Elfter September. Eine angemeldete Demo auf der Brücke zwischen den Berliner Stadtteilen Friedrichshain und Kreuzberg. Zwei Viertel, aber technisch gesehen ein Bezirk: 1998 wurden F-Hain (Ost) und Xberg (West) zu einem Bezirk zusammengelegt.
Um daran zu erinnern, dass jeder der beiden etwas, äh, ganz Besonderes ist, findet seit Jahren auf der Oberbaumbrücke, die die einzige Verbindung zwischen F und X darstellt, jährlich eine "Schlacht" statt.
Ziel ist es, das jeweils andere Grüppchen von der Brücke zu drängen. Niemand soll zu Schaden kommen, aber möglichst wild soll es aussehen. Die Massen von Obst kommen als Abfälle vom Großmarkt. So was hätten sich Linz und Urfahr ruhig auch mal einfallen lassen können, statt immer an ihren respektiven Rathäusern rumzurenovieren oder auch mal die Donaubrücke abzubrennen.
Was sich dann beim Krieg der Kieze abspielt, ist die Kreuzung aus Wikingerangriff, Liverollenspiel und "Dick und Doof" in ihren Tortenszenen.
Zeitgleich sollte übrigens die Oberbaumbrücke für den "Tag des offenen Denkmals" zur Begutachtung interessierter BürgerInnen und TouristInnen bereitstehen. Die Senatsverwaltung für Stadtteilentwicklung soll vorsichtshalber im Programm vermerkt haben: "Ab 15 Uhr wird mit Lebensmitteln geworfen!"
Übrigens, die FriedrichshainerInnen haben gewonnen.