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Wien | 8.6.2008 | 00:34 
Innerlichkeiten. Äußerlichkeiten.

HansWu, Pfister

 
 
Show Angewandte 2008
  Mehr ernsthaftes Streben, mehr Männermode, Triumph des Stylings in Sachen Schuhe, Haare und Brillen, aber kaum interessante Laufsteg-Inszenierungen. Tja, man kann nicht alles haben. Die Studierenden der Modeklasse unter Veronique Branquinho (und deren künstlerischen Assistenten Priska Morger und Hermann Fankhauser) zeigen ihre Entwürfe.
 
 
 
 
 
  "Ich bin ein kleines Kännchen zart und klein
und aus Porzellan, ganz fein,
was ich in mir habe schmeckt auch dir,
rühr mich um und trink aus mir".

Was wäre eine Show der Angewandten ohne die Ärmelstudien und Experimentellen Röcke des ersten Jahrgangs!
 
 
 
 
 
  An der Schulter zusammengewachsen - immerhin ist die Richtung klar.
Der Laufsteg verlief 2008 im Dreieck, was für optimale Raumausnützung bürgt, aber auch dafür sorgt, dass man die Modelle nur allzu kurz sieht respektive sich immer zwei Drittel des Publikums hemmungslos der Betrachtung ihrer Fingernägel überlassen können.
 
 
 
 
 
  Entzückend, Baby! "Peaceful Voyage" von Takahiro Inomoto aus dem zweiten Jahrgang. Jede/r aus dem zweiten Jahrgang muss eine Kollektion aus 4 Silhouetten zeigen.
 
 
 
 
 
  Seit Alber Elbaz für Lanvin für seine strahlend monochromen weiten Kleider Kunstfaser verwendet hat, gibt es anscheinen kein Halten mehr.
"a word less" von Luciano Raimondi aus dem zweiten Jahr.
 
 
 
 
 
  Schlafsäcke, Himmelbett, dicke Decke:
"sleepwalkers" von Tamara Julia Biricz! Und wir sind mitten in den Präsentationen des dritten Jahres.
 
 
 
 
 
  Gedankenstrich, also "--", nennt Ba Toan Nguyen aus dem dritten Jahr ihre Silhouetten. Hier zwei der insgesamt sechs.
 
 
 
 
 
  "Poise". Absolut passender Name. Brillen, Kettchen, und Haltung: On adore! Aus dem 3. Jahrgang von Lisa Maria Kreiter.
 
 
 
 
 
  "The prize goes to George from third year", findet die internationale Jury. Georges Nase, Woody Allen Brille und fluffig' Haar erfreuen uns, als er mit einem beseelten Lächeln die Urkunde an sich drückt und eine anmutige Halbdrehung vollführt. Quiek! Sein Nachname lautet übrigens Bezhanishvili, und seine Kollektion heißt "...Long Haired Child..." (Man sagt, er habe schon einmal ein Foto von Devendra Banhart betrachtet. Der Preis der Schweizer Textilindustrie besteht in Stoffen im Wert von 1000 Euro, sehr nützlich! Wir gratulieren.)
 
 
 
 
 
  Da versagen dem Publikum doch glatt die Beinchen, und das nicht wegen ihrer unbequemen Schuhe (... oh Mann, ihr hättet übrigens sehen müssen, wie alles auf die echten Louboutin-Satinpeeptoes der Sprecherin der Firma Swarovski gestarrt hat, die anwesend war, um ebenfalls einen Preis zu überreichen. Ich auch? Natürlich ich auch.)
Also, everyone's bloody beeindruckt von "Things Are Queer Part II" von Franziska Fürpass aus dem vierten Jahrgang.
 
 
 
 
 
  Laibach und Marilyn Manson wissen: "Fascho und Fetisch kommen immer gut."
Die beiden F hier traulich vereint mit der beschrifteten Maskenbraut (hinten ganz stilecht mit Pferdeschwanzfrisur) und zwei Trägerinnen von wehenden Seidenflaggen, die zusammen mit den restlichen 9 bis 7 Silhouetten gesammelt über den Laufsteg marschieren. Huh! Was für eine Inzenierung!
"The Pack", Diplomkollektion von Sakia Wendland.
 
