"88729102 Terabytes Speicherplatz. 34 qm Wohnfläche.
Mach Platz für dein Leben. Komm zur Datenbank."
Und die Datenbank kommt auch gern zu dir. In Gestalt von Oma Liz.
"Hello, I'm Elizabeth Polonasky from the databank, I believe we've got an appointment." - "I just did expect actually ..." - "Someone younger?" - "Probably. Come in, come in." - "Thank you."
Weil es keine Pension mehr gibt, arbeitet Liz eben grauhaarig weiter. Sie ist Datenbankberaterin. Sie sichtet dein Material und legt dir dann entsprechende Angebote der Datenbank nahe. Du staunst. Bald wirst du wieder Platz haben.
"The fact that I'm a little older helps enormously psychologically, you know, we do have clients who have experienced data loss and that can be very traumatic [...] I see, right, no hard disk or back up devices, no secret storage spaces, floppy disks, zip-drives, nothing like that?"
Ein Forschungsauftrag
Oma Liz ist eine Erfindung von Anab Jain. Sie ist Interaction Designer. Und arbeitet eigentlich meistens daran, technologische Innovation für Menschen erfahrbar zu machen. Interessanter, magischer, verspielter. oder zu forschen, wie sich das Sozialleben verändert, wenn sich die Technik verändert. Und so entstand "Little Brinkland", so kam der Auftrag zu ihr: Eine große britische Firma für Bürobedarf ist an sie herangetreten und hat gefragt: Wie sieht die Arbeit im Jahr 2012 aus?
Jain forschte bei den arbeitenden der Gegenwart. Sie begab sich auf die Fotowebsite flickr: "I started talking to people through flickr. People were posting lots of photographs of their desks at home, of their desks at work, of their working spaces, of their obsessions with technology and I started e-mailing and asked them about how they work and why they work from home, how many hours they spent in front of their laptop, what their dream jobs were."
Dann interviewte Jain noch haufenweise Zukunftsforscher und Technikexperten und liess ihre Phantasie spielen.
Drei Jobs der Zukunft hat Anab Jain entwickelt. Den Hacker mit dem Datenhund, die Kaltzonenfrau und die Datenbank-Oma. Jedem von ihnen ist ein kleiner Dokumentarfilm gewidmet.
Anab Jain
Alice
Zum Beispiel Alice. Früher Datenneurotikerin und 24/7 online, jetzt schickt sie mysteriöse Postkarten aus der kalten Zone.
Den Weg zu Alice zeigen Sticker an - sie zeigen ein rundes Symbol und kleben an Buswartehäuschen, Mauern und in Tiefgaragen. Das Symbol steht für eine Cold Zone, eine Zone, in der man endlich offline sein kann und sich nicht verfolgt fühlt.
"I work for a corporation called "city watcher and it requires to have this RFID implants in your hands, so that they can keep an eye on their workers. It's an amazing piece of technology that means they can't find us in here. I need to take a break from work, play games, meet colleagues. The terminasls allow us to leave data for each other and basically at the end of the day nothing is stored, everything is deleted and nothing can be traced."
Andrew
Und dann gibt es noch Andrew, den Hacker, der mit einem Tierarzt zusammenarbeitet und Hunde betreut, die Podcasts versenden, wenn sie Gassi gehen. Hier haben wir schon eine junge dame im Park, die auf Luka, den Netzwerkdalmatiner wartet.
"Oh, look, there's Luka!"
Die Dokumentarfilme über Little Brinkland aus dem jahr 2012 sind mit viel Herz gedreht worden. Anab Jain:
"It was quite hard to start making technology 'real' which does not exist today. I knew that I was never gonna be able to really make a cold zone or really make a dog which had a wireless network inside it. The combination of using billboards and stickers and the technique of documentary film helped me create this fictional land - to an extent. I don't think I'm 100% successfull in that but I think the more time I spend on it I could almost imagine living there myself."
Little Brinkland
Mit Little Brinkland könnte es weitergehen, sagt Anab Jain. Aber momentan arbeitet sie schon wieder an etwas anderem: Kleine Autos, auf deren Dach man mit einem Stift malen kann, und wenn man sie auf den Boden stellt, fahren sie genau auf der zuvor gemalten Linie.