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Wien | 6.9.2008 | 13:10 
Videospiel-Kultur, essenzielle Elektronik und famoses Allerlei.

Burstup, Gerlinde, Grenzfurthner

 
 
Sind wirklich keine Laptops dabei?
  frage ich Hanna, eine unserer guten Seelen hier in Linz, als ich nochmal das Programm des Soundpark-Picknicks durchsehe. Dort findet sich zumindest nichts dergleichen. Dafür jede Menge skurrile und unkonventionelle Musikmachgeräte: Bayerischer Schimpfsack, Cracklebox, Monome und so weiter. Und natürlich viele GameBoys. Am Zettel liest sich dieses Experiment, das erste FM4 Soundpark-Picknick, schon mal super. Aber ob es auch wirklich hinhaut?
 
 
 
Der erste Act beim Drapieren seiner Geräte und Spielzeuge. Mit Wolfgang Bauch (rechts) an seiner (technischen) Seite kann diesbezüglich schon mal nichts schiefgehen.
 
 
Die Running Order, unter wachsamer Betreuung.
 
 
First gig
  Für Ergen Bürder alias Gregor, der sonst als Kreuzfideler Jammertaler umtriebig ist, bedeutet der Auftritt beim Soundpark-Picknick sein erstes Solokonzert überhaupt. Begeisterung! Und natürlich: Anspannung. Es haut aber alles - vielen Proben sei Dank - hin und auch die Schimpfsäcke und Jodelbären kommen zu ihren Ehren. Obwohl es sich der Ergen Bürder nicht einfach macht, und nur mit einem Sampler als Rhythmusmaschine bewaffnet in den Konzertkampf tritt. Er hat aber immer einen Joker dabei: Die Spielzeug-E-Gitarre, mit deren Starpower er möglicherweise auftretenden Missmut wieder ausbügelt. War zwar nicht notwendig, geshreddet wurde trotzdem. Encore!
 
 
 
Ergen Bürder
 
 
Elektronische Spiele und Musik
  Für mich birgt das Soundpark-Picknick ja eine wunderbare Schnittstelle meiner beiden liebsten Themenbereiche ([1], [2]). Und wohl niemand könnte diese Schnittstelle, hier am Linzer Pfarrplatz, so gut in Szene setzen, wie wöhrer & eigner.

Der gemütliche Richard Eigner mit seinem charmant-verschmitzten Grinsen als Trademark hat sich als pausenlos interessierter Elektronikmusik-Fan und -macher sowie Labelbetreiber bereits einen Namen gemacht. Er bedient heute einen Einschlaf-Synthesizer aus den 1970er Jahren, eine Triangel und einen Waldteufel. Martin Wöhrer hingegen ist bevorzugt Sounddesigner für Videospiele und kennt seinen DS in- und auswendig. Musikalisch eher experimentell und sphärisch, bieten die Herren fürs Publikum eine gelungene Möglichkeit zum Entspannen zwischen den vielen Ars Electronica-Fußmärschen.
 
 
 
wöhrer & eigner
 
 
Prominenz in Geschlechterbalance
  Keine Frage: Der erste Höhepunkt in Sachen Picknick-Headliner heißt GameBoy Music Club. Zwei Damen und zwei Herren vom Club sind nach Linz angereist, um gepflegte Pixelmelodien über den Pfarrplatz zu schicken. Wieviel Prozent des gesamten Clubs sie sind, möchte ich beim kurzen Auftrittsinterview wissen. Das vertretene Kollektiv schätzt auf rund 25% der aktiven Gruppen-Gesamtheit und legt dick nach: "Wir sind super." - Right on!
 
 
 
Von links: Stefan, Melanie, Maria und Peter vom GameBoy Music Club.
 
 
More from the boy
  Während der renommierte 8-Bit-Club auf der Bühne spielt, schaut ihnen IRQ7 alias Hannes genau auf die Finger. Der Kärtner Computermusiker, der seit Jahren mit SID-Chip und Tracker-Programmen vertraut ist, hat seinen GameBoy auch schon in der Hosentasche stecken. Allerdings: Dieser Mann braucht keine Sessel und besteht auf Zwischenansagen. Konzentriert ist er zwar ebenso wie die Menschen, die vor ihm auf der Bühne waren - doch ihn sieht man besser!
 
 
 
IRQ7 beim Checken der richtigen Sequenz.
 
 
Der Musikant mit Tastenfeld in der Hand
  Nach viel Handgeräten wird es nun endlich mal wieder Zeit, sich Instrumente umzuhängen. Gitarren? Aber nicht doch. max min, eine Hälfte des Grazer Elektronik-Duos Fiago, schnallt sich viel lieber sein Monome um - ein Gerät, das alles Mögliche und Unmögliche ansteuern kann. Max zaubert so aus aus seinen Vocals komplexe, rhythmische Spuren, die einen wunderbaren, langen, intensiven und beatlastigen Track zaubern. Als dieser aus ist, starren wir alle gespannt auf die Bühne - und beobachten den Max beim Einpacken seiner Geräte! Die 20 Minuten schon um? - Kann nicht sein. Beim nächsten Mal bitte mindestens dreimal so lang spielen, lieber Max!

 
 
max min von Fiago. Beim nächsten Mal live zu sehen im Sass Club in Wien am 11. September.
 
 
Waiting for the Köter
  Er hat sich hinten angewurzelt, damit niemand aus dem Picknick purzelt: Traxxköter alias Thomas wollte den letzten Slot des Soundpark-Picknick bespielen, weil sein Set am längsten dauert. Was wir nicht wussten: Dass er nicht wusste, dass unsere Pfarrplatz-Party bereits am Freitag und nicht erst am Samstag über die spätsommerliche Bühne geht. Macht nichts, führt aber zu ein klein bisschen Verzögerung. Bis der letzte Act des Tages am Bahnhof angekommen ist, bleibt fürs interessierte Publikum eine Stunde zum Beine vertreten. "Aber dann wieder kommen", lege ich der sonnenbestrahlten Wagenburg-Posse ans Herz. Es zahlt sich aus.

 
 
So ein Traxxköter: Macht sein Zuspätkommen binnen Minuten durch perfekte GameBoy-Mukke wieder wett. Sitzt zwar, macht aber auch Zwischenansagen. Und spielt, wie versprochen, ein langes Set plus Zugabe. Chapeaux!
 
 
 
 
Experiment geglückt
  Schon zu Beginn des Picknicks spüren wir, dass sich dieses kleine Projekt gut anfühlt und funktioniert. Die Musikmachenden haben Spaß am Mitbringen und Inbetriebnehmen ihrer kuriosen Klangkörper und den BesucherInnen wird eine entschleunigte Atmosphäre mit vielen Sitz- und Liegegelegenheiten geboten. Wir freuen uns aufs nächste Mal!
 
 
 
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  Die Ars Electronica 2008 auf fm4.ORF.at

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