fm4.ORF.at ORF.at login
StreamPodcastsMail an FM4
zurück zur TitelseiteSOUNDPARK - Your Place for Homegrown MusicSTATION - alles rund um den RadiosendernotesCHAT
Wien | 5.12.2007 | 13:47 
Das (monochrome) Ende der Nahrungskette

HansWu, Trishes, Pinguin

 
 
Zur Archäologie der Computersimulation
  Es ist wieder einmal Metaday im Metalab, meiner liebsten HackerInnenküche, und ganz besonders freut mich, dass mein guter alter Freund Thomas Brandstetter diesmal den Hauptvortrag halten wird.

Wissenschaftliche Arbeit hat sich durch die Computersimulation stark verändert. Aber gibt es eine Vorgeschichte, die in die nichtdigitale Zeit zurückreicht?

Ja. Und in seiner Lecture will Thomas Brandstetter die Historie der Computersimulation aus einer ungewöhnlichen Perspektive beleuchten: nämlich aus der Praxis der Modellexperimente, wie sie seit dem späten 19. Jahrhundert in den verschiedensten naturwissenschaftlichen Disziplinen durchgeführt wurden. Dort, so die These, tauchten erstmals erkenntnistheoretische Fragen und Probleme auf, die heute in Bezug auf die Simulationen verhandelt werden, wie zum Beispiel: wie lässt sich die Ähnlichkeit des Modells zum Phänomen garantieren, welchen Erkenntnisanspruch können die Ergebnisse solcher Experimente erheben, und was ist ihr Beweisstatus?
 
 
 
Es dreht sich bei der Vorgeschichte...
  ...der Computersimulation eben nicht darum, dass den technischen Vorgänger der Computers nachgegangen werden sollte (also den frühen Rechenmaschinen). Sein historischer Rückblick geht vielmehr von einer allgemeineren erkenntnistheoretischen Frage aus: wenn die Computersimulation heute wichtige und zentrale Fragen aufwirft, dann möchte er untersuchen, ob, und wenn ja, wo, solche Fragen schon einmal aufgetaucht sind und auf welche Weise sie verhandelt wurden.
Seine Ausgangsthese ist, dass Modellexperimente jene Schauplätze waren, an denen Fragen, die sich heute in Bezug auf die Computersimulation stellen, diskutiert wurden.
Diese These liefert auch ein heuristisches Raster zur Eingrenzung des Gegenstandsbereichs: d.h. Thomas Brandstetter interessieren eben vor allem Modellexperimente, und nicht so sehr Modelle, die lediglich den Zwecken der Erklärung oder Veranschaulichung dienen (dabei fallen dann sowohl Dinge wie anatomische Wachsmodelle oder mathematische Gipsmodelle heraus als auch theoretische Konstrukte wie die mechanischen Äthertheorien Maxwells).

Nun. Wir können gespannt sein.
 
 
 
Henry Cadell beim "Gebirgsfalten" (1889)
 
 
Dr. Thomas Brandstetter ...
  ... studierte Philosophie in Wien und promovierte in Kultur- und Medienwissenschaft an der Bauhaus Universität Weimar. In seiner Dissertation beschäftigte er sich mit dem Wandel des Maschinenbegriffs vom 17. bis zum 19. Jahrhundert am Beispiel der Maschine von Marly. Seit September 2006 ist er Mitarbeiter am Lehrstuhl für Erkenntnistheorie und Philosophie der digitalen Medien am Institut für Philosophie der Universität Wien.

 
 
 


Am Freitag, den 7. Dezember 2007, 19:30 im Metalab, Rathausstraße 6, 1010 Wien.
 
 
back
 Übersicht: Alle ORF-Angebote auf einen Blick