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  Österreich | 2.10.2008 | 16:01   

 
 
Wortlaut 08 - Die GewinnerInnen
  in Kooperation mit Der Standard, Volltext und Thalia
 
 
  "Wie sagte einmal ein anderer österreichischer Schriftsteller zu mir: 'Wenn man gut abschneidet, hat die Jury natürlich recht. Wenn es schlecht läuft, dann muss man schon ganz klar festhalten - die Jury, das waren alles Trotteln!'"

Das Jurymitglied Michael Stavaric hält in seinem Vorwort schon mal fest, wie Verlierer häufig auf Juryentscheidungen reagieren.
Es mag ein kleiner Trost sein für Leute, die nicht unter den besten zehn sind, die folgenden zehn Autorinnen und Autoren werden jedenfalls mit der Jury: Thomas Meinecke (Autor, Musiker und DJ), Kathrin Passig (Autorin und Bachmannpreisträgerin), Annina Schmid (Gewinnerin Wortlaut 07), Michael Stavaric (Autor) und Franz Adrian Wenzl (Musiker und Autor) zufrieden sein. Wir sind das auch und gratulieren herzlich:
 
 
 
Platz 1: Susanne Krause
  1988 im Land des untergehenden Sozialismus geboren, zieht mit zwei Jahren westwärts in die oberbayerische Provinz. Dort versucht sie ihren katholischen Klassenkameraden zu erklären, dass auch ungetaufte Kinder Namen haben. Als diese Mission scheitert, wendet sie sich dem Schreiben zu. Am altehrwürdigen Dom-Gymnasium verfasst sie unter der Schulbank ihren ersten Roman über den abgewrackten Mafioso Paul McJohnson und seine junge sadistische Geliebte. "Du hast echt 'ne kranke Fantasie", befinden ihre Freunde.

Im Alter von 17 kommt sie zur Jugendseite der Süddeutschen Zeitung und veröffentlicht im Laufe der Jahre drei Kurzgeschichten und jede Menge Kolumnen über ihr junges, verqueres Leben. Das Gerücht, dass deshalb alle ihrer Geschichten autobiographisch seien, ist aber frei erfunden. Derzeit genießt Susanne ihr post-schulisches Leben als freier Mensch, bevor sie im Oktober beginnt, Philosophie, Psychologie und Spanisch zu studieren.
"Kiaras Schaukelpferd Janine" hat sie geschrieben, nachdem sie in der Stadtbibliothek zufällig über einen Sexratgeber gestolpert ist und sich bei der Lektüre ganz furchtbar amüsiert hat. Sie möchte mit ihrem Text nicht prinzipiell zur Nachahmung aufrufen, freut sich aber über Feedback. [zum Text]

 
 
Platz 2: Annett Krendlesberger
  wird 1967 in Wien geboren. Seit ihrem 18. Lebensjahr weiß sie, dass sie schreiben muss. Nach der AHS-Matura ist sie auf der Suche nach einem "gescheiten" Brotberuf, möchte rasch unabhängig sein und besucht deshalb das Kolleg einer Hotelfachschule. Erst Jahre später macht sie, was sie wirklich will, inskribiert u.a. Philosophie an der Universität Wien und schließt das Studium im Jahr 2000 ab. Sie schreibt Kurzprosa, Erzählungen und arbeitet gerade an etwas Längerem.

Am liebsten liest sie zwischen den Zeilen. Auch in ihrer Kurzgeschichte "Flaschendrehn" tut sich hinter dem geschriebenen Wort noch eine ganz andere Welt auf; die Schattenseite dessen, was wir oftmals verspielt nennen.

 
 
Platz 3: Eva Jost
  wurde 1979 in saarländischen Gefilden unweit der Grenze zu Frankreich geboren, über die sie dann im zarten Alter von zweieinhalb Jahren im Bauch ihres Teddybären blaue Gauloises schmuggeln durfte. Hat bisher klein- (Sankt Wendel), mittel- (Gießen) und großstädtisch (London) gelebt, zunächst ein bisschen Psychologie, dann ungleich enthusiastischer Geschichte(n) studiert. Wurde im Rahmen der Magisterarbeit freundlich ermahnt, das "Stilmittel der Kürze" nicht allzu übertrieben einzusetzen, kommt davon aber nicht so recht los. Schreibt zur Zeit in Hamburg an ihrer Dissertation über "Populäre Lyrik der Jahrhundertwende" und ab und an für "ZEIT Campus". Ihr Geschichterl "Die Strände der Copacabana" handelt, wenn es denn eine Handlung hat, von einem Rosenverkäufer, einem Cowboy, einem Matrosen und einer Gefängniswärterin. Und einer Kneipe. Es gibt schlechtes Bier und Irrungen und Wirrungen um Geschlecht und Identität. Schuld daran sind Evas Vorliebe für Dorfkaschemmen-Abende in ihrer alten Heimat und der Zwang, sich für einen populärwissenschaftlichen Lexikon-Artikel erstmalig mit Judith Butler auseinandersetzen zu müssen.

