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Wien | 18.5.2008 | 11:59 
Das (monochrome) Ende der Nahrungskette

HansWu, Trishes, Pinguin

 
 
Twitter?
  Mikro-Blogging ist (wenn man/frau der gängigen Definiton folgen will) eine Form des Bloggens, bei der die Benutzer sehr kurze, fast SMS-ähnliche Textnachrichten veröffentlichen können. Eine Nachricht ist nie länger als 200 Zeichen... und das ist echt nicht viel, reicht aber doch aus um manche Leute auf fast haiku-mäßige Höhenflüge zu treiben.

Der bekannteste Mikro-Blogging-Service ist natürlich Twitter. Hatte eben erst die Freude, ein paar der Leute in San Francisco kennenzulernen, die Twitter im Frühjahr 2006 starteten und 2007 gleich den begehrten "South by Southwest Web Award" für die Kategorie "Blogs" gewinnen konnten.

Ich bin regelmäßiger Twitter-User. Das ist nicht verwunderlich, blogge ich doch schon seit Jahren und die Ausweitung auf das Kurzformat war für mich tatsächlich sehr spannend. Für viele meiner Bekannten und Freundinnen und Freunde, die mit Blogging normalerweise nichts anfangen konnten, war das Twitter-Format allerdings eine wirklich Erlösung.

Hä?

Nun, für viele Leute ist der Schritt zum regelmäßigen Blogging ein schwieriger. "Hab ich wirklich was zu sagen?" - und deswegen halten sich Leute oft digital schwellenverängstigt auch fern. Ich versuche die Leute dann immer davon zu überzeugen, dass 95% menschlicher Kulturproduktion ja sowieso Dreck ist, und es vollkommen egal ist, ob jemand ein wenig dazuwirft oder nicht. Es kann maximal was davon in die 5%-Domaine wandern. Basta.
Aber das Mikro-Geblogge hat bei einigen Leuten tatsächlich einen Knopf gelöst: "Ich werfe ja nur einen Gedankenfetzen hin, nicht mehr!"
Genau.
Und schon lese ich wunderbare Gedankenfetzen und Kurzkommentare, Hinweise und Overheards in meinem Twitter-Feed.
 
 
 
Ich mag keine Chat-Foren ...
  ... aber ich erinnere mich an die frühen Erfahrungen in BBSes und BTX-Foren. War alles natürlich maßlos teuer, aber es ermöglichte eine faszinierende kurzatmige Gleichzeitigkeit. Ich empfinde Twitter als öffentliches Hybrid aus Chat, Email und Presseservice: ein Kommunikationsschwarm, eine Kulturblase. (Hey, das ist keine Sloterdijk-Anleihe!)

Wenn ihr eine andere Nutzerin oder einen anderen Nutzer fragt, dann werdet ihr wahrscheinlich eine vollkommen andere Deutung bekommen. Und das ist auch gut so.

Na, was solls: "First they twitter, later they shit on your head", wie ich so gerne sage. Aber trotzdem. Chance bleibt Chance, sogar im Web-2.0-Sumpf.
 
 
 
Gelinke
  Die offizielle Seite: Twitter

Und hier mein Account, falls das wen interessieren sollte: johannes_mono
 
 
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