Kein Martial-Arts-Film und auch keiner über die asiatische Mafia, sondern tatsächlich einer über Magie, Fabelwesen und jugendliche Helden auf der Suche nach ihrer Bestimmung.
Der junge Zauberlehrling Galen bricht nach dem Tod seines Meisters auf, um auf eigene Faust, einen (der letzten) Drachen, der das Königreich Urland terrorisiert, zu töten. Der König hat sich mittlerweile mit dem Ungeheuer arrangiert: durch ein Losverfahren werden Jungfrauen ausgewählt, die als Blutzoll den Drachen davon abhalten, das Land - und damit die Ernte - regelmäßig zu verwüsten. Reiche und vornehme Familien - des Königs eigene Tochter inbegriffen - sind allerdings von dieser Lotterie ausgenommen. In diese herrschende Ordnung bricht Galen als Störenfried ein, wird eingekerkert und erst befreit, als der bereits tot geglaubte Drache erneut durch ein Opfer besänftigt werden will und sich die Königstochter freiwillig als Opfer darbietet. Ausgerüstet mit allerlei irdischen Gerätschaften und der Hilfe der Magie stellt er sich dem Kampf gegen das Ungeheuer.
Kurz nach dem ...
... zweiten Teil von George Lucas "Star Wars" (damals noch) Trilogie lancieren die krisengebeutelten Walt Disney Productions ihren eigenen Beitrag zum neu belebten Fantasy-Genre: der jugendlich Held, verkörpert von Peter MacNicol - der Jahre später vor allem durch die Serie "Ally McBeal" bekannt werden sollte - reift wie in klassischen Heldenepen und Entwicklungsromanen vom unbeholfen-naiven, sein Instrumentarium noch nicht wirklich beherrschenden Lehrling zum wild entschlossenen Kämpfer gegen das Unrecht, sei es in Gestalt eines despotischen Königs oder eines feuerspeienden Drachens.
Die Dunkle Zeit, ein mythologisches "Mittelalter" an der Zeitenwende vom Aberglauben zum Christentum, ist so düster, trostlos und apokalyptisch wie wir uns es nur vorstellen können - nicht zuletzt durch die Kamerarbeit von Derek Vanlint, der bereits für Ridley Scotts "Alien" (1979) verantwortlich zeichnete. So ironiefrei wie Lucas seine Weltraumabenteuer inszeniert ist auch "Der Drachentöter" höchstens unfreiwillig komisch. Trotzdem wirkt er wie das ernste, melancholische Gegenstück, das seine Mythen und Archetypen viel näher beim Entstehungsort "abzuholen" scheint, nicht mit grotesken Stereotypen und Kuscheltieren auffettet, und vielleicht gerade deshalb an den Kinokassen floppte.
Ein jung-verwegener ...
... Peter MacNicol, ein unvergleichlich weiser Sir Ralph Richardson, ein düster-hoffnungsloser Strukturpessimismus, eine verdammt korrupte Regierung und der definitiv wunderbarste Drache der Filmgeschichte. Genug gesagt.
Claudia Slanars ...
... Einführungsvortrag beginnt am Sonntag, den 29. Februar 2004 um 20:30 bei uns im monochrom-Raum im MQ (siehe Lageplan). Danach Screening des Films.