 
 
Die Plätze 4 bis 10, alphabetische Reihung
 
 
 
 
Katharina Bendixen
  geboren 1981 in Leipzig, wo sie auch lebt. Studium der Buchwissenschaft und Hispanistik, seit 2007 freie Journalistin und Autorin. Schreibt Rezensionen und Schriftstellerporträts, Kurzgeschichten und Geschichten für Kinder. Als Ausgleich zu dem ganzen auf-den-Bildschirm-Starren arbeitet sie in einer Leipziger Buchhandlung. Hat in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht. Im Herbst erscheint ihr Erzählband "Der Whiskyflaschenbaum" im Poetenladen Verlag.

 
 
Christina Böhm
  wurde 1975 geboren. Sie lebt noch immer, einigermaßen ruhig, und fühlt sich wohl dabei. Früher war sie eher unstet, beruflich wie geographisch, aber mittlerweile hat alles so seine Ordnung. Das ist auch die Voraussetzung dafür, dass immer wieder etwas geschrieben wird, jedenfalls in Christinas kleiner Welt. Ihr derzeitiger Lieblingssatz lautet: "Ich beantrage die Ausdehnung des Verfahrens auf Fischfrevel." Leider stammt er nicht von ihr.

 
 
Katharina Luger
  wird 1986 in Wien geboren. Nach dem Gymnasium folgt ein leidenschaftsloses Studium der internationalen Betriebswirtschaftslehre an der Universität Wien. Dort fühlt sie sich als Gast.

2007 findet sie ihre Worte wieder und beginnt nach langer Verschnaufpause zu schreiben. In ihren Geschichten will sie erzählen, niemals erklären. Sie mag das Einfache und Unaufgeregte.
In "Kleine Worte und das Verschwundene" geht es um das "Fertig gespielt haben". Es ist der Versuch, den Moment zu beschreiben, an dem die Kindheit vorbei ist. Offen bleibt, ob Kindheit je endet oder man sie in das nächste Feld mitnimmt. Wie Szenen aus frühen Jahren später wieder auftauchen, und man ein bisschen mehr weiß, warum man ist, wie man ist.

 
 
Stefan Petermann
  wird in Werdau geboren und lebt knapp drei Jahrzehnte später in Weimar. In der Zeit dazwischen passiert etwas. Einiges davon bringt ihm zum Schreiben.
Er singt in einer Gitarrenband und erzählt Geschichten in Bildern und Worten. Wenige Tage nach Fertigstellung von "Außer Atmen" starb der Goldfisch, mit dem er acht glückliche Jahre verbracht hat.

 
 
Sina Tahayori
  geboren in Shiraz (Iran), lebt seit seinem siebzehnten Lebensjahr in Österreich. Nach dem Studium der Architektur arbeitet er als freischaffender Architekt und Autor in Wien. Im Mittelpunkt seiner Geschichten stehen oft Menschen, die ihre Träume verfehlt haben. Auch in der Erzählung "Wodka zum Frühstück" thematiesert Sina Tahayori die Suche von Randfiguren nach ihrem Platz in der Gesellschaft.

 
 
Anna Weidenholzer
  1984 in Linz geboren, wohnt in Wien und Linz. In Wien beendet sie im Herbst 2008 ihr Komparatistik-Studium, in Linz schreibt sie für eine Tageszeitung. Lebt, studiert und arbeitet davor ein Jahr in Wrocaw/Polen. Liebt Menschenbeobachtungen, aber auch andere Betrachtungen. Daraus gehen ihre Texte hervor, wie auch die Kurzgeschichte "Herr Halmer malt weiß - Eine Geschichte in fünf Katzenleben". Der Text ist inspiriert von Figuren des oberösterreichischen Alltags, von Bier, Palatschinken und kleinen Männern. "Herr Halmer" handelt von Gefühlen, vom Aufbrechen an neue Orte, Alltagsgewohnheiten. Von Einsamkeit, vom Altern. Und nichtzuletzt: von Katzenleben als Zeitmesser.

 
 
Andreas Martin Widmann
  Jahrgang 1979, Studium der Germanistik, Anglistik und Theaterwissenschaft in Mainz, Promotion zum Thema "Kontrafaktische Geschichtsdarstellung im Roman", unterrichtet deutsche Sprache und Literatur am Royal Holloway College, University of London. Redakteur der Kulturzeitschrift elephant. 2005 Preisträger beim Jungen Literaturforum Hessen-Thüringen, Nominierung zum Literaturförderpreis der Stadt Mainz, 2. Preis beim Schiller-Essay-Wettbewerb der Universität Jena, Suhrkamp und DIE ZEIT, 2006 2. Preis beim Essay-Wettbewerb der Zeitschrift MERKUR, 2008 Stipendiat des Klagenfurter Literaturkurses. Wissenschaftliche, literaturkritische und literarische Veröffentlichungen in Anthologien, Sammelbänden und Zeitschriften, u.a. Nagelprobe, Der Literaturbote, SIGNUM, elephant, Focus on German Studies, Moderna Sprak, Neophilologus, Literaturnachrichten Afrika Asien Lateinamerika, titel-magazin.

 
 
Wortlaut 08. Das Buch
  Die zehn Kurzgeschichten dieser Autorinnen und Autoren sind in der Anthologie gesammelt:
Wortlaut 08. Der FM4 Literaturwettbewerb. Verspielt.

Erschienen im Luftschacht Verlag, ab 3. Oktober im Handel und im FM4 Shop.

 
 
Wortlaut - Das Fest
  Am 2. Oktober im Rabenhof in Wien, 20 Uhr. Mehr dazu hier.
 
 
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