Auch an dieser Stelle soll darauf hingewiesen werden: Eigentlich befinden wir uns bereits mittendrunter in einem recht ansehnlichen Konzertherbst. Wer Pelican und Torche Anfang Oktober verpasst hat, ist selbst schuld, wer sich am Wochenende bei Räuberhöhle keinen Muskelkater geholt hat, ebenfalls. Wer in diesem Herbst noch so etwas wie ein bebendes Trommelfell erleben will, hier ein kleiner Überblick von Trash über Ambient bis hin zu schierer Bretterei.
This Will Destroy You
Gleich am Dienstag, 21. 10., geht es im B72 los. Bands mit dem losen musikalischen Label des "Ambient" geben sich ja momentan die Verstärker in die Hände. Das ist besonders gut, wenn die Blätter von den Bäumen fallen und das Jahr zu Ende geht. "S/T" heißt das aktuelle Album von This Will Destroy You, produziert von John Congleton. Letzterer hat sich auch schon an Explosions In The Sky vergriffen, und wenn das Konzert der Zerstörer nur halb so gut wird, wie Explosions im Frühjahr im Flex waren, dann wird es einfach großartig. Als Support hat man sich Mom mitgebracht. Sie reißen mich nicht wirklich vom Sessel, allerdings behaupten sie, Mütter lieben ihre Musik zum Schneidern. Ich bin bereit, umgestimmt zu werden.
Am 28.10., also einen Tag nach Bohren Und Der Cub Of Gore in der Arena Wien, spielen die Überreste der fulminanten Botch in derselben Location auf. Gnadenlose Bretterei, gemischt mit Gekreische, werden die Seattler zum Besten geben. These Arms Are Snakes sind übrigens bei Hydra Head unter Vertrag und das sollte schon als Motivation hinzugehen genügen. Russian Circles ist die Vorband, die etwas weniger nach vorne brettert, dafür atmosphärisch in die Breite geht, ohne Gekreisch oder Gesang.
These Arms Are Snakes (Foto: Robin Laananen)
Mogwai, Lightning Bolt, Slayer und Mastodon
Und nun gleich drei Konzerttage hintereinander, allesamt Pflichttermine: Am 14.11. spielen die schottischen Mogwai im Wiener WUK auf. Sphärisch, Ambient, call it what you may, mit dem aktuellen Album "The Hawk Is Howling" haben sie Spannendes im Gepäck.
Tags darauf übersiedelt die Noiserockgemeinde, falls sie sich zu Mogwai begeben hat, ins Fluc zu Lightning Bolt. Selbige bespielten schon mit Locust oder Melt Banana die Bühnen dieser Welt, wobei sie sich eigentlich weniger auf die Bühne selbst, als mehr ins Publikum begeben. Lightning Bolt's anti-hierarchical, avant hardcore bass and drums remains one of the most exhilarating live shows on earth, not least for the sociological phenoma it provokes. Ohrenschutz für Empfindliche ist also angesagt.
Mogwai
Zu guter Letzt
sei noch auf eines der konzerttechnischen Highlights 2008 hingewiesen: Slayer mit Mastodon im Planet.tt/Gasometer am 16.11. Das ausgestorbene Rüsseltier hat sich auch heuer wieder eingefunden, einen Rockgiganten zu unterstützen. Das Konzert 2006 in der Stadthalle gemeinsam wird allerdings nur schwer zu überbieten sein. Selbst das Faktum, dass ich damals einen Sitzplatz in der allerletzten Reihe hatte, wiegt weniger schwer als die letzten soundtechnischen Grauslichkeiten in der diesjährigen Location. Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren und "South Of Heaven" würd ich mir sowieso auch in der Lugner City anhören.