 
 
 
 
  Wau! Ali Zedtwitz hat für ihre Kollektion S/S 2009 das Dreieck zur Basis ihrer Skulpturen gemacht und dazu Brillen und Taschen entworfen, sowie Schuhe mit Straussenfedern beklebt. Grosses Ah! und Oh! und 3000 Euro Preisgeld sowie Fotostrecke in "Rondo" im Rahmen des RONDO-Swarovski-Modepreises. Gratulation!
 
 
 
 
 
  "Ich weiß wohl, was du willst", sagte die Hexe, "dumm genug ist es von dir, aber du sollst deinen Willen haben, denn er wird die Unglück bringen, mein reizendes Kind. Du willst deinen Fischschwanz hergeben und dafür zwei hässliche Stümpfe zum Gehen bekommen. Der junge Königssohn soll dich lieben, mehr als sich selbst, damit du eine unsterbliche Seele erhältst."
Sarah Hyee, Diplomkollektion "Ever after". Nässe wurde übrigens mit ganz viel Fett in den Gesichtern simuliert.
 
 
 
 
 
  Manche stürzen sich eben schon früh ins Erwerbsleben, sagen wir mit zwölf, wie auch unsere kleine Freundin links ... ich hoffe, das ist nur der Natalia-Vodianova-Effekt hier. Und ja: Das sind Gymnastikpatschen mit drangeklebten Plexiglasblöcken aus der Kollektion "Curiosity killed the Cat" von Camilla Ornella Bernbach. Der Mann rechts läuft dafür auf 5-cm-Metallstollen, mehr darüber unter dem nächsten Bild.
 
 
 
 
 
  Die Stollen! Die orange oder dunkelblau geairbrushten Stirnen! Die Maskenzöpfe für Männer und Frauen!
"Vron" von Isabella Steger.
 
 
 
 
 
  Blaue Federbrauen und blauen Lidschatten trugen alle Mannequins, aber der "Vornezopf" war eine Stylingspezialität von Manuela Baumgartners Kollektion, äh, "75006.6.arrond.E1.W1F" -- klingt wie eine Kombination aus Pariser und Londoner Postleitzahlen, und ein Cover von "Wonderwall" war der Sound dazu.
 
 
 
 
 
  Erwarte nun stündlich, dass Adidas Stella McCartney kündigt und seine nächste Kollektion von Design-Sportmode zusammen mit Diplomandin Elisabeth Mayr rausbringt. Zu "OVER THE RAINBOW" lief die Coverversion der Judy-Garland-Amphetaminhymne von der albernen Punk-Supergroup Me First And The Gimme Gimmes zweieinhalbmal durch. Ist ein recht kurzer Song.
 
 
 
 
 
  Diplomandin Teresa Neuhauser (privat Layer- und Trenchcoatninja) exploriert und dekonstruiert Männerschnitte, lässt Hosenfalten mit jedem Schritt in anderen Farben aufblitzen und kennt keine Gnade mit ihren Models: Vorn ein zusätzliches Plateau, aber hinten immer noch derselbe kurze Absatz - Name der Kollektion: "Wel.come".
 
 
 
 
 
  So, und das hat uns kurz vor Schluss auch noch einmal von den Heurigenbänken gerissen: Materialien, die "zusammen leben". Leder, Federn, Ornamente, Kupferschmuck - "Symbioun" von Andrea Kollar.
 
 
 
 
 
  Dior ist super, Giles ist super, Margiela ist super. Aber am besten sind noch immer die Studierenden der Angewandten und am allerbesten meine zwei Fotografinnen, ohne die dieser Bericht nicht möglich gewesen wäre.
Schaut vorbei beim schlauen Modeblog tschilp und seinen hunderten Showfotos und bei den Nahansichten der aufstrebenden Site despiser!
 
 
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