"For years the West Indian communities were fighting back while the Asians rolled up their sleeves and worked for acceptance. It took the Asian community until the late 80s to start kicking back rather than keep its head down and hope for the best. There has been an explosion of Asian culture - Fun-Da-Mental, Apache Indian or Cornershop holding varying positions on the pop front which in the 90s provides a focal point for the new cultural rush." (Der britische Musikjournalist John Robb in einem Artikel über Fun-Da-Mental, 1993)
Pionier Aki Nawaz
Vor zehn Jahren startete Aki Nawaz in London Fun-Da-Mental. "Janaam - The Message" war die allererste Single. Weitere folgten, "Ghandi's Revenge" oder "Peace, Love Or War". 1994 erschien das Debütalbum "Sieze The Time". Aki Nawaz und Co spielten Musik, die Elemente der pakistanischen Qawali-Musik verwendete. Sie sampleten Reden von Mahatma Ghandi oder Malcolm X und unterlegten den Mix mit Hardcore Hip Hop Beats im Stil von Public Enemy. Bald hatten sich Fun-Da-Mental auch eine Reputation als furiose Live-Band erspielt.
In den zehn Jahren ihres Bestehens ist Dave Watts (alias Blacka D) der einzige fixe Fun-Da-Mental Partner von Aki Nawaz (alias Propa-Ghandi) geblieben, alle weiteren Mitspieler sind keine permanten Bandmitglieder.
Im Alter von drei Jahren war Aki Nawaz mit seiner Familie von Pakistan nach Großbritannien gekommen: "My father was a bus conductor in Bradford. Bradford is a city with a very big Asian community. I was brought up in a heavily Asian community. There were no white families there at all. As soon as we moved into a white area, they all moved out."
In den frühen 80er Jahren spielte der junge Aki Nawaz Schlagzeug bei Ian Astburys Goth-Rock Band Southern Death Cult, aus der dann (ohne Aki) Death Cult wurde und schließlich die Rock-Stars The Cult. Seine nächste Band war Getting The Fear. "It was a stupid, shit band, really pretentious and dishonest after Southern Death Cult. It taught me all about the bullshit of the music business and really affected the way that we operate now. I know that it's a cliché, but I believe in complete independence. That's why I did a deal with Beggars Banquet. I could have gone for bigger money but they finance the label (Nation) and they leave the creativity to us."
Nation Records
Zu Beginn der 90er Jahre gründete Aki Nawaz in einem Basement unweit der Londoner Portobello Road das Label Nation Records, auf dem er seine Fun-Da-Mental-Platten veröffentlicht, und auf dem bis heute Musik von "British-Asian" Musikern wie Joi erscheint. Auch die Asian Dub Foundation veröffentlichte auf Nation, bevor die Band einen Vertrag bei einer großen Plattenfirma unterzeichnete.
"Bhangra Mania" und "Asian Underground"
Nach einer kurzen "Bhangra Mania" zu Beginn der 90er Jahre war nun Mitte der 90er Jahre der "Asian Underground" angesagt. (Bhangra: tanzbare Musik aus dem nordindischen Pundjab; von jungen britisch-indischen DJs bei Bhangra-Parties aufgelegt. Asian Underground: (Club-)Musik und andere kreative Bereiche, in denen die zweite und dritte Generation der Einwanderer aus Indien/Bangladesh/Pakistan verstärkt auf sich aufmerksam machte.)
"Asian is the new black" hieß es nun gerne in London. Nitin Sawhney wurde für den Mercury Music Preis nominiert, Talvin Singh schäkerte mit Björk und Madonna, und in seinem Anokha-Club gingen (96/97/98) die Popstars ein und aus. Bhangra hatte nie den Coolness-Faktor, den der Asian Underground nun hatte. Bhangra wurde als sowas wie die Weltmusik/Volksmusik-Disco der Einwandererkinder gesehen. Aki Nawaz war schon weitergegangen, und weitere Schritte folgten. Der sogenannte "Asian Underground" hingegen hatte eine nie zuvor dagewesene Hipness. Obwohl Aki Nawaz diesen Begriff, "British Asians", nicht sonderlich mochte ("I'm firstly a human being."), so konnte auch er stolz zurückblicken auf bisher Geleistetes: "We were working with people like Andy Weatherall or Adrian Sherwood - striving for the crossover and updating Asian music to match the frantic pace of the 90s."
Auf dem Album "Nusrat Fateh Ali Khan Remixed" kamen sie alle zusammen: Fun-Da-Mental, Talvin Singh, Nitin Sawhney, Joy, Asian Dub Foundation, die Crème de la Crème des "Asian Underground". Das Album sollte den großen pakistanischen Sänger, der vor seinem plötzlichen Tod noch mit Eddie Vedder von Pearl Jam gearbeitet hatte, ehren.
Connected, 11.5. (14-17)
Aki Nawaz und Fun-Da-Mental zu Gast im FM4 Studio.
12.5. Fun-Da-Mental beim Donaufestival
Fun-Da-Mental und ihr special guest DJ Swami beim Donaufestival in der Alten Werft, Korneuburg.
Am Sonntag kann man von Wien mit dem Schiff nach Korneuburg fahren und dort in der Alten Werft Fun-Da-Mental und noch einiges mehr sehen.
Das Schiff wird am 12.5. von Wien Reichsbrücke, auf Seite des Mexikoplatz, Anlegestelle DDSG/Reichsbrücke um 18.00 ablegen und ca. eine Stunde für die Fahrt in die Alte Werft benötigen. Die Rückfahrt erfolgt um 23.00. Um 24.00, also rechtzeitig vor Abfahrt der letzten U-Bahnen, ist das Schiff wieder in Wien.