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Wien | 15.11.2007 | 18:57 
Videospiel-Kultur, essenzielle Elektronik und famoses Allerlei.

Burstup, Gerlinde, Grenzfurthner

 
 
No place to hide
  Je länger man über die Möglichkeiten nachdenkt, die einem als heranwachsender Mensch in Sachen Subversion bleiben, fällt die Auswahl zunehmend magerer aus. Musik, Mode, Film, Literatur, Kunst - all das ist in sämtlichen Ausformungen, Brüchen, Überschneidungen und Provokationen selbstverständlich nicht an einem inhaltlichen Ende angelangt, allerdings jeglicher Mystik beraubt, die eine ganze Elterngeneration verstören würde oder gänzlich unverstanden bliebe. Selbst seltsame Gruppenrituale oder trashige Internet-Video-Ästhetik werden innerhalb kürzester Zeit kommerziell decouvriert und in den Shopping-Ketten dieser Industrieländer-Welt feilgeboten. Hallo Emo, wir haben schon wieder was neues für dich!
 
 
 
Diving into the code
  Für mich wurde und wird es zunehmend klarer, dass die einzige Form der juvenilen Abgrenzung von der "Erwachsenenwelt" in der fortgeschrittenen Computer-Kultur und im Internet liegt. Und zwar nicht bloß in der schnöden Konsumation von Angeboten, sondern in Form der kreativen Produktion: Das Web mit eigenen Kreationen erobern, hacken und auf den Kopf stellen, digitale Welten schaffen, schöpfen und sie wieder in sich zusammenbrechen lassen, digitale Kunst mittels der Symbiose von Code, Grafik und Sound schaffen, von der vielleicht viele verblüfft sind - aber wo nur die wenigsten wissen, wie sie entstehen und entstehen können. Genau dort, bei der digitalen Kunst setzt die sogenannte "Demoscene" ein - nun schon seit bemerkenswerten 25 Jahren.

 
 
 
 
Demoscene Meetings
  Seit den frühen Achtzigern basteln findige Programmierer, Grafiker, Hacker und Cracker an kleinen, selbstablaufenden Computer-Animationen, den sogenannten Intros, und später: Demos. Dabei ist der Rechner nicht bloß Mittel zum Zweck, sondern seine technischen Möglichkeiten werden mit allen Finessen schlauer Geeks virtuos ausgereizt.

Der Wiener Verein für Medientheorie und Computerkultur [d]vision (wir erinnern uns an electronic kindergarten und digital BIEDERMEIER) spezialisiert sich seit kurzem auf die Demoscene und lädt nun monatlich zu einem Jour Fixe im Wiener Lokal werkzeugH.
 
 
 
Erster Stargast
  Erster Gast wird heute (Donnerstag, 16. November) Demo-Urgestein Kostas Pataridis aka navis von der Gruppe ASD aus Griechenland sein, der einen ausführlichen Vortrag über die Geschichte der Demos halten und dabei auch jede Menge Demos zeigen wird.

Kostas ist mittlerweile 29 Jahre alt und seit kurzem Vater, hat einen Job außerhalb der IT Welt und bleibt trotzdem seinem Hobby innerhalb der Demoscene treu. Nach bereits geführtem Interview im FM4 Studio kann ich versichern, dass der Mann alles andere als ein wortkarger Nerd ist, sondern gut Geschichten erzählen kann und für einen spannenden Abend - auch für Nicht-Eingeweihte - sorgen wird.

 
 
Demoscene on air
  Heute (Freitag, 16. November) gibt es in FM4 Connected (15 bis 19 Uhr) ein Interview mit Kostas Pataridis sowie der Projektleiterin von [d]vision, Gina Webhofer, zu hören, wo mehr über die Wurzeln und das Wesen der Demoscene gesprochen wird.
 
fm4 links
  www.dvision.at
Infos zu den Demoscene Meetings, die ab sofort monatlich stattfinden werden.
   
 
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