Eine Gruppe Jugendlicher in oberösterreichischen Ebensee, die redet wie ihr der Dialekt-Schnabel gewachsen ist, fällt einer psychopathischen Serienmörderin zum Oper gefallen. Das geschah vor zwei Jahren im heimischen Erfolgshorror-Streifen In 3 Tagen Bist Du Tot, der von amerikanischen Genre-Vorbildern wie 'I Know What You Did Last Summer' inspiriert war.
Überlebt hat das Film-Massaker die Figur Nina, gespielt von Sabrina Reiter, die sich von der Laiin zum regelrechten Schauspiel-Shooting-Star entwickelt hat.
Im Sequel 'In 3 Tagen bist du tot 2', das am Donnerstag in unsere Kinos kommt, steht Nina wieder im Mittelpunkt - sie wird von ihrer blutigen Vergangenheit eingeholt.
Mit seinem Film hat der österreichische Regisseur Andreas Prochaska bewiesen, dass sich auch in Österreich ein vernachlässigtes Genre auszahlen kann. In zweierlei Hinsicht: Einerseits an den heimischen Kinokassen, wohin 'In 3 Tagen bist du tot' 85.000 Besucher gelockt hat. Anderseits hat Prochaska dem Horror einen authentischen Lokalkolorit verpasst, den er mit seinem Sequel weiter spinnt. Petra Erdmann hat den 44jährigen Regisseur Andreas Prochaska anlässlich des Kinostarts von 'In 3 Tagen bist du tot 2' ins Studio zum Interview gebeten.
Foto: Allegrofilm
Petra Erdmann: Welche Gefahren und Herausforderungen gab es bei der Idee, ein Sequel von 'In 3 Tagen Bist Du Tot' zu drehen?
Andreas Prochaska: Relativ bald, nachdem sich der Erfolg des ersten Films abgezeichnet hat, kam die Idee des Produzenten, vielleicht einen zweiten Teil zu produzieren. Ich habe relativ lange überlegt, ob ich das überhaupt machen soll, weil's so erwartbar ist. Wir haben ein Jahr lang überlegt - es gab ein Drehbuch von Jörg Buttgereit, einem Horrorspezialisten, das war nicht schlecht, aber es war einfach die falsche Richtung, und ich hab dann gesagt - okay, wenn wir das machen, dann möchte ich in eine ganz andere Richtung gehen, und ich möchte auch die Geschichte von dieser Figur weitererzählen.
PE: Der erste Teil von 'In 3 Tagen Bist Du Tot' ist 2006 in die Kinos gekommen, was war das für eine Idee, einen österreichischen Horrorfilm zu machen?
Andreas Prochaska (Foto: Allegrofilm)
AP: Ich habe schon nach meinem ersten Kinofilm - einem Kinderfilm 1998 - gesagt, 'ich möchte gerne einmal einen Horrorfilm machen.' Ich habe dann fünf Jahre lang an einer Geschichte herumgedoktert, dann ist ein spanischer Horrorfilm mit einem ähnlichen Plot herausgekommen, worauf ich das Buch im Mistkübel versenkt habe und von Neuem begonnen habe, gemeinsam mit Helmut Grass und Thomas Baum. Von meiner Seite war da immer die Lust, einen Genrefilm zu machen mit einem spezifisch österreichischem Ansatz, was Figuren und Umgebung betrifft. Zugegebenermaßen war der Ansatz für den ersten Film inhaltlich nicht wahnsinnig originell, ich habe auch nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich mich da an allen möglichen Genrevorbildern bedient habe, wir haben einfach einen relativ klassischen Teenie-Slasher gestrickt.
Beim zweiten Teil haben wir uns gesagt, wir wollen auch inhaltlich zeigen, dass wir eigenständige Wege gehen können. Natürlich gab es auch für den zweiten Teil Filme, die ich mir während der Entwicklung der Geschichte angeschaut habe, aber die haben eigentlich nicht so viele Spuren hinterlassen. Es gibt natürlich Filme wie 'Texas Chainsaw' und 'Hills Have Eyes' und so weiter, die ich aber alle nicht so wahnsinnig gerne mag, weil sie mir insgesamt einfach zu gewalttätig sind.
Es ist vielleicht komisch, dass gerade ich das sage, aber ich habe das Gefühl, man muss bei Gewalt im Film Wege finden, wie man damit umgeht und nicht einfach nur 'das Blut spritzen lassen'.
Foto: Allegrofilm
PE: Warst du schon als Jugendlicher ein Horrorfilmfan - was gibt's für Vorbilder? Oder war das eine Herausforderung, vom Regiehandwerk einen Genrefilm anzugehen?
AP: Ich bin sicher nicht der klassische Horrorfilmnerd. Es gibt viele Filme, die ich mir nicht angeschaut habe. Wenn ich Bilder sehe, kommen die in meinen Kopf und ich krieg sie nicht mehr los, ich bin da relativ vorsichtig. Ich bin als Kind ums Ischler Kino herumgeschlichen, hab mir die Aushangfotos von 'Ein Zombie hing am Glockenseil' angeschaut, konnte dann nächtelang nicht schlafen, bin aber bei der nächsten Gelegenheit wieder hin. Es gibt sicher eine Lust am Grauen bei mir. Der Horrorfilm ist für einen Filmregisseur die reinste Form der Inszenierung.
Das ungekürzte Interview mit Andreas Prochaska gibt es hier zum Nachhören:
title: Andreas Prohaska im Interview length: 16:17 MP3 (15.609MB) | WMA
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