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Wien | 24.5.2005 | 14:39 
Die wunderbare Welt der Oberflächlichkeiten - Tratsch und Klatsch einer Fashionista.

Sonja, BorisJordan

 
 
Stadtmerkmale
  Jede Stadt braucht so etwas. So ein Merkmal, dass bewusst oder auch unbewusst von sagen wir mal jedem Viertem dort Ansässigen getragen wird. Dieses Etwas fungiert, wenn auch nicht sehr subtil, als eine Art Sippenmerkmal. Ich gehöre dazu und weiß auch warum. Nach innen wirkt die Codierungsfunktion, sprich Seinesgleichen wird Seinesgleichen dadurch erkennen und akzeptieren, nach außen hin funktioniert das Etwas als Einungssymbol aber auch als Abgrenzungsmerkmal gegenüber Leuten, die nicht von hier sind, auch Touristen genannt.

In den meisten Fällen werden diese Symbole sehr offenherzig von Menschen benutzt die sich maßgeblich dafür verantwortlich zeigen, dass ihre Stadt nun mal so ist wie sie ist und oft von den Lifestylegazetten als Trendmetropole gehandelt wird. In diesen Fällen wird zwar Individualität furchtbar wichtig, ist aber schon bei der Benutzung der selben Codes längst gekippt. Was dann aber auch keinen mehr zu stören scheint.

Man erinnere sich, die Trucker Mütze in N. Y. vor vier Jahren, die Leidenschaft der Tokioter für Bündchen aller Art vor drei Jahren oder weiße Converse in Paris vor ca. zwei Jahren.
 
 
Berlin ohne sichtbaren Hals
  Na gut, und nach zwei Wochen Berlin kommt man irgendwie nicht drum herum zu behaupten, dass diese Stadt von einem bunten Jersey Schal beherrscht sei. Eine gewollte Vorherrschaft ohne jeglicher Gewaltanwendung, ohne ästhetischen Fauxpas mit sehr vernünftiger politischer und sozialer Einstellung und ohne, das ist für Berliner Verhältnisse die absolute Ausnahme, Drucke.

Also ein ca. 2 m langer Jersey Fetzen ohne Abnähern oder sonstigen Sicherheiten, amerikanische Baumwolle, Sweatshop free produziert, in 21 Farben erhältlich und wie gesagt um mindestens jeden vierten Hals künstlerisch angehaucht drapiert. "Das ist auch gut so", würde Wowi sagen (ein Standard Spruch der Berliner - immer noch). Ist es ja auch wirklich. Kein größerer Segen hätte der deutschen Hauptstadt und Zentrale der internationalen T-Shirt Druck Mafia passieren können, als dass sich american apparel aus LA herüber getraut hat. Jene Firma mit grandiosem Konzept, Sweatshop freier Produktion und neben den Schals auch die besten T-Shirts der Welt. Der Jersey Himmel schlecht hin. Wenn man nach einer langen Nacht in Berlin die Welt vor lauter bedruckter T-Shirts nicht mehr versteht, einfach zu AA, und in einen tiefen Entspannungszustand verfallen.

www.americanapparel.net

 
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