Willkommen zum zehnten Teil einer unregelmäßigen Miniserie. Unnützes Wissen und essentielle Alltagsweisheiten, unterhaltsame Banalitäten und sarkastische Oneliner, aufgeschnappt von einem bekennenden Magazinjunkie.
Lars von Trier, Regisseur, über seine Lust an der Provokation
Ich leide natürlich an den gleichen Tabus wie jeder andere auch. Es ist meine eigene Bequemlichkeit, die ich aufrütteln will. Ich denke mir etwa eine kluge Situation aus, die mich dazu bringt, meine Kinder töten zu wollen. Das Problem daran ist, dass man das natürlich nicht tun darf. Niemals. Aber solche Paradoxien existieren in unserer Gesellschaft. Es ist ein Gedankenspiel, wenn Sie so wollen. Die Provokation richtet sich gegen mich selbst.
(Der Standard)
Lars von Trier
Jack White, Musiker, über seine Abneigung gegenüber dem Internet
For the average Joe, the internet is a great invention and it adds something to life and makes things easier. For artists and musicians it does nothing but spoil surprises and rob artists of the element of surprise.
(NME)
Björk, Sängerin, über musikalische Schubladisierung
I think it's really important with music not to categorize it too much. I think it's a bit dangerous when you have one heavy metal radio station, and another soul one and another whatever one. I don't think anybody is like that in the world. One minute we want to watch 'Tom & Jerry' and the next minute we're in the mood for Tarkovsky. That's life. One minute your grandmother is ill and she's about to die, and you have to deal with that, and the next minute your friend is telling you a really stupid joke, and you're laughing your ass off. Music should be in that same way.
(Tokion)
Björk
Lars von Trier, Regisseur, über Antiamerikanismus
Mir ging es keinesfalls darum, die USA zu attackieren. Die Menschen in 'Manderlay' sind genauso blöd wie in meinen anderen Filmen.
(Der Standard)
Pharrell Williams, Multitalent, über Musik als Droge
Here's the thing, and I don't want to talk you to death, but you have to understand that I get paid to make a stimulant. Music is a stimulant, right? (...) So you gotta think that I get paid to make something that you can't touch or see. That's amazing to me. To me music is a drug. I get paid to make a drug for people that they can feel. And it feels good, it doesn't make them feel horrible or bad. It stimulates discussion, and feelings and a virtual picture. For me, I'm super-fortunate to do so.
(ID)
Pharrell Williams
Lars von Trier, Regisseur, über künstlerische Regeln
In allen Kunstformen geht es darum, Regeln aufzusetzen. Man nennt das oft Stil, aber im Prinzip sucht man eine Reduktion der vorhandenen Mittel. Seltsamerweise gilt das im Film mehr als in anderen Formen als Tabu, weil er als freie Kunst aufgefasst wird. Das halte ich für naiv. Nichts ist frei. Und wenn es so wäre, müsste ich es für uninteressant halten.
(Der Standard)
Lars von Trier
Floria Sigismondi, Musikvideoregisseurin, über ihre Faszination für den Körper
I think it started when I was a child. I lived only in my head and let my body waste away. That way it became foreign to me. I got sick and allergic to everything. Even carrotts, but I think that was just in my imagination. When I was sick, I became powerfully aware of my body. Of how physical we are, how much we're animals. I could look at my body and became fascinated by it as something foreign. After that separation, I became obsessed with bodies. Maybe discovering bodies is a way of finding my way back to my own.
(Bon)
Floria Sigismondi
Jack White, Musiker, über seine Abneigung gegenüber dem Internet II
What we're dealing with is the fact that this is the generation where everybody wants everything right now. Like the crowds at the shows who want to watch a movie. Some of these kids feel like they shouldn't have to go to the show and go to the merch table and buy something - they should be able to click their mouse and buy something straigt away. That's spoilt. That's really, really spoilt.
(NME)
Jack White
Lars von Trier, Regisseur, über seine Motivation
Das ist die Geschichte, die ich nicht aufhöre zu erzählen: Sich über Idealismus lustig zu machen scheint meine größte Herausforderung zu sein.
(Der Standard)
Joss Whedon, Regisseur und Autor, über die Ideologie hinter seinem Film 'Serenity'
Tatsächlich habe ich sehr deutliche linke, vielleicht auch ein paar durchaus radikale Überzeugungen - so bin ich aufgewachsen, daran glaube ich. Aber vielen doch recht konservativen Menschen bedeutet dieser Film eine Menge. (...) Ich werde natürlich in meinem Film nichts sagen, das absichtlich gegen das gerichtet ist, woran ich glaube. Aber genauso wenig werde ich etwas sagen, das so wunderbar auf Linie gebracht ist mit meinen eigenen Ansichten, dass die Fiktion, die mythische Erzählung, meiner Polemik zum Opfer fällt. Das wäre nicht Geschichtenerzählen.
Und deshalb ist Verantwortung eine so zweischneidige Angelegenheit, denn das Erste, was ich übers Erzählen lernen musste, das Erste, was ich bei Buffy gemerkt habe, ist, dass die wichtigste Verantwortung des Geschichtenerzählers darin besteht, unverantwortlich zu sein. Er muss die Orte aufsuchen, die er nicht unbedingt für sicher hält, die ihm nicht unbedingt als anständig einleuchten.
(Spex)
Joss Whedon
Lars von Trier, Regisseur, über sein Problem mit der Demokratie
Natürlich empfinde ich die Demokratie als Problem, obwohl ich keine Alternative zu ihr sehe. Es wäre ja auch extrem provokant, wenn ich das behaupten würde. Aber vermutlich gibt es doch mehr als Demokratie auf der einen und Diktaturen auf der anderen Seite - anders, als die meisten Menschen das sehen. Es reicht schon, Demokratie zu hinterfragen, um als Nestbeschmutzer zu gelten. Das empfinde ich als gefährlich.
(Der Standard)
Lars von Trier
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