Erhard Szczepanek, Kegelbahnbauer über seinen Beruf.
Wie wird man Kegelbahnbauer? Eigentlich durch Zufall. Ich bin gelernter Maschinenbautechniker aber ein Bekannter von mir hat Kegelbahnen gebaut und ist dann wegen einer Frau nach Belgrad gegangen. Da habe ich das übernommen. Zuerst nur nebenberuflich und später mit einem Tischler zusammen. Es ging damals auch richtig gut. Man konnte viel verkaufen. War ja noch gefragt - jeder wollte Kegeln.
Wieviele Kegelanlagen haben sie schon gebaut und wieviele gibt es in Berlin? Über 50 Anlagen hab ich auf jeden Fall schon gebaut. Wir gehen seit dem Mauerfall ja auch ins Umland. Aber seit Mitte der 90er ist es eher rückläufig. Wir bauen momentan mehr Bahnen aus als ein. In ganz Berlin wird es so an die 300 bis 400 Anlagen geben und davon betreuen wir ca. 150.
Erhard Szczepanek
(c) C. Eckelt
Man beachte die Herren fortgeschrittenen Alters mit nekischer Behosung im Hintergrund. Kegeln ist nämlich statistisch gesehen die Sportart mit den meisten Todesfällen. Nicht umsonst sind viele Bahnwärter zum Ersthelfer ausgebildet.
Gibt es verschiedene Typen von Kegelbahnen? Ja, es gibt vier Kegelbahntypen. Hier in Norddeutschland wird die Bolebahn gekegelt. Die hat eine Hohlkehle. Das heißt, die Lauffläche ist nicht glatt sondern nach innen gewölbt. Dann gibt es die Asphalt-Kegelbahn, die ist kürzer, breiter und ganz eben. Das ist die schwierigste. Die dritte ist die Scherekegelbahnbahn, die gibt es vor allem in Nordrheinwestfalen. Die ist auch gewölbt und geht am Ende wie eine Schere auf. Das ist auch meine Lieblingsart zu Kegeln, weil die sehr vielfältig ist. Und dann gibt es noch eine vierte aus dem Bodenseeraum, die nennt sich Latten- oder Schweizerbahn. Die Kugeln sind grösser und die Länge spielt keine Rolle. Die wird in jede Kneipe eingebaut. Die Maße der ersten drei Kegelbahnen sind genau festgelegt, sonst dürfte man darauf keine Wettkämpfe austragen.
Woran erkennt man einen guten Kegler? Das ist einfach. Der gute Kegler nimmt die Kugel, geht damit mindestens 4 Meter zurück und visiert das Ziel an. Dann geht er in die Hocke, nimmt Anlauf und setzt die Kugel 50 cm vor Beginn der Bahn auf das Linoleum auf.
Was halten sie von Bowling? An und für sich finde ich es nicht schlecht. Es ist eben etwas anderes. Also, Bowling ist auch zur Zeit etwas aktueller. Früher war das bei uns ja ein Fremdwort. Das ist halt aus Amerika herübergeschwappt, wie sehr vieles andere auch. Und es kommt vor allem bei Jüngeren gut an. Das ganze Ambiente, laute Musik und dann diese Softdrinks und so was alles. Beim Kegeln trinkt man Bier.
Fünf Fragen an ... Alex Resch, Kamerakran-Schwenker bei der Fußball-WM 2006.