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Wien | 9.11.2008 | 12:02 
Innerlichkeiten. Äußerlichkeiten.

HansWu, Pfister

 
 
Das Gegenteil von Wegwerfgesellschaft
  In der Mitte steht die Chefin und gibt die Parole aus.
Erste Parole: "Bis heute muss alles in Umzugskisten gepackt werden." Zweite Parole: "Das braucht's ihr aber nicht wirklich alles, oder? Da kann man schon noch aussortieren." Aye, aye, Captain, sagen alle, und schielen schon mit beiden Augen auf das, was die Nachbarn gerade aus ihren persönlichen "Streng geheim!"-Kästchen holen.
 
 
 
 
 
FM4 zieht um
  Wir bekommen ein neues Studio, wir haben diverse Räume von Ö1 an uns gerissen und gelb gestrichen, die FM4 Flagge weht auf dem eroberten Territorium, nur das Nation Building dauert wieder mal. Ende der martialischen Metapher: In den nächsten Monaten werden wir eine Wanderklasse sein.

Nach uns die Abrissbirne.
 
 
 
 
 
  Trishes in der Schlichtungsstelle. Des einen Müll ist des anderen Reliquie, Reden ist Schweigen und Silber ist Gold.
Geier staken zwischen den Umzugskisten hin und her, bereit, jederzeit für Dead Media, Andenken, Altkleider, und Reste herabzustoßen. "Du, die Platten, die da vor deiner Tür stehen, hab grad auf Discogs nachgeschaut, da bringt doch jede noch 30 Euro." "Hier ist ein Stapel mit Einsendungen, wo "Webhost, leider nein" draufsteht - Archiv oder Tonne?" Fast alles, was ihr uns schickt, haben wir treuen Seelen noch: Frequency-Bühne aus Pappe, Moosgummi-Aquarium und Feist-Scherenschnitte. Messies, getarnt als sentimental-soziale Top Friends.
 
 
 
 
 
  Ach, sieh an, meine alten Zeichnungen der Digital Underground-Avatare. Damals war "Snow Crash" noch ein halbwegs neues Buch. Heute haben wir Second Life.
Na toll.
 
 
 
 
 
  Kurzer Besuch beim Chefredakteur. Ich berge aus dessen Müll mein in Kunstharz gegossenes Seepferdchen, das ich als FM4-Prakti damals aufgestellt habe, um die Götter günstig zu stimmen. "Martin! Du kannst doch nicht den guten "Mitarbeiter des Monats"-Spiegel aus der Ganz Alten Redaktion wegwerfen!" - "Der ist doch schon voll igitt ... sag mir lieber, wem diese Stelzen gehören."
Draußen formiert sich eine Schlange von Anwärtern auf den Rosenschirm.
 
 
 
 
 
 
 
  Wird die "Bands mit 4 Buchstaben"-Liste, die uns so oft aus unseren Selbstmordgedanken gerissen hat, den Umzug mitmachen? Wer weiß es. Ein Hauch von Schicksal weht durch die Räume, und Rainer zeigt am Mac, wie man sich die Computer-Inder, die uns die Arbeitsplätze wegnehmen, vorzustellen hat.
 
 
 
 
 
 
 
  Gammelige Wandpaneele für bessere Akustik und eine Studer-Bandmaschine aus dem Fin de Siècle. Der Rest der ReporteInnenkabine, sagt der Zettel, ist SCHON ÜBERSIEDELT. In einen zugigen Gang, in dem auch die Musikredaktion und ihre CD-Sammlung schwalbennestartig an einem Felsenvorsprung haftet.
 
 
 
 
 
  Die ältesten Kassettenfunde in der hinteren Redaktion: 1990 und 1992. Und Damen und Herren, treten sie näher in dieser Sideshow. Das allererste TNT Jackson-Demo. Der Musikredaktion, die jedes Album mit Post-Its beklebt, auf denen einzelne eingeringelte Zahlen vermerkt sind, sind kurz mal die Ziffern ausgegangen : "Großartig."
 
 
 
 
 
  Ja, auch die Kamera, mit der diese Fotos gemacht wurden, lag unter Bergen von K.R.A.M., mit ihr haben wir schon Bilder von P.J. Harvey und H-Blockx gemacht, zwei Bandnamen, synonym zu verwenden mit "ausgehendes 20. Jahrhundert".
 
 
 
 
 
  Inzwischen hat jeder einzelne Gegenstand auch wirklich dreimal die Kiste gewechselt. Müll trennt sich von Pretiose, auch die Bauarbeiter gehen noch einmal schnell die Haufen durch, he, das ist doch die Bücherkiste für die Volkshilfe!
Ich freu mich schon auf unser Überbrückungsstudio, das mit dem Blick auf die Kastanienbäume und die Wiese. Deckel zu. Kann losgehen!
 
 
 
 
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