fm4.ORF.at ORF.at login
StreamPodcastsMail an FM4
zurück zur TitelseiteSOUNDPARK - Your Place for Homegrown MusicSTATION - alles rund um den RadiosendernotesCHAT
  Österreich | 13.9.2008 | 15:26   

 
 
Von der Wahrheit über das Gute
  Kleinparteien im Porträt. 'Die Christen', ihr Programm und ihre Chancen bei der Nationalratswahl 2008.
 
 
 
'Die Christen' im Porträt
  von Johanna Jaufer

"Ehe und Familie beruhen auf der natürlichen Hinordnung von Mann und Frau zueinander, auf ihrer Beziehung zu gemeinsam gezeugten Kindern und auf ihrer Fähigkeit, Familie zu bilden."

Soweit das Eingangsstatement im Wahlprogramm der 'Christen'. Damit wäre das weltanschauliche Zentrum der Kleinfraktion bereits grundlegend dokumentiert. Momentan wird an einem Kinder- und Familienvolksbegehren gearbeitet. Dringlichstes Anliegen ist ein sogenanntes "Müttergehalt" um Vollzeitkindererziehung attraktiver zu machen. Außerdem lässt man mit der Forderung nach einem Abtreibungsverbot und einem erbitterten Kampf gegen Homosexualität aufhorchen.

 
 
Präzise Forderungen
  "Die gesetzlichen Privilegien für Homosexuelle sind rückgängig zu machen", so die Partei. Von welchen Privilegien die Rede sei, weiß Listenvierte Hedwig Kirchmair im FM4 Interview nicht so genau: "Also, ich weiß nicht, welche Privilegien da jetzt angedacht sind."

Spitzenkandidat Alfons Adam wird da schon konkreter: "Wir sind der Meinung, dass Homosexualität eine Krankheit ist", verkündet er freimütig und setzt auch gleich nach, dass seiner Wahrnehmung nach die "Instrumentalisierung der Homosexualität zu politischen Zwecken nur dazu dient, die Ehen und Familien zu zerstören." Diese wiederum mögen vor Abtreibung geschützt und rechtlich privilegiert werden, weil "andere Lebensformen nur dem Eigennutz dienen und nicht dem Wohl des Volkes und Landes."
 
 
 
Vage Wahlfreiheit
  "Echte Wahlfreiheit von Mädchen und jungen Frauen bei der Berufsentscheidung zur Mutter und Hausfrau oder zu einer anderen Berufsausbildung" steht auch ganz oben im Forderungskatalog. Welche Konzepte bieten 'Die Christen' Frauen, die hierzulande je nach Statistik um bis zu einem Drittel weniger verdienen als Männer? Hedwig Kirchmair dazu: "Was wir den jungen Frauen anbieten können, ist, sie zu stärken, sich selbst zur Wehr zu setzen und gleichen Lohn für gleiche Arbeit zu verlangen." Konkrete Angebote und Unterstützungsmaßnahmen hingegen "könnte man sicher andenken, ist aber noch nicht angedacht worden."

Vornehmlich plakativ geht es auch in kulturellen Belangen zu: 'Die Christen' fordern für unsere Demokratie etwa einen "Grundbestand an sittlicher Wahrheit" ein. Konkret möchten sie "jede Behinderung der Kunst" vermeiden. Hermann Nitsch etwa soll dabei aber nicht berücksichtigt werden - sein Oeuvre verortet die Fraktion folgendermaßen: "Ein solcher hausgemachter Blödsinn wäre zu Zeiten, als die Menschen ihre Hirne noch gebrauchen konnten, nicht einmal als gelungener Lausbubenstreich durchgegangen."

 Alfons Adam ist Spitzenkandidat der "Christen" (Bild: APA/Josef Ohlram)
 
 
Reduktion und Konzentration
  "Wir wollen ein christliches Europa der Vaterländer, aber keinen totalitären Zentralstaat." wettert Bundesparteiobmann Alfons Adam in Richtung Europäische Union, um vage nachzusetzen: "Wir sind nicht gegen die Mitgliedschaft, wir meinen nur, dass sich in der EU was Gewaltiges, was Entscheidendes ändern muss, und wir können ja von uns aus gesehen, als ganz neue junge Partei, nur an der Basis beginnen, daran zu arbeiten."

Die bundesweite Liste mit einem Mitglieder-Durchschnittsalter um die 50 konzentriert sich auf eine Handvoll pointierter Argumentationslinien. Für die Nationalratswahl 2008 sei ihr Programm damit nicht mehrheitsfähig, so Meinungsforscherin Eva Zeglovits: "So ein Programm ist möglich, wenn man nicht davon ausgeht, dass man stärkste Partei werden möchte."
 
fm4 links
  diechristen.at
   
fm4 links
  fm4.orf.at/wahl08
FM4 zur Nationalratswahl 2008

TV-Konfrontationen
Alle bisherigen TV-Konfrontationen auf einen Blick

Die Kleinparteien im Porträt
Die bundesweit kandidierenden, bisher nicht im Parlament vertretenen Parteien.

Die Spitzenkandidaten auf FM4
Egal ob live übers Telefon, auf Band, als Videobotschaft oder hier im Forum: Stell deine Fragen an die Spitzenkandidaten der Parlamentsparteien.
   
 
back
 Übersicht: Alle ORF-Angebote auf einen Blick