fm4.ORF.at ORF.at login
StreamPodcastsMail an FM4
zurück zur TitelseiteSOUNDPARK - Your Place for Homegrown MusicSTATION - alles rund um den RadiosendernotesCHAT
  Österreich | 10.7.2001 | 12:23   

 
 
"A local gig for local people"
  Nach ca. zweistündigem Flug in London angekommen, sind wir (mein Freund Oliver und ich) mit dem Bus nach Reading gefahren und anschließend per Zug weiter nach Oxford, das an diesem Tag mal so richtig aus seinem konservativen Schlaf gerissen werden sollte, denn die "native boys" waren endlich wieder da und schließlich wollte jeder Mensch aus und um Oxford sehen und hören, was denn aus ihnen geworden ist. Zumindest hatte es den Anschein, denn das Publikum am Konzertgelände hatte nach oben hin keine Altersbeschränkungen...
 
 
  Als wir im sogenannten "South Park" ankamen, bot sich uns eine Naturarena erster Klasse. Das Gelände fiel leicht nach unten hin ab und am tiefsten Punkt stand die riesige Bühne, deren Erscheinungsbild auch sofort klar stellte, dass es keineswegs ein kleines Festival mehrerer Bands werden sollte, sondern dass Radiohead ganz einfach die unumstrittene Hauptattraktion an diesem Tag waren.

 
 
  Anfangs beschallte Humphrey Lyttleton die ungewöhnlich nüchterne Menge mit seinen Sounds. Sein "Brit Jazz" war erfrischend, aber noch ganz und gar nicht genug, um die Menge richtig aufzuheizen. Das konnten auch Sigur Ros nicht wirklich - aber ihre Smashhits machten Appetit auf mehr. Als dann schließlich Supergrass die Bühne betraten, wurde zum ersten Mal so richtig gerockt...Speziell, weil es Gaz so schön als einen "local gig for local people" bezeichnete...

 
 
  Anschließend kam Mr. Beck Hansen samt Band auf die Bühne, gab diesmal aber ausschließlich sein akustisches Können zum Besten. Es war schon toll, Beck so richtig Country-like zu erleben, aber wer ihn schon mal richtig rocken gesehen hat, der will so was natürlich nicht missen. Anyway - Beck war ja schließlich kein local und hatte daher keine hochgesteckten Erwartungen zu erfüllen - konnte also munter drauf los spielen. Etwas an Beck war an diesem Abend jedoch äußerst unangenehm - Sobald er die Bühne betrat, fing es an zu regnen. Beck sagte noch, er habe Mitleid mit uns armen leuten im Publikum, weil wir so nass wären, doch Thom Yorke beschwörte mit seiner Musik eine Wolke nach der anderen, sich über uns zu entleeren...

 
 
  Radiohead spielten wirklich einen Smashhit nach dem anderen, sparten auch nicht mit politischen Anspielungen - einen Song widmeten sie ganz offensichtlich Tony Blair, ein anderer wiederum ging an Geri "I hate Radiohead" Halliwell, die Thom wenige Stunden zuvor im Zug von Paris getroffen hatte. Radiohead gaben sich volle zweieinhalb Stunden lang alle Mühe, die Erwartungen zu erfüllen, die an ihren einzigen Auftritt vor so einem großen heimischen Publikum gestellt wurden - noch dazu in ihrer Heimatstadt. Thom jedenfalls war anfänglich schon etwas nervös, wie er im Laufe des Abends verriet...

 
 
 
 
  Alles in allem ein wahnsinniges Erlebnis, diesen "local gig for local people" erlebt zu haben. Und nach etlichen Zugaben, unwahrscheinlich durchnässt und schon recht erschöpft konnten wir Glücklichen dann fein in unser Hotel gehen und uns dort sogar noch duschen vor dem Schlafengehen - im Gegenteil zu etlichen Menschen, die wir nach einer harten Nacht in der Oxford Station am nächsten Morgen im Zug nach London trafen, um dort mit ihnen über - was sonst - das gestrige Konzert zu schwärmen...

fm4 links
  Siehe auch:

They killed creep!!!
Eine Gemeinschaftsrezension von Robert Rotifer und Host-Kollegen Fuchs vom Radiohead-Konzert am Samstag in Oxfords South Park.
   
 
back
 Übersicht: Alle ORF-Angebote auf einen Blick