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Wien | 29.5.2007 | 20:25 
Das (monochrome) Ende der Nahrungskette

HansWu, Trishes, Pinguin

 
 
Das Internet und so
  Das Internet. Was ist es? Wie funktioniert es? Wo kommt es eigentlich her? Was kann man damit machen?

Diese und andere Fragen wollen wir in der Reihe "monochrom kennt sich (ziemlich) aus" erörtern. Das ist vorerst mal eine Behauptung. Und wenn sich jemand besser auskennt, dann wird sich das zeigen.
Die erste Möglichkeit zum Zuhören und Senf dazugeben gibt es morgen, am Mittwoch, den 30. Mai 2007 um 19:00 Uhr wenn die Veranstaltung das erste Mal über die (nicht vorhandene) Bühne des QDK (Museumsquartier Wien) geht. Denn Digi-Kunst kommt von Digi-Können. Oder so ähnlich.
 
 
  Der Vortragende des ersten Vortrags der Reihe -- Franz Ablinger -- berichtet dazu:
In meiner persönlichen Erfahrung begann das Internet mit dem Wunsch, irgendetwas Sinnvolles mit Heimcomputern anzufangen. Die Heimcomputer -- wer sich erinnert -- hatten ihre große Zeit­ in den frühen 1980ern. Ich sag' nur: Commodore C64. Heimcomputer waren jene Dinger, die eine breitere Verwendung vorgegeben haben, aber wo keiner genau sagen konnte, was man damit machen soll. So sind die Heimcomputer schließlich zu Spielkonsolen geworden. Weil: Heimcomputer waren Geräte, die man zu Hause aufgestellt und an den Fernseher angeschlossen und sich dann gewundert hat, was man damit machen soll. Man brauchte einen, gar keine Frage, aber wozu?
 
 
 
 
 
In Österreich...
  ...begann eigentlich alles mit dem Aufkommen des Fidonet, also viel später, als sich bereits die ersten IBM PC-Clones breitmachten und die Heimcomputer vollständig zu Spielkonsolen degradiert waren. Da gab es hunderte Freaks, die ihre Telefonleitungen für freien Datenverkehr bereitstellten und tausende eifrige NutzerInnen, die Daten austauschten, was das Zeug und die Telefonrechnung hielt. Schnell bildeten sich die ersten kommerziellen Anbieter solcher Knotenpunkte heraus, die auch unter dem enormen Druck des Erfolgs immer schnelleren Austausch zwischen den Knoten nötig machten, die Pioniere des Nets in der Form, wie wir es heute kennen.
 
 
 
Was aber war die Grundidee?
  Computer, das hieß in den 1970ern und davor: Großrechner. Schwer, teuer, aber dringend benötigt. Diese Ressourcen optimal zu nutzen hieß entweder: weit reisen, viel bezahlen für die Rechenzeit, oder per Post schicken und lange auf das Ergebnis warten. In Amerika fand man die Lösung dafür: paketvermittelte Netzwerke. Die erste Inkarnation: das ARPANET. Die Idee ist so einfach wie die Post: Wenn man Datenpakete adressieren kann, dann kann man sie auch weiterleiten, von Knoten zu Knoten -- wie beim Pakettransport der Post, nur in der damals unvorstellbaren Geschwindigkeit von Zehntelsekunden anstatt von Tagen und Wochen. Und auch mit Ausfallsicherheit: denn wenn eine Verbindung ausfällt, wird das Paket über eine andere Verbindung geschickt, auch ganz ähnlich wie bei der Post, wenn eine Straße oder Bahnverbindung gesperrt ist.

Man musste sich nur über die Sprache einig werden und über die Art, wie man derartige Datenpakete mit Adressaufklebern versieht ­ und schon konnte jeder Großrechnerbetreiber, der an dem Netz teilnehmen wollte, seine eigene Datenpaketstelle, die sogenannten IMPs (Interface Message Processor) einrichten.
 
 
 
 
 
Der Bogen des ersten Vortrags...
  ...wird sich somit überblicksmäßig von Morse-Netzwerken und analoger Telefonie über die ersten Computer, Heimcomputer und IBM-PC-Clones, das Fidonet, Telefon-Akkustikkoppler und -modems bis herauf zu den Gigabit-Netzwerken der Gegenwart erstrecken. In einem "Multimedia" (hui! Wie 1992!)-Labor erlebst du, wie sich das Inter-Netzwerk entwickelt hat und was dahintersteht.

Die weiteren Folgen der Reihe werden sich damit befassen, was man denn mit dem Internet so alles anstellen kann: Folge 2 am 27. Juni beschäftigt sich mit dem Thema "e-mail" in all seinen Aspekten.



So, zur Erinnerung. Folge 1 ist am 30. Mai 2007, 19 Uhr.
Im Museumsquartier, QDK (gleich neben dem monochrom-Office.)
 
 
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