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Wien | 16.4.2002 | 22:01 
Früher: Heermeister der Hegemonie.
Jetzt: Teilzeit-Kalmücken-Khagan.

Gollackner, Gerlinde

 
 
Jobsuche Teil 2: Das Bewerbungsgespräch
  Vor einiger Zeit habe ich hier erzählt, dass ich wieder einen Lebenslauf schreiben muss. Seitdem hat sich eigentlich wenig an meiner beruflichen Situation geändert: noch immer keine Anstellung. Ich suche nämlich gar keinen Job, sondern versuche mich als das, was Robert Rotifer "Free Agent Dasein" nennt, irgendwie freiberuflich eben. Dies hat tausende Gründe, Vor- und Nachteile und ich erspare mir die heute in 'Connected' erwähnten Bewerbungsgespräche. So manche habe ich bei meiner ersten persönlichen "Dot.Com"-Krise führen müssen und das war manchmal mehr als eigenartig.
 
 
Nadelöhr Bewerbungsgespräch
  Wie in Connected erwähnt, ist das Bewerbungsgespräch das Nadelöhr, das oft gar nichts mit dem eigentlichen Job danach oder der wirklichen Qualifikation zu tun hat. Kurse, die Körperhaltung oder Händedruck beibringen, sind da sehr hilfreich, denn anscheinend (so meine Erfahrung), geht es oft um andere Dinge als ob man für den Job wirklich geeignet ist. Nicht selten hatte ich das Gefühl, dass ich einen 'Sonntagskronepsychotest' abgefragt bekomme, erst recht, weil gewisse Fragen bei verschiedenen Stellen immer wieder gekommen sind. Anbei einige der Fragen mit der richtigen Antwort und Antworten, die man darauf nicht geben sollte:

 Aufrecht sitzen, Beine zusammen, In die Augen schauen...
 
 
Die "Erfolgsfrage"
  Frage: "Wann sind Sie in ihrem Beruf erfolgreich?"

Was man gerne hören möchte:

"Wenn ich mit meinem Team die selbst gesteckten Ziele nicht nur erreiche, sondern übertreffe"

Antworten, die man eher vermeiden sollte:

"Da ich die Dynamik der vorherrschaffenden Leistungsgesellschaft ablehne, habe ich 'Erfolg' aus meinem Wortschatz rausgestrichen."

oder

"Wenn ich mehr verdiene, mich aber einen Schmarrn um Arbeit kümmern muss."

oder

"Wenn ich in der Hierarchie soweit aufsteige, dass ich Esel, die dumme Fragen stellen, wie Sie, feuern kann!"

 Nicht vergessen: Beim Bewerbungsgespräch das Gegenüber nie als Packtier bezeichnen!
 
 
Die "5 Jahresfrage"
  Frage: "Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?"

Was man gerne hören möchte:

"In einer verantwortungsvollen Position in diesem Betrieb"

Antworten, die man eher vermeiden sollte:

"Als Austeiger in der Karibik."

oder

"In einer besseren Welt, wo neu erfachte Arbeitskämpfe, die Ungerechtigkeit des postfordistischen Systems abgeschafft haben."

 Nicht vergessen: Ein guter Arbeitsplatz kann mit Engagement und Fleiss ein Paradies sein
 
 
Die "Abendessensfrage"
  Frage: "Wenn Sie es sich aussuchen können, mit welcher bekannten Persönlichkeit würden Sie gerne Abendessen gehen?"

Was man gerne hören möchte:

"Mit Steve Jobs, dem Begründer von 'Apple'."

Antworten, die man eher vermeiden sollte:

"Mit Laetitia Casta und Angelina Jolie."

oder

"Mit dem Chef dieser Firma, denn ich finde ja nicht nur seine Firma interessant, sondern auch seine Genialität, Intelligenz und Kunstsinn."

 Das ist Steve Jobs
Nicht vergessen: Auch in der Freizeit ist man am Erfolg interessiert
 
 
Publikumsbefragung
  Was für eigenartige Fragen habt Ihr bei Euren Bewerbungsgesprächen beantworten müssen?
 
 
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