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  Österreich | 14.1.2009 | 14:10   

 
 
Blogosphäre und Politik
  von Astrid Schwarz

Blogger haben es sich nicht leicht, sich in der Medienlandschaft zu behaupten. Zumindest hierzulande. Da ist Blogging in punkto Politik immer noch ein Randphänomen, das von der Masse nicht wie herkömmliche Medien wahrgenommen wird. In den USA sind Blogger-Gemeinschaften wie die huffingtonpost anerkannte Medien, greifen enorme Werbebudgets ab und sind - wie im letzten US Wahlkampf - Meinungsmacher.

Bloggern wird oft vorgeworfen, dass sie sehr subjektiv und daher unjournalistisch berichten, was vor allem in dem in der journalistischen Ausbildung vermittelten Grundsatz der Objektivität entgegen läuft. Helge Fahrnberger schätzt gerade die persönliche Note in Blogs, denn jeder habe schließlich eine Meinung zu einem Thema, wenn er oder sie darüber erzähle oder schreibe.
 
 
Propaganda oder Bericht
  Die Normalverbraucher vertrauen oft herkömmlichen Massenmedien wie TV und Tageszeitungen mehr als Bloggern im Internet. Hinter einem Massenblatt steckt Tradition und die vermeintliche Sicherheit, dass das, was wir erfahren, tatsächlich so geschehen ist.

Der Französische Fernsehsender 'France 2' hat sich kürzlich im Zuge der Berichterstattung aus dem Gaza ein Video aus einem Blog ausgestrahlt, in dem die Panik der Bevölkerung nach einem israelischen Angriff gezeigt wurde. Wie sich herausgestellt hat, war das Video aus dem Jahr 2005 und wurde zu Propagandazwecken wieder verwendet.

Die Masse der Blogger beobachtet genau, kommentiert, verlinkt und recherchiert im Netz unermüdlich und deckt öfter Fehler in Massenmedien auf, sagt Heinz Wittenbrink, Professor für online Journalismus an der FH-Johanneum in Graz. Er erzählt von einem Vorfall, der 2004 CBS in Bedrängnis brachte. Dokumente über den Militärdienst von George Bush waren aufgetaucht, doch wie sich herausstellte waren sie nicht auf der damals üblichen Schreibmaschine erstellt worden, sondern mit Microsoft Word, das es damals noch nicht gab. Heinz Wittenbrink versucht den Studierenden Medienkompetenz zu vermitteln, denn dass Bloglesen mehr Zeit und Eigeninitiative in Anspruch nimmt, als das fertig portionierte Massenmedium, lässt sich nicht bestreiten.

 
 
Wem kann man trauen?
  Anonyme Blogs sind generell verpönt. Viele Blogs werden einfach von Freunden weiterempfohlen. Doch mitdenken kann einem keiner abnehmen. Wichtig ist, herauszufinden: Was sind tatsächlich Primärquellen, also wer schreibt z.B. über Gaza, ist die Person wirklich vor Ort? Seit wann schreibt diese Person? Hat sie diesen Blog nur für die Krisensituation eingerichtet oder ist bloggt sie sonst auch? Sind die Quellen transparent, also, wird sauber verlinkt? Werden Kommentare werden zugelassen oder zensuriert und wieviele andere Blogs verlinken auf diesen einen Blog? Denn Aufmerksamkeit und Anerkennung erhöhen das Ansehen eines Blogs.

 
 
Wie findet man die gewünschten Blogs?
  Mit der Suchmaschine technorati kann man die Blogospähre durchforsten. Aber auch delicous.com hilft bei der Suche, da man dort sehen kann, wie oft ein Blog von anderen gebookmarkt wurde.

Helge Fahrbergers Gaza-Links kann man hier
nachlesen. Oder auch gleich ingaza.wordpress.com von Eva Bartlett, die für die ISM in Gaza arbeitet, anklicken.
 
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  Heinz Wittenbrinks Empfehlungen

chorherr.twoday.net

wissenbelastet.com

zurpolitik.com
   
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  Medienblogs

turi-2.blog.de

medienlese.com

www.medienrauschen.de
   
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