anstreifen, manchmal nicht länger als ein Augenblick. Und doch so beschämend. Bis hin zu bedrohlich. Der Täter hat sein Ziel erreicht.
 
 
 
"Die Definitionsmacht liegt bei der Betroffenen"
  Anzüglichkeiten dieser Art sind in den allermeisten Fällen als Übergriff zu werten, nämlich immer dann, wenn die betroffene Person es als solchen empfindet. Das Objekt der angeblichen Begierde bekommt es dabei auch kaum mit tatsächlicher sexueller Lust des Täters zu tun, sondern mit sexualisierter Gewalt. Sexuelle Übergriffe im öffentlichen Raum dienen als Machtinstrument. Die Straße wird zur Arena, in der die patriarchale, weiße, heteronormative Gesellschaftsordnung ständig aufs Neue festgehämmert wird. Wer darin wieviel Raum einnehmen darf, bestimmt eine komplexe Machthierarchie, abgestimmt auf Geschlecht, Herkunft, Klasse, Sexualität.

 
 
Street harassment
  Sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum, just call it Street harassment. Ein ähnlich knapper und prägnanter Begriff ist im deutschsprachigen Raum noch nicht gefunden. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Phänomen steckt in unseren Breitengraden noch in den Kinderschuhen. Über individuelle Erfahrungsberichte hinaus wird street harassment nun aber auch erstmals in Österreich in einem breiten gesellschaftlichen Kontext diskutiert.
 
 
 
Resist, pump a fist.
  Vor etwas mehr als einem Jahr hat in Wien erstmals die "Street Harassment"-Konferenz stattgefunden, mit Workshops und Vorträgen. Die Ergebnisse sind jetzt in Buchform im Mandelbaum-Verlag erschienen: "Street Harassment. Machtprozesse und Raumproduktion." In diesem 170-Seiten Sammelband beleuchtet eine Reihe unterschiedlicher AutorInnen auf wissenschaftlicher Ebene das Phänomen der sexuellen Belästigung im öffentlichen Raum: Analysen zum Spannungsfeld öffentlich/privat, feministische Raumkonzepte, Widerstandsstrategien aus migrantischer und transgender-Sicht.

Neben praktischen Kursen in feministischer Selbstverteidigung haben wir damit nun also auch das theoretische Werkzeug gegen den "alltäglichen" Wahnsinn street harassment.

 
 
Buchpräsentation
  "Street Harassment: Machtprozesse und Raumproduktion".
Herausgeberin: Feministisches Kollektiv der Österreichischen HochschülerInnenschaft.
Erschienen im Mandelbaum Verlag, erhältlich im Buchhandel und auf der ÖH der Uni Wien.

Präsentiert wird das Buch heute abend, 11. März, in der "Bibliothek - von unten" (ehem. Volxbibliothek), Wipplingerstr. 23, 1010 Wien.
Beginn: 19.30 Uhr

Eine Website soll darüber hinaus helfen, die Häufigkeit der Übergriffe sichtbar zu machen. www.nostreetharassment.com

Das Interview mit Vera Schwarz & Marlies Wilhelm gibt es auch als Podcast!
 
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  hollabacknyc.blogspot.com

Street Harassment Konferenz
Mareike Korn, Organisatorin der street harassment Konferenz im Interview (5.12.2006)

Wo fängt es an?
Wer definiert, was ein sexueller Übergriff ist und was nicht? Und wie wehre ich mich gegen das, was mir unangenehm ist. (Pamela Russmann)
   
 
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