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Wien | 9.7.2007 | 09:26 
Twilight Zone: Musik-, Film-, Comics & more aus den schummrigen Gebieten des Pop.

Rotifer, Blumenau

 
 
Schöne Sätze (18)
  Willkommen zum achtzehnten Teil einer unregelmäßigen Miniserie. Unnützes Wissen und essentielle Alltagsweisheiten, unterhaltsame Banalitäten und sarkastische Oneliner, aufgeschnappt von einem bekennenden Magazinjunkie.
 
 
 
Josh Homme, Musiker, über harte Musik
  Schmerz? Ich mag das nicht: immer nur aggressiv sein, harte Musik, harte Typen. Jungs, die ihren Hass über mich auskippen und mit dem Schwanz vor meinem Gesicht herumwedeln. Erst der Kontrast lässt bestimmte Gefühle richtig zur Geltung kommen. Ich liebe es, über diesen knüppelharten Riffs sanft und melodiös zu singen.
(Intro)

 
 
Paul Banks, Sänger von Interpol, über das Scheitern (I)
  Man muss die Angst vorm Scheitern verlieren. Es ist aber ein Privileg, scheitern zu dürfen. Du hast den Erfolg nicht verdient, wenn du nicht ein paar Mal gescheitert bist.
(Spex)
 
 
 
Die Melvins, Musiker, über Rauchverbote
  King Buzzo: Mir ist das egal, Rauchen ist zwar lästig, aber ich bin keine solche Pussy, die es deswegen verbieten würde. Wir erlauben euch, Pot zu rauchen.

Dale Crover: Crack ist auch fein.

King Buzzo: Ich glaube an keine von den Regelungen. Ich rauche überhaupt nicht und ich finde es wirklich lästig, aber, was ich nicht mag, ist, dass sie so tun, als würden sie das wegen irgendwelcher Gesundheitsrisiken zu regeln versuchen. That's fucking bullshit, I don't buy that! Sie sollten einfach sagen: "Wir finden Rauchen nervig." Okay, super! Lass uns das abhaken. Ich will nicht, dass irgendjemand so tut, als würde er mein Leben retten - in irgendeiner Scheiß-Bar!
(Rokkos Adventures)

 
 
Throbbing Gristle, Industrial-Legende, über das Internet
  Ich hoffe ja, dass es zu einem großen Stromschlag kommt und Leute wieder anfangen müssen, miteinander zu reden. Das könnte sehr schockierend werden, oder? Man stelle sich vor, die Gesellschaft wäre gezwungen, ein paar Tage offline zu sein.
(Skug)
 
 
 
Paul Banks, Sänger von Interpol, über das Scheitern (II)
  Ich bin eitel. Und ich fetischisiere das Scheitern. Ich glaube, es ist die Angst davor, die Sicherheit zu verlieren. Unsere Haltung ist größtenteils von Angst diktiert. Angst beeinflusst unser soziales Verhalten. Man muss sich dieser Angst hingeben. In jedes neue Gesicht blickst du als Anfänger. Man kann nun mal kein Experte sein, wenn man etwas zum ersten Mal macht.
(Spex)

 
 
Marilyn Manson, Musiker, über seine gescheiterte Beziehung
  People would say that drugs and alcohol wrecked my marriage. But buyer beware. Dita said she had tolerated the lifestyle because she hoped I would change and threatened to leave if I didn't. I was sleeping on the couch in my own home. I was no longer supposed to be a rock star. I was someone who had to be apologized for.
(Spin)
 
 
 
Throbbing Gristle, Industrial-Legende, über ihre spaßige Seite
  Die meisten Leute nehmen den Begriff "Industrial" heutzutage viel zu wörtlich. Sie glauben, Industrial muss Metal-Bashing sein, harte Rhythmen etc. Offensichtlicherweise waren und sind TG nicht Teil davon. Ich glaube, der Sinn für Humor wird viel zu oft ignoriert. Viele Jokes und sarkastische Bemerkungen sind in der Musik eingegraben, sie warten dort auf diejenigen, die die Empfänglichkeit dafür haben, sie zu finden, darüber zu lachen und dadurch stimuliert zu werden. Ironie ist immer mächtig.
(Skug)

 
 
Die Melvins, Musiker, über die Probleme der westlichen Welt
  Das Lustige ist doch: Die USA und Europa haben keine erwähnenswerten Probleme - verglichen mit dem Großteil vom Rest der Welt (...) Warst du mal in Südamerika? Da geht es wirklich verrückt zu, die Leute leben in Kartonschachteln. Wir haben das hier nicht. Armut in den USA heißt, dass du nur einen Fernseher besitzt.
(Rokkos Adventures)
 
 
 
Rufus Wainwright, Musiker, über die Stars der goldenen Hollywood-Ära
  Eine Zeit, in der die Celebrities noch wirklich Kultcharakter und geradezu etwas Übernatürliches besaßen. Ich denke, dass die Zeit gekommen ist, unser Leben mit derselben Aufmerksamkeit zu behandeln. Wir sollten alles, was wir machen, mit dieser Intensität angehen, unabhängig davon, ob du als Klempner oder Politiker aktiv bist. Das ist das Wichtigste, was wir von den Stars lernen können: Was auch immer sie anpackten, haben sie bis zum Äußersten verfolgt. Und ich finde, dass das heute jeder so machen sollte.
(Style & The Family Tunes)

 
 
Jack White, Musiker, über seinen neuen Wohnort Nashville
  Hier herrscht eher die unverblümte Einstellung vor: "Wir wollen nur einen Haufen Platten verkaufen und jede Menge Geld scheffeln." Damit fühle ich mich wohler, denn diese Leute fragen nicht danach, ob ich cool genug oder independent genug bin, ob ich noch für Punk oder Underground stehe. All diese fürchterlichen Worte, von denen ich selbst früher dachte, dass sie eine Bedeutung für mich hätten, bis ich begriffen habe, dass es sich nur um Worthülsen handelt. Sie bedeuten für nichts und niemanden etwas, das ist nur Bullshit.
(Style & The Family Tunes)
 
 
 
Andrew Weatherall, Elektro-Legende, über Nostalgie
  Ich bin kein Nostalgiker. Nostalgie ist gefährlich. Sie ist der Grund, warum Menschen drogenabhängig werden. Sie wollen den Moment wieder erleben, in dem sie zum ersten Mal Drogen genommen haben - das ist unmöglich. Ich liebe mein musikalisches Erbe, aber ich will nicht davon leben. Ich könnte auf eine 20-Jahre-Acid-House-Tour gehen und viel Geld verdienen, aber kein Geld der Welt kann einen dafür entschädigen, auf einer Bühne zu stehen und keinen Spaß an der eigenen Musik zu haben.
(Groove)

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