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Wien | 24.5.2008 | 12:31 
Das (monochrome) Ende der Nahrungskette

HansWu, Trishes, Pinguin

 
 
Verückt, total: Welt
  In den späten 1950ern und frühen 1960ern zeichnete sich der Niedergang des großen Kinos ab. Der neue Konkurrent "Fernsehen" wilderte beträchtlich in den Jagdgründen der Kinoindustrie. Die Studios versuchten gegen diesen Schwund anzugehen... und eine Möglichkeit war cineastischer Bombast. Spektakel. More is more. Und wundersamer Weise funktionierte das manchmal auch.
 
 
 
Die Geschichte von "It's a Mad Mad Mad Mad World"
  Nachdem er so gewichtige Filme wie "Das Urteil von Nürnberg" und "Wer den Wind sät" drehte, hat Stanley Kramer 1963 den Wunsch, etwas "weniger schweres" zu machen. Und die Studios wollten Massen ins Kino locken. Nun, an der Komödie "It's A Mad Mad Mad Mad World" ("Eine total, total verrückte Welt") gibt es gar nichts, was der Beschreibung "weniger" gerecht werden könnte. Mit seinem angeberisch wirkenden Cast, der sich ausschließlich aus Stars zusammensetzt -- darunter Schauspiellegende Spencer Tracey in seinem dritten von insgesamt vier Projekten mit Kramer - wird der überlange Film häufig als die "ultimative" Komödie gehandelt. In der Tat ist der Einfluss der "total verrückten Welt" in sämtlichen Road Comedies von "Cannonball Run" bis "Rat Race" festzustellen.
 
 
 
Wer kriegt die Kohle?
Na sicher mal das Studio...
 
 
Zur Handlung
  Nach fünfzehn Jahren kommt Smiler Grogan endlich aus dem Gefängnis frei. Er will so schnell wie möglich nach Santa Rosita, wo er nach seinem letzten großen Coup eine (für 1963 noch enorm wirkende Summe von) 350.000 US-Dollar versteckt hat. Doch Grogan verunglückt. Die acht Zeugen des Unfalls können nichts mehr für ihn tun, aber der
sterbende Grogan beschreibt ihnen, wo sie das versteckte Geld finden können. Doch wie soll das Geld aufgeteilt werden? Well... ihr könnt euch schon vorstellen wie: gar nicht. Vollgas.
 
 
 
Somit beginnt ein 200 Meilen...
  ...langes Rennen zum (Spoiler) großen "W" mit einem de-facto "Who is Who" der Comedy der 1960er Jahre. Unter den Hauptcharakteren findet sich ein Meeresalgenverkäufer (Milton Berle) und seine spröde Frau (Dorothy Provine), seine herrische Schwiergermutter (Ethel Merman), und deren tölpelhafter Sohn (Dick Shawn). Weiters dabei sind ein Pärchen auf Hochzeitsreise (Sid Caesar and Edie Adams), zwei "seltsames Paar"-mäßige Freunde (Mickey Rooney and Buddy Hackett), ein unberechenbarer Möbeltransporteur (Jonathan Winters), ein Hochstapler (Phil Silvers) und ein überspannter Brite (Terry-Thomas). Das Rennen dieser guten amerikanischen Staatsbürgerbrut findet über Land, in der Luft und zu Wasser statt. Die gierigen Wettstreiter bemerken nicht, dass ihnen längst der mitgenommene Polizeihauptmann T.G. Culpepper (Spencer Tracy) aus Santa Rosita auf der Fährte ist, der seit zwanzig Jahren darauf wartet, im Smiler-Grogan-Fall endlich zuschlagen zu können. Und falls euch das alles immer noch nicht reicht, ist der Film außerdem noch gespickt mit Gastauftritten von beinahe allen berühmten Comedians dieser Zeit, darunter Jerry Lewis, Peter Falk, Carl Reiner, Jack Benny, Don Knotts und sogar die drei Stooges.
 
 
 
Der theoretische Überbau...
  ...für den Dreh der total verrückten Welt scheint ja wohl schlicht "je größer desto besser" gewesen zu sein -- also dann doch eher handwerklich als theoretisch. Die Liste der Darsteller ist vermutlich die längste, die je für eine Comedy gecastet wurde; die Anzahl der Stunts und Drehorte ist enorm. Die mit 161 Minuten kolossale Länge des Films ist tatsächlich nur die Kurzfassung der ursprünglichen Roadshow-Version von unglaublichen 192 Minuten Länge. Gibt es noch eine andere Comedy mit Kino-Pause? Doch all seine Überdimensionalität wäre umsonst, wenn der Film nicht komisch wäre. Zum Glück enttäuscht die total verrückte Welt auch in dieser Hinsicht nicht.

Aber wie unterscheidet sich der Humor des Jahre 1963 vom heutigen Mainstream-Humor? Wie siehts mit den Stereotypen aus? Und schwebt über der flockigen Handlung nicht doch das Damoklesschwert der Kuba-Krise?

Nun ja, am besten ihr schaut vorbei...
 
 
 
Lauschet und sehet!
  Kommt doch am Sonntag, 25. Mai 2008 um 20 Uhr in den Raum D des Museumsquartiers. (Das ist ungefähr da.)

Es gibt eine diskursive Einführung im Rahmen der Projektion, mit gemeinsamer Betrachtung. Und dann gibts noch eine statistische Befragung.

(Wer ein schönes "W" mitbringt, der/die kann sogar was gewinnen...)
 
 
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