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Diese britische Spieldokumentation hält sich bei der Auseinandersetzung mit dem Thema Atomkrieg nicht zurück. Der Schauplatz ist die Industriestadt
Sheffield und "Threads" schildert aus der Sicht von Ruth Beckett und ihrem Verloben Jimmy Kemp die Zeitspanne von zwei Monaten vor bis 13 Jahre nach der Massenvernichtung. Dem Zuseher wird eine plastische und verstörende Darstellung der mittelalterlichen Bedingungen, die nach einer solchen Auseinandersetzung herrschen würden, vorgesetzt, mit Hunger, nuklearem Winter, Seuchen, psychischem Trauma, Analphabetismus sowie mentaler und körperlicher Mutation. Anders als viele Filme dieses Quasi-Genres - wie "The Day After" - schleicht "Threads" nicht um die Konsequenzen des Atomkriegs herum, wie die Katze um den heißen Brei, "Threads" kommt geradewegs zum Punkt. Die Moral - soweit es eine gibt - von der Geschichte scheint zu sein, dass die Menschheit wohl in der einen oder anderen Form überleben würde, aber sie würde nicht hübsch anzusehen sein. Der Regisseur Mick Jackson setzt sehr gekonnt Standbilder, erzählte Handlung und Voiceover ein um dem Film den Anschein einer Dokumentation zu geben; so als würde man als Fliege an der Wand einen Blick auf das postapokalyptische England werfen. Manchmal sieht es so aus als würden einige der Bewohner dieser zerstörten Welt - besonders jene in den Standbildern - uns neidvoll anstarren. Natürlich hat die Welt sich verändert seit dieser Film entstanden ist, und die Politik des Kalten Krieges jener Zeit ist nun Teil der Geschichte. Aber nachdem weltweit immer noch über 20.000 Atomwaffen existieren hat "Threads" dennoch nichts von seiner Schärfe und Relevanz eingebüßt. Der Titel bezieht sich übrigens auf die gegenseitige Abhängigkeit der verschiedenen Elemente, die die Gesellschaft zusammenhalten, voneinander und darauf, wie leicht diese komplizierten Verbindungen zerstört werden können.
>> Vorführung am 9. Februar 2003, 19:30. |
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