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Wien | 23.1.2007 | 22:38 
Das (monochrome) Ende der Nahrungskette

HansWu, Trishes, Pinguin

 
 
Free Bariumnitrate!
  Die chemische Verbindung Bariumnitrat bildet die Grundlage für die so genannte "Wunderkerze". Sie ist in verschiedenen monotheistischen Ritualen gebunden, gewissermaßen also unfrei. In Österreich zum Beispiel als fester Bestandteil des Weihnachtsfestes, an dem sich die Geburt des angeblichen Gottesohnes Jesus Christus jähren soll, weshalb man/frau meint "Sternspritzer" entzünden zu müssen. Desgleichen in Großbritannien, wo Wunderkerzen ("sparklers") zur Guy Fawkes Night abbrennen, in der die Niederschlagung eines römisch-katholischen Komplotts gegen den König als obersten Repräsentanten der anglikanischen Kirche (1605) gefeiert wird.
In den USA wiederum gehören sie zum Ritualbestand des 4. Julis, bei dem sich die nur scheinbar säkulare Nation in religiöser Manier ihres metaphysischen Grundes in der christlich-abendländischen (Werte-)Gemeinschaft versichert.

Bariumnitrat steht damit stellvertretend für alle SignifikantInnen, die in den Sinndiktaturen der großen monotheistischen Weltreligionen ausgebeutet und versklavt werden.
 Eine Wunderkerze.
 
 
Das "internationale Jahr des Polytheismus"
  Das "internationale Jahr des Polytheismus" will die weltgeschichtliche Epoche des mit sich selbst konkurrierenden Monotheismus (und seiner Derivate wie "der freie Westen" oder "die arabische Welt") überwinden durch die Wiedergewinnung einer polytheistischen Vielfalt, in dem sich die zahllosen Götter und Göttinnen selbst neutralisieren können bzw. den Überblick verlieren. Polytheismus ist Demokratie, Monotheismus bleibt Diktatur, selbst in seiner pseudo-säkularen Form.

Die symbolische Befreiung des Oxidationsmaterials soll dieses Jahr, das am 26. Januar 2007 beginnt, eröffnen. Wir wollen zu diesem Zweck mit Ihnen zusammen 10.000 gebündelte Wunderkerzen anzünden, und zwar ohne christliche und abendländische Hintergedanken (wie Lobpreis, Brauch, Demut oder André Heller). Es erwartet Sie ein wunderschönes, mächtiges Fanal, dessen repräsentationalistische Zweckleere und Sinnferne vielleicht einige der vom monotheistischen McKinseyismus vertriebenen heimatlosen und verwahrlosten Gottheiten aus ihrem Nahbereichsjenseitsexil anzulocken vermag, um den Eingotthimmel sinnvoll zu überfremden.

 Zehntausend Wunderkerzen.
 
 
 
 
Aus der von Klassen-, Rassen- und Männerinteressen...
  ...bestimmten Knechtschaft des Monotheismus und dem Bruderzwist seiner Dreifaltigkeit soll die Welt in die Vielfalt einer neuen Unübersichtlichkeit erlöst werden. Außerdem, so meinen wir: Polytheismus ist die Religionsform, die dem Lebensstil einer modernen, kosmopolitischen und vielfältig interessierten, jungen Kultur entspricht. Bereichern auch Sie Ihre Bewerbungsmappe durch Polytheismus. Stellen Sie sich Ihren Himmel individuell und auf Ihren Typ abgestimmt zusammen. Wir beraten Sie gerne. Beachten Sie hierzu auch unsere demnächst anlaufende Götter/Göttinen-Probeabo-Aktion.

Never forget: One is the number of the beast!
 
 
 
Wo? Wie?
  Freitag, 26. Januar 2007. Ab 19 Uhr im Symposion Lindabrunn, Steinbruchstrasse 25, Enzesfeld/Lindabrunn/NÖ.

Busshuttle ab 1010 Wien, Rathausstraße 5 neben Uni. Abfahrt am 26. Januar 2007, 18:00 Uhr; retour in Wien am 27. Januar 2007, 2:00 Uhr morgens.

Anfahrt: A2 bis Leobersdorf, rechts nach Berndorf / Hirtenberg, in Hirtenberg links nach Enzesfeld weiter bis Lindabrunn, nach Dorfkirche rechter Hand bei Wegweiser nach Aigen Hauptstraße verlassen und geradeaus den grünen Symposionsschildern folgen.



Und wer sich die Mühe macht einen schönen kleinen Aufsatz zum Thema "Polytheismus" zu schreiben, der bekommt einen schönen Schutzanzug (danke, freiwillige Feuerwehr) und darf ein wenig näher ran...
Einreichungen bitte per Mail.

 Symposion nebst Steinbruch: Lindabrunn
 
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