fm4.ORF.at ORF.at login
StreamPodcastsMail an FM4
zurück zur TitelseiteSOUNDPARK - Your Place for Homegrown MusicSTATION - alles rund um den RadiosendernotesCHAT
Wien | 5.4.2007 | 10:54 
Videospiel-Kultur, essenzielle Elektronik und famoses Allerlei.

Burstup, Gerlinde, Grenzfurthner

 
 
Entwickeln im Hinterzimmer
  "Es ist ein organisiertes Chaos" meint Florian, leidenschaftlicher Coder, Startup-Gründer und Piratenpartei-Mastermind, als wir gegen 0 Uhr 30 das Metalab verlassen. Er ist ein typischer Vertreter der quirligen, mittlerweile über 100 Köpfe zählenden Truppe der Wiener Hacker- und Geekcommunity. Tagein, tagaus sitzen seit nun schon über einem Jahr schlaue und technisch stark vorgebildete Herren und vereinzelt auch Damen in den tiefer gelegenen Räumlichkeiten neben dem Wiener Rathaus und basteln gemeinsam Roboter, schreiben Programme, halten Vorträge, ordern Pizzas und konsumieren koffeinhaltige Limonaden.
 
 
There is something special going on
  Diese Woche ist im Metalab besonders reges Treiben, denn es wurde erstmals eine eigene Games-Entwicklertruppe zusammengestellt. Der Grund: Man nimmt an dem Programmierwettbewerb PyWeek teil. Dabei sollen mit der plattformübergreifenden Programmiersprache Python innerhalb von nur einer Woche kleine Computerspiele entwickelt werden.

Neben dem Metalab-Gründer Paul Böhm, der seit seinem achten Lebensjahr Entwicklungsumgebungen für Grafik-Adventures bastelt, gibt es zwei Teams: Die Gruppe, in der Florian dabei ist, werkt an 'Mt. Fuji' - ein Ninjaspiel, wo man sich mit einem Enterhaken einen Berg hocharbeiten muss. Das Duo Lukas und Stefan arbeitet an einem Kugelrollspiel mit dem klingenden Namen 'Series of Tubes'. Auftretende Unklarheiten werden durch den Griff in die Nerd-Bibliothek oder das Fragen der Kollegen aus der Welt geschaffen. Schlafdefizite werden durch Enthusiasmus wettgemacht.

 
 
Wie bei den Großen: Hier reicht das Storyboard sogar von der Wand ...
 
 
... bis an die Decke.
 
 
Auffälligkeiten gibt's im Metalab buchstäblich an jeder Ecke.
 
 
Vorbeischauen und da bleiben
  Projekte wie die PyWeek sind das Herzstück des Metalab und der Grund, warum es so gut funktioniert. Dadurch werden neue Interessenten angelockt, die - lernen sie die Atmosphäre der Community schätzen - oft zu regulären Mitgliedern werden. So auch Richard alias Nex. Er ist eigentlich nur wegen der PyWeek hier, überlegt aber, dem Metalab auch danach treu zu bleiben. Eingewöhnt hat er sich offensichtlich innerhalb kürzester Zeit. Kein Wunder: Alles wirkt völlig unkompliziert. Menschen kommen und gehen, wann sie wollen, knotzen mit dem Laptop auf dem Schoß Film schauend in der Ecke, lachen im Raucherkammerl über nerdige Videoclip-Klassiker oder spielen gemeinsam 'Katamari Damacy' und 'Wii Sports'.

"Die soziale Kontrolle funktionert sehr gut. Darüber hinaus wird keiner zu etwas gedrängt." erklärt Paul Böhm das gut funktionierende Laissez-faire-Konzept des Metalab. Ordentliche Mitglieder zahlen 20 Euro im Monat Mitgliedsbeitrag. Davon wird die Miete bezahlt und werden Küche und Kühlschrank gefüllt - mit einer offenen, gemeinsamen Kassa.

 
 
Herrgottswinkel
 
 
Die Stunden sind gezählt
  Bis Sonntag ist noch Zeit, die Games-Projekte zu finalisieren - Paul, Florian, Richard und Co. erhoffen sich eine Platzierung im oberen Drittel. Momentan geht's aber erst einmal darum, dass man überhaupt etwas auf dem Bildschirm bewegen kann. Bei so viel Eifer und Tatendrang dürfte dieses Problem aber bald aus der Welt sein.

Das erfreuliche Fazit nach dreieinhalb Stunden Besuch in der Rathausstraße 6 in Wien: Zu Gast im Metalab sein, ist mindestens genauso spannend wie die Projekte, an denen dort geabeitet wird. Eine bemerkenswerte Einrichtung, die hoffentlich noch länger bestehen und wachsen wird.

 
 
Lukas (links) und Stefan mit ihrem Kugelspiel. Noch nicht interaktiv - aber bald!
 
 
Auch Zerstreuung ist wichtig: Hier wird zu viert an einem PC das von Florian bereits vor längerer Zeit ins Leben gerufene Super Mario War gespielt.
 
 
fm4 links
  Metalab

Pyweek Game Coding
   
 
back
 Übersicht: Alle ORF-Angebote auf einen Blick