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Wien | 29.5.2003 | 20:45 
Das (monochrome) Ende der Nahrungskette

HansWu, Trishes, Pinguin

 
 
Quo vadis, Logo?!
  Eine Woche kein Log geschrieben. Kein Wunder.
Habe die ganze Woche lang gedübelt, geschraubt, geklebt, gespachtelt und telefoniert. Und im Auto bin ich auch gesessen.

Warum?
monochrom und das Bureau für Philosophie luden WissenschaflerInnen und KünstlerInnen zu einer Beschäftigung mit dem Thema "Quo vadis, Logo?!" ein.

Motiviert wurde dieser Wunsch nach wissenschaftlicher und künstlerischer Auseinandersetzung durch aktuelle Tendenzen im Werbesektor.

Konzern-Domänen bestehen - wir alle kennen das - aus legal geschützten Symbolen, Logotypes und anderen grafischen Marken, die sich weltweit bewegen und den Konzern direkt repräsentieren. Die Marke ergänzt das Produkt, vielmehr noch, sie wird zum Produkt. Angepriesen werden nicht mehr die greifbaren Dinge hinter den Brands, sondern Images und Lebenshaltungen. Als Reaktion kommt es zu einem verstärkten Bewusstsein von KonsumentInnen hinsichtlich De-Branding und Trend-Zapping.
(Trend-)AutorInnen wie Naomi Klein ("No Logo") kritisieren mit ihren Arbeiten offen die Machenschaften der Konzerne. Wird diese Kritik nun zum Grundstein einer neuen Generation von Werbestrategien und Marken?
 
 
 
 
Die Konferenz ...
  ... findet am 30. und 31. Mai 2003 in der Arena im Quartier 21, Museumsquartier statt. Beginn ist Freitag 30. Mai 2003 um 13 Uhr.
Die VortragendInnen sind Anita Aigner, Norval Baitello, Anette Baldauf, Peter Deisenberger, Thomas Edlinger, Andreas L. Findeisen, Michaela Griesbeck, Herbert Hrachovec, Robert Kana, Helga Köcher, Karin Mairitsch, die Gruppe Or-Om, Christian Rupp, Beat Weber und Christian Zillner.
 
 
 
Die Ausstellung ...
  ... läuft von 30. Mai bis 29. Juni 2003 im Freiraum/Transeuropa im Museumsquartier.
Es werden Beiträge von Adbusters, Cuba Libre, Karin Frank, IFTAF, Robert Kana und Karin Mairitsch, Maschek, Minou Modarressy, new art, niij°, Or - Om, Dmitri Prigov, Processed World, ReclaimDemocracy, Andrea Ressi, Christian Rupp, SHIFZ, Tommy Schmidt, G. P. Thomann, Urtica, Richard Wientzek, Bernhard Wolf, Manfred Wuits, Christan Zillner und Ralf Traunsteiner gezeigt.
Die Ausstellungseröffnung ist am Freitag, den 30. Mai 2003 um 19 Uhr.
Der Eintritt zur gesamten Veranstaltung ist frei.
 
 
 
 
 
Schmankerlabstract #1: The Brand of Freedom
  von Anette Baldauf

Seit dem Anschlag auf das World Trade Center thront eine Ikone aus dem üppigen Bestand von Americana über allen anderen: das I Love New York T-Shirt. Seit 9/11 boomt in der Stadt und über ihre Grenzen hinaus der Verkauf dieses einst so banalen und heute hoffungslos überdeterminierten Shirts - so sehr, daß die Polizei die unauthorisierte Distribution des urheberrechtlich geschützten Slogans zu fahnden begann. Konterfeit T-Shirts - ebenso wie gefälschte Prada Handtaschen, Gucci Halstücher oder Rolex Uhren - heißen in den USA Knock Offs, und in einem Land, in dem jeder, von Präsident Bush bis zu General Motors, Konsumption mit Patriotismus gleichsetzt, definieren nun Polizei und Anti-Konterfeit Anwälte diese Plagiate nicht mehr als Affront gegen die US-amerikanische Wirtschaft, sondern auch als eine Form von Terrorismus. Offizielle Stellungnahmen insistieren auf einem Zusammenhang zwischen dem Knock Off Business und terroristischer Einheiten.
 
 
 
Schmankerlabstract #1: Na, Logo?
  von Beat Weber

Marken und die Ökonomie des Immateriellen. Seit dem Erscheinen von "No Logo" wird viel von der Krise der Markenindustrie geredet. Doch Marken sind nicht unterzukriegen. Logos sind zwar modisch, aber insgesamt kein Modephänomen, sondern Ausdruck der umkämpften Ökonomie des Immateriellen, die ungebrochen auf dem Vormarsch ist. Was die Ökonomie immaterieller Güter (ein Kontinuum, das von symbolisch aufgeladenen Produkten wie Designerkleidern bis Software und Musik reicht) so besonders macht, sind einige spezielle Eigenschaften, die das übliche profitorientierte Wirtschaften erschweren, und unter anderem das Etablieren von Marken für Unternehmen so besonders wichtig machen. Aber auch Einfallstore für Widerstand bieten ...

 
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