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  Österreich | 21.8.2008 | 18:25   

 
 
Mein, dein oder unser?
  von Katharina Brandl

Das ist meine Blumenvase, meine Bettdecke und meine Wanduhr - bei manchen Dingen fällt es leicht den Eigentümer zu bestimmen. Ich hab's erworben, dann kann ich auch den Schluss ziehen: Es gehört mir.

Auch geistiges Eigentum ist grundsätzlich geregelt. Es gibt Gesetze und beim Gesetzesübertritt wird mit Strafe geahndet. Theoretisch.
Im Internet sieht das alles ein bisschen schwieriger aus. Mit Copy und Paste sind beispielsweise Blog-Inhalte, Worte und Gedanken von anderen schnell auf dem Heim-PC gespeichert - und werden im Handumdrehen weiterverwendet.

Mit diesen Themen beschäftigt sich auch die Ars Electronica, die heuer zum 29. Mal stattfindet.
"A new cultural economy - Wenn Eigentum an seine Grenzen stößt", so betitelt sich dieses Jahr das Festival für digitale (Medien-)Kultur. Fragen, Spannungen aber auch Chancen zwischen den Polen Informationsfreiheit und Urheberrecht stehen im Mittelpunkt der Ars.
Vom 4. bis 9. September finden im Rahmen des Festivals Konzerte, Performances, Konferenzen und Ausstellungen statt.
 
 
Ökonomie des Teilens
  Teilen ist eine gute Sache, das hat uns schon die Kinderstube gelehrt. Was das geteilte Pausenbrot im Kindergarten war, wiederholt sich auch beim tagtäglichen Surfen im Netz: Seien es Informationen oder Videos, das Internet ist ein Ort der Gemeinsamkeit. Ein fast hippieskes Ideal: Die Kreation einer weltweiten Wissensgesellschaft, in der Informationsfreiheit herrscht.

Trotzdem steht die Netz-Community seit Jahren unter Beschuss: Anzeigen gegen Video- und Musikpiraterie und Forderungen nach schärferen Gesetzen gegen Download und Filesharing trüben das Bild des freien Online-Informationsteilens. Das Internet ist ein Ort, an dem der Schutz des Eigentums - zumindest nach dem gängigen Eigentumsbegriff - schwer zu handhaben ist.

Beide Seiten treffen sich in der Frage nach dem Geld. Die einen schreien lauthals, weil durch Online-Piraterie ihre Einnahmen scheinbar den Bach runter gehen - die anderen sehen die ökonomische Zukunft in der Informationsfreiheit.

Genau dieses breite Feld versucht die Ars heuer abzudecken und positioniert sich damit zwischen ihren Eckpfeilern Kunst, Technologie und Gesellschaft.
 
 
 
Times have changed
  "Informationsfreiheit ist vielleicht das wichtigste Grundrecht des 21. Jahrhunderts", sagt Gerfried Stocker, Art Director des Ars Electronica Festivals, "die Urheberrechte hingegen sind ein vergangenes Produkt". Besonders das Internet und Open-Source-Bewegungen zeigen, dass unser Begriff von Eigentum im Wandel ist. Oder zumindest im Wandel sein müsste.

 
 
Gustostückerln
  Die Frage nach Eigentümerschaft in der digitalen Welt wirft auch andere Fragen auf - wie privat oder wie öffentlich ist unser Bewegen im Netz? Oder ist das Internet ein privatisierter öffentlicher Raum?
Der Schweizer Künstler Yann Marussich macht in seiner Performance "Bleu Remix" den letzen, weil vielleicht intimsten Raum seiner eigenen Person öffentlich: Seinen Stoffwechsel.
Er wird am 6.9. im Kunstmuseum Linz im Rahmen der Ars Electronica blaue Flüssigkeit zu sich nehmen und dann eine Stunde lang regungslos bleiben, eine Stunde, in der die blaue Flüssigkeit über seine Poren, seinen Mund oder in Tränenform wieder aus seinem Körper treten wird.

Vorab erwähnenswert ist auch die Vernichtungsaktion am 6.9. am Hauptplatz in Linz. Tausende gefälschte Markenartikel, vom Turnschuh bis zum Polohemd werden eingestampft, vernichtet werden. Fälschungen von Gucci-Handtaschen und Prada-Schuhen werden mit der "Vernichtungsmaschine" platt gemacht- ob unser Unrechtsbewusstsein auch auf Fälschungen angewandt wird?
 
 
 
Und das Beste..
  ...FM4 wird drei Tage lang live vor Ort sein. Unter anderem auch mit einem FM4 Soundpark Picknick, für Freunde und Liebhaber von portablen elektronischen Musikinstrumenten, Gadgets und Circuit Bending.
 
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  Alle Infos zur Ars Electronica 2008

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